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Reisemangel

Zimmer im Nebengebäude e

Ein Urlauber hatte einen Urlaub in einem Vier-Sterne-Hotel in Tschechien gebucht. Statt in der Luxusherberge ein Zimmer zu bekommen, wurde er in ein pensionsartiges Nebengebäude verfrachtet, in dem es statt Rezeption und Speisesaal den Ausblick auf einen Hinterhof gab. Nach seiner Rückkehr verklagte der Mann den Reiseveranstalter auf Schadensersatz und bekam eine Erstattung von 30 % des Reisepreises zugesprochen (AG Braunschweig, AZ: 119 C 5247/02).  

Das kann schiefgehen

Vorsicht vor überzogenen Forderungen

Man kann's ja mal versuchen. Weil im All-inclusive-Hotel der Hummerschwanz auf der Speisekarte fehlte und das Surfen vor Ort einen Aufpreis kostete, wollte ein Urlauber von seinem Veranstalter 30 % des Reisepreises zurück. Die Richter sprachen ihm jedoch nur je 2 % zu. Als Prozessverlierer musste er zusätzlich die Gerichtskosten für die Berufung zahlen (LG Duisburg, AZ: 12 S 27/03).

Preisminderung

Nächtlicher Baulärm

Ein Tourist hat seinen Reiseveranstalter verklagt, weil der ihn nicht auf die sogar nächtliche Baulärm- und Staubbelästigung im Urlaubsort hingewiesen hatte. Die Richter gaben im Prinzip dem Veranstalter recht, denn er hatte in der Ortsbeschreibung auf die Unannehmlichkeiten hingewiesen. Nichtsdestotrotz erhielt der Tourist eine 30-prozentige Reisepreisminderung zuerkannt - zum einen wegen des Lärms und zum anderen wegen des nicht nutzbaren Strandes (Oberlandesgericht Celle, AZ: 11 U 268/04).

Viele Mängel

Sofort abreisen

Ein Urlauber hatte nach Ruhestörung, verschmutztem Strand, defektem Kühlschrank, altersschwacher Klimaanlage und begrenzter Duschzeit die Nase voll und brach seinen Urlaub ab. Der Veranstalter wollte nicht zahlen, da der Mann den Veranstalter nicht zur Behebung der Mängel aufgefordert hatte. Das Gericht befand jedoch, dass Urlauber bei zu vielen Mängeln sofort abreisen dürfen, da sie nicht zu beheben seien (OLG Frankfurt, AZ: 16 U 41/04).

Zimmer am Hoteleingang

Ruhig gelegen und trotzdem laut

Auch wenn ein Reiseveranstalter in seinem Katalog angibt, das Hotel befände sich in ruhiger Lage, so schließt dies nicht aus, dass ein Reisender ein Zimmer in der Nähe des Hoteleingangs erhält. Insofern hat der Reisende mit an- und abfahrenden Reisebussen auch zur Nachtzeit zu rechnen. Es entspricht dem allgemeinen Lebensrisiko, dass ein Reisender insbesondere in der Hochsaison ein Zimmer erhält, welches eine nicht ganz so ruhige Lage innerhalb des Hotelkomplexes aufweist (AG Düsseldorf, 13. 6. 2003 - 230 C 5432/03, RRa 2003, 239).

Im Reisekatalog hingewiesen

Lärm in der Bar

Lärm ist hinzunehmen, wenn im Reisekatalog darauf hingewiesen wird, dass die Hotelanlage eine Bar hat und Unterhaltungsprogramme anbietet. (AG Kleve, AZ: 3 C 109/99).

Reisemangel

Großbaustelle

< > Eine rund um das gebuchte Hotel vorhandene Großbaustelle, die Tag und Nacht betrieben wird, begründet einen Reisemangel. Eine Minderung des Reisepreises um 60 % sowie ein Schadenersatzanspruch wegen verdorbenen Urlaubs ist gerechtfertigt. Der ersatzweise angebotene Umzug in ein 25 km entferntes Hotel ist nicht zumutbar. Der Reisende hat ungeachtet seiner Motivation einen Anspruch auf Unterbringung am vereinbarten Ort (LG Köln, AZ 3 O 27/96).

Ferienhotel

Lärmende Kinder kein Reisemangel

Ein Reisender kann nicht erwarten, dass Kinder sich in einem Ferienhotel stets ruhig und gesittet verhalten. Kindlicher Bewegungsdrang, Spielen und Herumtollen ist unvermeidbar mit Lärm verbunden, der keinen Reisemangel darstellt. Auch kindgemäßes Eßverhalten, das nicht den üblichen Tischmanieren entspricht, ist kein Reisemangel (LG Kleve, AZ 6 S 34/96).

Im Reisebüro

Mündliche Aussagen zählen nicht

Reisebürokunden können sich dem Veranstalter gegenüber nicht auf die Aussagen von Reisebüromitarbeitern berufen. Im Katalog eines Veranstalters war ausdrücklich auf eine 50 m vom Hotel gelegene Ski-Bushaltestelle hingewiesen worden. Das Reisebüro versicherte dagegen, dass es sich um ein Hotel in ruhiger Lage handele. Der Kunde verklagte den Veranstalter, weil das Haus zu laut gewesen sei. Da die Angaben des Reisebüros im offenen Widerspruch zu den Prospektangaben standen, wurde die Klage abgewiesen (LG Frankfurt a.M., AZ 2-24 S 290/97).

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