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Haiti

Comeback als Reiseziel

Noch vor weniger als 30 Jahren war Haiti eines der beliebtesten Urlaubsziele in der Karibik. Doch Diktatur, Bürgerkriege und ständig wechselnde Regierungen haben Touristen vertrieben. Das vollständige Aus für den Tourismus kam dann mit dem schweren Erdbeben im Januar 2010 mit seinen – je nach Schätzung – 220 000 bis 500 000 Todesopfern.

Nun will das Land an die touristische Vergangenheit anknüpfen. »Wir werden den Tourismus neu beleben«, sagt Daniel Fouchard, Direktor des Tourismusministeriums. Bereits 2010 sind in Labadie im Norden des Landes wieder 1,5 Millionen Passagiere von Kreuzfahrtschiffen an Land gegangen, nachdem auf die Region rund um Cap Haitïen Royal Caribbean Cruise Line (RCCL) wieder regelmäßig Kurs nimmt.

In der Nähe diese Privathafens der Reederei mit ihrem wunderschönen Sandstrand erhebt sich auch die sagenumwobene Festung Sans-Souci, errichtet vom selbsternannten haitianische König Henri Christophe 1810 bis 1813 und bis in die Achtziger Jahre das beliebteste Ausflugsziel des Landes. Die Gegend dort sei vom Erdbeben »nicht betroffen und die Infrastruktur intakt«, betont Fouchard. Nun werde mit finanzieller Hilfe der Europäischen Union sogar eine neue Straße zum Welterbe der Unesco gebaut.

Inzwischen hat das Ministerium einen Fünf-Jahres-Plan ausgearbeitet, der die bei dem Erdbeben zerstörten Regionen mit einbezieht. Bis 2020 soll die Zahl der Hotelzimmer von derzeit »1000 auf insgesamt 30 000 angsteigen«, berichtet Fouchard.

Sein Ministerium arbeitet dabei eng mit Hoteliers aus der benachbarten Dominikanischen Republik und den dort einfliegenden Reiseveranstaltern zusammenarbeiten, die jährlich mehr als drei Millionen Touristen die Ferien organisieren. Noch im Laufe des Jahres will Haiti sein Ferienangebot soweit entwickelt haben, dass wieder Mehrtagesausflüge in den Norden des Landes möglich sind.

(31.03.11, tdt)
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