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Den besten Blick auf die felsige Landzunge des »Kap der guten Hoffnung« offeriert der Cape Point

Den besten Blick auf die felsige Landzunge des »Kap der guten Hoffnung« offeriert der Cape Point

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Kaps und Landmarken

Acht markante Orte sind eine Reise wert

Kap Hoorn, Kap Finisterre, Nordkap: Landspitzen wie diese stehen für aufregende Reiseerlebnisse. Ob sturmumtost, geschichtsträchtig oder weltberühmt - es ist immer etwas Besonderes, sich an den äußersten Rand eines Kontinents vorzuwagen. Wir stellen sieben Kaps und Landmarken vor, an denen die Welt zu Ende ist.

Nordkap: Locker die ganze Welt schultern
Im Winter tanzt das Nordlicht, im Sommer strahlt die Mitternachtssonne um den 308 Meter hohen Felsen des Nordkaps im Norden Norwegens. Das aus dem Eismeer aufragende Schieferplateau auf der Insel Magerøya ist der nördlichste Punkt Europas, der auf Straßen vom europäischen Festland erreicht werden kann. Von dort bis zum Nordpol sind es nur noch 2.100 Kilometer. So hat sich das Nordkap zur Eventmeile inmitten unberührter Natur entwickelt. In der Nordkaphalle gibt es Souvenirläden, Ausstellungen, Restaurants, eine Kapelle mit Heiratsmöglichkeit und ein Postamt. Rund 200.000 Besucher versuchen jedes Jahr, den stählernen Globus, der auf der Nordkapplattform steht, fürs Foto auf Händen zu tragen.

Kap Finisterre: Seit Jahrhunderten Ziel der Pilger
Finis terrae – für die Menschen im Mittelalter war an der Westküste der nordspanischen Provinz Galizien die Welt zu Ende. Auch heute nehmen viele Pilger, die auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela unterwegs sind, weitere 80 Kilometer auf dem »Camino a Fisterra« auf sich, um ihre Wanderung mit Blick auf die Weiten des Atlantiks zu beenden. Das Besichtigen der Christusstatue in Finisterre und das Verbrennen einiger Wanderutensilien sind Rituale, die viele zum Abschluss ihrer Pilgerfahrt vollziehen. Obwohl die Felsspitze schon bei den Kelten als mystischer Ort galt, ist das Kap gar nicht der westlichste Punkt des europäischen Festlands: Dieser befindet sich am Cabo da Roca in Portugal.
 
Kapverden: Das »grüne Kap«
Ebenso wie die Kanaren, liegen sie vor Afrika im Atlantik – die Kapverden. Ihr Name geht auf das Cap Vert zurück, den westlichsten Punkt des afrikanischen Festlands. Auf der Cap-Vert-Halbinsel, 570 Kilometer vor der senegalesischen Hauptstadt Dakar, locken die Düneninseln Sal und Boavista vor allem Sonnenanbeter, Taucher und Windsurfer. Santo Antão mit seinen bis 2.000 Meter hohen Bergen begeistert Wanderer. Santiago ist perfekt für Reisende, die auch die afrikanisch geprägte Landeskultur entdecken möchten. Weitere Pluspunkte: Die politische Stabilität des kleinen Inselstaates, der einst zu Portugal gehörte, und Sonnenschein an 350 Tagen im Jahr bei Temperaturen zwischen 21 und 30 Grad.
 
Cape Race: Auf den Spuren der »Titanic«
Der Mythos lebt: Vor mehr als 100 Jahren kollidierte die »Titanic« auf ihrem Weg nach New York mit einem Eisberg und sank. Die Funker von Cape Race an der Südostspitze Neufundlands empfingen das Notsignal des Luxusliners in der Nacht zum 15. April 1912 als erste und spielten eine wichtige Rolle bei der Rettungsaktion. Den Untergang überlebten 700 Menschen, 1.500 kamen ums Leben. Heute ist in der Station neben dem Leuchtturm das kleine Museum »Myrick Wireless Center« untergebracht. Außerdem können Urlauber zur Untergangsstelle, die rund 560 Kilometer vom Festland entfernt ist, hinaus fahren. Dabei kreuzen sie zwischen Eisbergen, die von Grönland durch die sogenannte Eisbergallee treiben.
 
Kap Hoorn: Pinguine und Seelöwen trotzen dem Wind
Das Umrunden der Südspitze Chiles gehört zu den meistgefürchteten Schiffspassagen der Welt: Am Kap Hoorn treffen der Pazifische und der Atlantische Ozean aufeinander. Mehr als 800 Schiffe sollen vor dem südlichsten Punkt Südamerikas schon in den Wellen versunken sein. Gefahrloser lässt sich das Kap – ein über 400 Meter hoher Felsabbruch auf der kargen Isla Hornos – vom Festland aus erkunden: Seit 1945 besteht der »Parque Nacional Cabo de Hornos«, der verschiedene Inseln des Feuerland-Archipels umfasst. Wenn es das Wetter zulässt, starten Urlauber von Punta Arenas oder Puerto Williams zu einer mehrtägigen Schiffstour durch den Beagle- und den Murray-Kanal und erreichen den markanten Felsen samt Leuchtturm und Kap-Hoorn-Monument. Pinguine, Seelöwen und Albatrosse leisten ihnen dabei Gesellschaft.
 
Kap der Guten Hoffnung: Wale an der Südspitze Afrikas
Wer den südlichsten Punkt Afrikas erkunden will, der hat die Wahl zwischen gleich drei bedeutsamen Orten: Geografisch gesehen, ist Kap Agulhas der südlichste Punkt. Weitaus berühmter ist jedoch das Kap der Guten Hoffnung, die Südspitze der Kaphalbinsel.  Der Cape Point ist der östlichste Punkt der Kaphalbinsel. Diesen steuern die meisten Reisenden an. Sie finden dort ein Restaurant mit Aussichtsterrasse, einen Wanderweg zu einem historischen Leuchtturm sowie Schilder, die die Entfernung zu einigen Metropolen angeben. Nach Berlin sind es beispielsweise 9.575 Kilometer. Mit etwas Glück erleben sie ein besonderes Naturschauspiel: Zwischen Juni und Dezember tummeln sich zahlreiche Wale vor der Küste des Western Cape.
 
Cape Canaveral: Auf dem Weg ins All
Eine Stadt auf Merritt Island, etwa in der Mitte der Ostküste Floridas gelegen, lässt die Herzen aller Raumfahrt-Fans höher schlagen. Vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus starten regelmäßig Raketen ins All. Das »Kennedy Space Center« informiert multimedial über die Geschichte der Raumfahrt und zeigt verschiedene Raketentypen im Rocket Garden. Beim Astronauten-Training erleben Besucher sogar, wie sich ein Raketenstart anfühlt. Das Kap selbst liegt übrigens im Sperrgebiet und ist nicht zugänglich. Wer dennoch auf einer berühmten Landmarke stehen will, der muss knapp 600 Kilometer weiter reisen: Am Westende der Inselkette Florida Keys – die allesamt mit Brücken verbunden sind – markiert eine überdimensionale bunte Boje in Key West den südlichsten Punkt des US-amerikanischen Festlands.
 
Sentosa: Asiens südlichster Zipfel
Eine Millionenstadt im Rücken, viele kleine Inselchen in Blickweite – nach einer spektakulären Landmarke sieht Sentosa zunächst nicht aus. Trotzdem befinden sich Urlauber auf der Insel vor Singapur auf dem südlichsten Punkt des asiatischen Festlands: Eine Brücke verbindet Sentosa mit dem südostasiatischen Stadtstaat. Ein weiterer kleiner Felsen davor ist wiederum mit einer Hängebrücke erreichbar. Ein Aussichtsturm, von dem man den großen Schiffen auf der viel befahrenen Straße von Malakka zuschaut, markiert die geografisch bedeutsame Stelle und ist nur eine der Attraktionen der Insel Sentosa. Das Eiland, auf dem zahlreiche Hotels und Restaurants, mehrere Vergnügungsparks, Museen und Aquarien für Unterhaltung sorgen, ist ein beliebtes Ausflugsziel.
 
(04.12.2017, srt)
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