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Sierra Leone, die schönsten Strände Westafrikas

Sierra Leone, die schönsten Strände Westafrikas (Foto: Wikimedia Commons, Annabel Symington)

Westafrika

Robinsonade in Sierra Leone

Reisen nach Westafrika lassen das Strandparadies Sierra Leone neu entdecken. Die schönsten Strände Westafrikas waren lange verwaist. Doch zehn Jahre nach dem Ende des Bürgerkriegs kehrt Sierra Leone langsam auf die touristische Landkarte zurück. Im Landesinneren locken Dschungel-Erlebnisse und unverfälschtes Afrika. Ein Reisebericht über Sierra Leone.

Fangfrischen Lobster? Barrakuda? Shrimps?« Momoh nimmt die Bestellung auf, während wir uns den feinen weißen Sand durch die Zehen rieseln lassen und den Sonnenschirm passend ausrichten. Der Panoramablick könnte schöner nicht sein: Beach River Number 2 ist kilometerlang, breit und palmengesäumt – ein Bilderbuchstrand. In einer lieblichen Bucht fließt der kleine Fluss – River Number 2 – sanft und knapp hüfthoch in den warmen Atlantik. Im Hintergrund geben die bewaldeten Hügel eine tropische Traumkulisse ab. Unter der Woche sind die Strände praktisch menschenleer, aber an Wochenenden macht Momoh einen guten Umsatz. Klassische Touristen sind auf Reisen nach Sierra Leone allerdings noch selten. Momohs Kunden sind vielmehr aus beruflichen Gründen in Westafrika: Nebenan erholen sich Lucy und James aus Großbritannien, die für eine UN-Organisation arbeiten. Im Schatten unter den Palmen genießt eine Gruppe chinesischer Ingenieure kühles Bier. Ein junges libanesisches Pärchen schlendert verliebt den Strand entlang. Händler-Familien aus dem Libanon leben seit Generationen in Sierra Leone.

In den 1980er-Jahren war Sierra Leone – oder Salone, wie die Einheimischen ihre Heimat kurz nennen – ein beliebtes Strandziel für Franzosen und Briten. Ein Relikt jener Boomjahre steht am blendend weißen Tokeh Beach: Zwischen Kokospalmen trotzen mehrstöckige nackte Betonbauten dem Tropenklima. »Das ›Hotel Africana‹ war einst der wichtigste Arbeitgeber hier«, erzählt Abdul, Fischer aus dem nahe gelegenen Dorf. »Mein Bruder hatte damals einen guten Job. Der Nachtclub des Hotels war immer voll. Dann kam der Krieg.« Zwischen 1991 und 2001 wütete in Sierra Leone ein Bürgerkrieg, der den Tourismus völlig zum Erliegen brachte. Rebellen terrorisierten Zivilisten, mordeten und plünderten. Bei Kriegsende 2002 lag die Infrastruktur des Landes am Boden.

Zwar ist Sierra Leone noch immer eines der ärmsten Länder des Kontinents, doch in den letzten Jahren hat es sich zur stabilsten Demokratie der Region gemausert: Wahlen verlaufen friedlich, politische Parteien und die Presse sind frei und kritisch. Medizinische Behandlungen in Krankenhäusern sind für kleine Kinder und Schwangere kostenlos. Der Wiederaufbau ist in vollem Gange. »Der Krieg«, sagt Abdul, »das ist nun zehn Jahre her. Jetzt schauen wir in die Zukunft.« Bereits haben Investoren Interesse bekundet, das »Africana« wieder aufzubauen. Etwas weiter im Süden, am goldbraunen Bureh Beach, schwärmt Sam vom touristischen Potenzial seiner Heimat. Er floh 1998 mit der Familie nach London. Wie viele seiner Landsleute kehrt er nun zurück – vorerst allerdings nur für Urlaub: »Ich wette, in ein paar Jahren werden hier große Hotels gebaut«, ist er überzeugt.

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