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Der Syrienkonflikt hat sich auf die Grenzstadt Akcakale ausgedehnt. Das ist keiner der typischen türkischen Urlaubsorte - Touristen bleiben vom Krieg also weiter unbetroffen.

Der Syrienkonflikt hat sich auf die Grenzstadt Akcakale ausgedehnt. Das ist keiner der typischen türkischen Urlaubsorte - Touristen bleiben vom Krieg also weiter unbetroffen.

Foto: Rauf Maltas

TÜRKEI-URLAUB / SYRIENKONFLIKT

Kostenlose Stornos nicht möglich

Der Konflikt in Syrien hat mit einem Granatenangriff in einer türkischen Grenzstadt auf das Nachbarland übergegriffen. Bisher gibt es keinen Grund, den Urlaub in türkische Touristenzentren abzublasen.

Der derzeitige Konflikt mit Syrien berechtigt nicht zum kostenlosen Stornieren von Türkeireisen. »Die Urlaubsregionen sind nicht betroffen«, sagte Reiserechtler Paul Degott. Auch das Auswärtige Amt habe bislang keine Reisewarnung für die Türkei ausgegeben. »Angstgefühle im Oberbauch sind keine Grundlage für einen Vertragsabbruch«, erklärte Degott.


Erst wenn sich die Lage ändere und die geplante Reise beeinträchtigt sei - etwa, weil bestimmte Leistungen nicht mehr angeboten werden können - sei das ein Grund für kostenfreies Stornieren. Wer bei der jetzigen Sachlage auf die Reise verzichten will, muss in den sauren Apfel beißen und die Stornokosten tragen.

Doch bisher lassen sich Türkeiurlauber vom Konflikt des Landes mit Syrien offenbar nicht abschrecken. «Es gibt momentan keine vermehrten Stornierungen oder Umbuchungen», sagte Torsten Schäfer vom Deutschen Reiseverband (DRV)t. Er rechne auch nicht damit. »Die Menschen können das schon einsortieren.« Die Touristenhochburgen wie Antalya und Alanya seien mehrere Hundert Kilometer weit weg von der Konfliktzone an der syrischen Grenze. »Das ist so, als hätten Sie einen Sylturlaub gebucht, und dann passiert etwas in München. Dann stornieren Sie ja auch nicht Ihren Sylturlaub.«

Bei einem syrischen Granatangriff auf einen türkischen Grenzort sind fünf Menschen getötet worden. Die Türkei hatte mit dem Beschuss syrischen Gebiets reagiert. Außenminister Guide Westerwelle (FDP) warnte angesichts des Vorfalls vor einem Flächenbrand in der Region.


Für Urlauber sei die Situation vergleichbar mit den Unruhen in Ägypten während des Arabischen Frühlings - dort liegen ebenfalls mehrere Hundert Kilometer zwischen Kairo und den Touristenzentren am Roten Meer wie dem Urlaubsort Hurghada. «Dort haben die Urlauber damals auch nichts mitbekommen», sagte Schäfer.

Die Reiseveranstalter beobachteten die Lage aber genau und seien bereit, sofort zu reagieren, sobald Gefahr für Urlauber drohe, sagte Schäfer. Er verwies bei der Beurteilung der Situation auf das Auswärtige Amt: »Da gibt es keine neue Einschätzung der Lage.« Daher müssten sich Türkeiurlauber derzeit keine Sorgen machen.

(04.10.12, dpa)

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