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Fahrlässig?

Kein Geld für Wanzen

Eine Parisreisende wurde in ihrem Urlaubshotel von Bettwanzen mit zahllosen Stichen an Hals und Armen übersät. Die Reiseleitung brachte sie daraufhin in einem anderen Hotel unter. Wegen des verdorbenen Urlaubs und der gesundheitlichen Beeinträchtigung, die noch mehrere Wochen anhielt, verlangte sie einen Teil des Reisepreises zurück. Dem Veranstalter konnte allerdings nicht nachgewiesen werden, dass er fahrlässig ein verwanztes Hotel gebucht hatte - Klage abgewiesen (AG Bensheim, AZ: 6 C 154/01).  

Auslegung

Strandlage ist Definitionssache

Liegt ein Hotel rund 300 Meter vom Strand entfernt, darf im Prospekt nicht mit »Strandlage« geworben werden. Eine Gruppe Urlauber hatte ein »Glückshotel« auf Kuba gebucht, von dem ihr außer der zugesicherten Lage am Meer nichts bekannt war. Vor Ort fanden sich die Reisenden in einer strandfernen Anlage wieder, von der sie auf dem Weg zum Wasser zudem noch eine Straße überqueren mussten. Sie zogen daraufhin in ein anderes Hotel um und erstritten sich die Mehrkosten vom Reiseveranstalter zurück (AG Bad Homburg, AZ: 2 C 1902/01-15).  

Reisemängel umgehend anzeigen

Auch vor Gericht ausgerutscht

Eine Urlauberin hatte sich am sechsten Tag ihres Aufenthaltes bei einem Sturz in ihrem Hotelbadezimmer verletzt. Weil der Boden extrem glatt gewesen sei, verlangte sie vom Reiseveranstalter Schadensersatz und Schmerzensgeld. Die Richter ließen sich jedoch nicht aufs Glatteis führen. Sie befanden, dass die Frau das Bad fast eine Woche lang benutzt habe, ohne sich beim Hotel oder beim Veranstalter über die rutschigen Fliesen zu beschweren und um ein neues Zimmer oder Abhilfe zu bitten. Wer aber nicht umgehend Reisemängel anzeigt, hat grundsätzlich keinen Anspruch auf E

Entgangene Urlaubsfreuden

Weiches Bett ist Grund zur Klage

Dass man auch ohne sofortige Beschwerde die Chance auf Rückzahlung hat, zeigt das Beispiel einer Urlauberin, die zwei Wochen auf einer durchgelegenen Matratze schlief. Sie konnte in dem weichen Bett nicht schlafen und hatte bald so starke Rückenschmerzen und Verspannungen, dass sie Medikamente nehmen musste. Wegen entgangener Urlaubsfreuden klagte die Frau gegen den Veranstalter und erhielt ein Viertel des Reisepreises zurück (AG Hamburg, AZ: 22 a 23/01).

Nomen non est Omen

Hotel gehört nicht zur versprochenen Kette

Wo »Holiday Inn« draufsteht, muss noch lange nicht »Holiday Inn« drin sein. So rieb sich ein Urlauber in Hurghada in Ägypten verwundert die Augen, als er am Urlaubsende feststellte, dass sein Hotel überhaupt nicht zu der Kette gehörte. Seine Beschwerde wurde vom Veranstalter abgetan, schließlich habe das Hotel doch den versprochenen Namen getragen. Vor Gericht jedoch wurde darin ein Qualitätsmangel gesehen, den der Tourist nicht melden konnte, da er ihn erst am Reiseende bemerkte. Daraufhin erhielt er ein Viertel des Reisepreises zurück (

Zu klein

Zimmergröße entscheidet

Eine Familie hatte sich in einem Hotel ein »geräumiges Zimmer für 3-4 Personen« ausgesucht. Als sie sich in einem nur 16 Quadratmeter großen Raum wiederfand, klagte die Mutter auf Schadensersatz. Recht so: Nach Gaststättenverordnung müssen nämlich schon normale Doppelzimmer mindestens 12 Quadratmeter aufweisen. Lediglich vier Quadratmeter mehr für die doppelte Anzahl von Gästen ist klar ein Reisemangel (LG Frankfurt, AZ: 2/24 S 297/01).

Kopfüber ins Kinderbecken

Poolsprung wurde Schlag ins Wasser

Ein Urlauber stürzte sich abends direkt nach seiner Ankunft am Hotel in den Pool. Der leicht alkoholisierte Mann sprang in Unkenntnis der Örtlichkeiten unglücklicherweise in das nur 70 Zentimeter tiefe Kinderbecken, prallte auf die Begrenzungsmauer zwischen Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich und erlitt schwere Rückenverletzungen. Er verklagte seinen Veranstalter auf Schmerzensgeld und verlor. Das Gericht war nämlich der Meinung, dass ein Reiseveranstalter wirklich nicht damit rechnen könne, dass sich ein erwachsener Mensch kopfüber ins Kinderbecken stü

Reisemangel

Zimmer im Nebengebäude e

Ein Urlauber hatte einen Urlaub in einem Vier-Sterne-Hotel in Tschechien gebucht. Statt in der Luxusherberge ein Zimmer zu bekommen, wurde er in ein pensionsartiges Nebengebäude verfrachtet, in dem es statt Rezeption und Speisesaal den Ausblick auf einen Hinterhof gab. Nach seiner Rückkehr verklagte der Mann den Reiseveranstalter auf Schadensersatz und bekam eine Erstattung von 30 % des Reisepreises zugesprochen (AG Braunschweig, AZ: 119 C 5247/02).  

Das kann schiefgehen

Vorsicht vor überzogenen Forderungen

Man kann's ja mal versuchen. Weil im All-inclusive-Hotel der Hummerschwanz auf der Speisekarte fehlte und das Surfen vor Ort einen Aufpreis kostete, wollte ein Urlauber von seinem Veranstalter 30 % des Reisepreises zurück. Die Richter sprachen ihm jedoch nur je 2 % zu. Als Prozessverlierer musste er zusätzlich die Gerichtskosten für die Berufung zahlen (LG Duisburg, AZ: 12 S 27/03).

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