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Mein R&P

Schlechtes Benehmen

Rülpsende Hotelgäste

Hotelgäste, die sich von Bewohnern im selben Hotel durch Verhalten wie Rülpsen oder Körpergeruch belästigt fühlen, können keinen Reisemangel einklagen. Im vorliegenden Fall wurden Gäste eines günstigeren Nachbarhotels in das Fünf-Sterne-Hotel des Klägers umgebucht. Der Kläger forderte einen Preisnachlaß mit dem Argument, die Gäste hätten ein einfach strukturiertes Niveau gehabt und sich im Auftreten und Benehmen von anderen Hotelgästen unterschieden. Das Gericht wies die Klage ab, da kein Zusammenhang zwischen der H&o

Lebensrisiko

Fischvergiftung bedingt keinen Reisemangel

Wer in einem Hotel in der Karibik an einer Fischvergiftung erkrankt, kann nicht mit Schadensersatz rechnen. Bestimmte Fischvergiftungen gehören zum allgemeinen Lebensrisiko des Urlaubers. Vor allem Ciguatera-Vergiftungen sind kaum vorhersehbar und den Fischen nicht ansehbar, so daß es auch bei sorgfältiger Auswahl der Fische keinen Schutz gebe (LG Frankfurt, AZ 2-24 S 496/94).  

Sicherheitsmaßnahmen

Politiker stören Hotelgäste

Die Sicherheitsmaßnahmen wegen des Urlaubsaufenthalts von Politikern in einem Hotel können einen Reisemangel begründen. Im vorliegenden Fall verursachte der Aufenthalt eines hohen türkischen und eines kasachischen Politikers und deren Familien in einem Ferienclub in der Türkei Unruhe und Anspannungen, die sich störend auf die übliche Ferienatmosphäre auswirkten. Das Gericht entschied auf einen Minderungsanspruch von 10 % des Reisepreises (AG Düsseldorf, AZ 58 C 3213/98).

Standard nicht erreicht

Versprochen ist versprochen

Statt der Suite gab es ein Doppelzimmer, statt der Sportanlage Baulärm. Weil das gebuchte Urlaubshotel dem versprochenen Standard nicht entsprach, verklagte ein Reisender den Veranstalter und bekam eine Preisminderung von 60 % zugebilligt. Außerdem sprach das Gericht dem Kläger 30,– Euro pro Ferientag für entgangene Urlaubsfreude zu (LG Bonn, AZ S 161/97).  

Kein Reisemangel

Fehlende Heizung

Ein landestypisches Mittelklassehaus mit einfacher Ausstattung auf den Kanarischen Inseln muss nicht mit einer Heizung ausgestattet sein. LG Bonn, AZ: 5 S 167/97).

Gewaltübergriff

Veranstalter haftet

Eine Touristin, die in einer Hotelanlage von einem Gärtner vergewaltigt worden war, verklagte den Reiseveranstalter auf Minderung des Reisepreises und erhielt Recht. In der Begründung heißt es, dass der Veranstalter eine Unterkunft zur Verfügung zu stellen habe, in der gewaltsame Übergriffe seitens der Mitarbeiter unterbleiben. Die Touristin erhielt den gesamten Reisepreis (DM 999,–) und eine Ersatzzahlung für »nutzlos aufgewendete Urlaubszeit« von DM 100,– pro Urlaubstag, insgesamt DM 700,–, zugesprochen. (AG Neuss, AZ: 42 C 6702/9

(K)ein Reisemangel

All-inclusive-Armband

Urlauber, die eine All-inclusive-Reise buchen, müssen sich zum Tragen von Armbändern oder Ausweisen bereit erklären. Von einem Reisemangel könne nicht die Rede sein, schließlich behindere ein Armband den Reisenden ja bei keinerlei Urlaubsaktivitäten. (AG Bad Homburg, AZ. 2 C 276/99 [22]) Damit widersprachen die Richter ihren Kollegen vom Frankfurter Landgericht, die Klägern Recht gegeben hatten, die das Tragen der Armbänder verweigert und auf eine »Einschränkung ihres Persönlichkeitsrechts« verwiesen hatten. (LG Frankfurt am Main,

Streifrage

Strittige Strandnähe

Laut Prospekt stand die strittige Ferienanlage »direkt am Strand«. Der Bungalow des klagenden Urlaubers allerdings befand sich am Ende der Anlage, 800 m vom Wasser entfernt. Das müssen Urlauber hinnehmen, befanden die Richter. (LG Kleve, Az. 4 S 195/98). Fünf Prozent des Reisepreises musste der Veranstalter in einem Fall vor dem gleichen Gericht zurückzahlen, als es um die wahrheitsgemäße Angabe der Entfernung zum Strand ging. Die im Katalog genannten 300 m waren tatsächlich Luftlinie, zu Fuß waren zum Strand mindestens 600 m zurückzulegen

Rolli-Zimmer

Nicht unbedingt ebenerdig

Hätte er doch einfach gesagt, was er möchte! Ein Rollstuhlfahrer hatte geklagt, da er in seinem Urlaubshotel nicht im Erdgeschoss untergebracht worden war. Die Richter konnten seine Argumentation nicht teilen, denn weder war im Hotelprospekt für spezielle Rollstuhl-Zimmer im Erdgeschoss geworben worden, noch enthielt seine Buchungsbestätigung eine derartige Zusage. Der Mann hätte von vorn herein ausdrücklich ein Zimmer auf dem gewünschten Flur buchen müssen. (AG Hamburg, AZ: 17 A C 586/99)

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