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Landkarte China

Raus aus der City – Rein in eine andere Welt

Die New Territories und Hongkongs Inselwelt bekommen nur die wenigsten Besucher zu Gesicht. Hier findet sich ein Paradies für Wanderer, Mountainbiker und Wassersportler. Sogar weiße Sandstrände fehlen nicht.

Hongkongs Traumstrand Sai Wan. Packen Sie die Badehose ein: Nicht einmal ein Stündchen vom wuseligen Zentrum warten schöne, weiße Strände! Laufen Sie vom Sai Kung Pavilion 45 Minuten auf dem McLehose-Trail bergauf und bergab zur Tai-Long-Bucht. Dort warten mehrere Strände. Unser Favorit: Am idyllischen Sai Wan Beach wird gesurft und gepaddelt. In der »Oriental Bar« trifft sich ein illustres Völkchen, Wassersportler, Investmentbanker und Rucksacktouristen. Nichts als hellblaue Wellen – kein Hochhaus weit und breit. Das soll Hongkong sein? Die hippe Beach-Enklave ist schnell erreicht: Von der Metrostation Hang Hau fährt der Bus 101 nach Sai-Kung. Weiter geht es mit dem Taxi zum Sai Kung Pavilion. Oder von Sai Kung direkt per Boot, das fährt an Wochenenden je nach Andrang (€ 12–15/Pers., je nach Boot!). Tipp: zu Fuß rein, abends mit der Fähre raus.

Zu Besuch bei den Lantau-Mönchen. Pandabären, die Seifenblasen in den Himmel pusten. Fotokulissen für Touristen. An der Seilbahnstation Ngong Ping auf Lantau Island.regieren Kitsch und Kommerz. Wer aber die 268 Stufen hinauf zum 34 Meter hohen Bronzebuddha Tian Tan bezwingt, gelangt in eine andere Welt. Vorbei an mannshohen Räucherstäbchen geht es in den Hof der Klosteranlage Po Lin, wo buddhistische Mönche völlig unbeirrt vom Trubel ihre Gebete rezitieren. Der Wisdom Path nahe dem Kloster offenbart 38 gigantische Holzsäulen mit kunstvollen Kalligrafien. Fitte Wanderer und Bergsteiger bezwingen den Lantau- Trail (70 km) oder erklimmen den 934 m hohen Lantau Peak.

Nach Lantau fährt die Metro der Tung-Chung- Linie. Weiter geht’s mit der Seilbahn zur Bergstation Ngong Ping (25 Min.). Die Luftpassage in schwindelnder Höhe sorgt für einen Adrenalinkick. Für zusätzlichen Nervenkitzel sind einige der Gondeln mit Glasböden ausgestattet – nichts für Leute mit Höhenangst!

Entspanntes Multi-Kulti auf Lamma Island. Wer unter der Woche nach Lamma Island fährt, findet eine verträumte Atmosphäre vor. Auf der »Aussteiger-Insel« ticken die Uhren komplett anders. Hier treffen sich die Expats aus aller Welt, die nach Feierabend der hektischen City den Rücken kehren möchten. Das Flair in der Yung Shuen Wan Main Street wirkt gedimmt und entspannt, es gibt schnuckelige Läden mit Kunsthandwerk aus Südostasien und reizende Cafés für die Pause zwischendurch. Lamma Island ist in 30 Minuten mit der Fähre erreicht (ab Central, Pier Nr. 4, oneway unter der Woche € 1,65, € 2,20 am Wochenende).

Citytrip – Hongkong im Schnelldurchgang

Hongkong in ein oder zwei Tagen – kein Problem dank des vorbildlich funktionierenden Nahverkehrs. Starten wir auf dem Festland, in Kowloon, Ecke Nathan und Haiphong Road. Hier heißt es: Shop till you drop! Unzählige Kamerashops, Miniatur-Schneidereien, die über Nacht ordentliche Maßarbeit abliefern, und fliegende Händler, die einem durch das Gewusel Tausender Menschen beständig ihr Mantra der Plagiate ins Ohr raunen. Wer wirklich was kaufen will, folgt der Nathan Road, allerdings mit der Metro – das geht schneller. Zwei Stationen weiter nördlich in Mon Kok gibt es ausgedehnte Straßenmärkte mit gefälschten Markenartikeln, aber auch eine Vielzahl seriöser Kamera- und Elektronikshops. Dann geht’s zurück zum Ausgangspunkt. Südlich davon, an der Waterfront, haben Top-Designer ihre eigenen Tempel und im neuen International Center of Commerce fühlen sich Shoppingfreaks sowieso im siebten Himmel.

Mit der Star Ferry setzen wir für 30 Cent über nach Hongkong Island. Die wohl günstigste Hafenrundfahrt der Welt dauert knappe zehn Minuten. Vom Fährterminal rattert die Doppeldecker- Tram Richtung Westen über die Des Voeux Road nach Sheung Wan zu den schillerndsten Märkten Hongkongs. Getrocknete Eidechsen, 100-jährige Eier und alles, was dieser Planet an Aphrodisiaka zu bieten hat, findet sich entlang der Straße. Etwas südlich bergan verbindet die Hollywood Road einige interessante Tempel, Museen und Galerien mit dem hippen Ausgehviertel Lan Kwai Fong.

TIPP Der farbenfrohe Man-Mo-Tempel ist ein Tribut an die Götter der Literatur (Man) und des Krieges (Mo). Darin werden gigantische Räucherspiralen verbrannt, wird getrommelt und für das allgemeine Glück gebetet. Entlang der Straße gibt es unzählige hochkarätige Galerien für moderne Malerei, Fotografie und gestaltende Kunst.

Zum Sonnenuntergang gibt es zwei Adressen: Entweder fährt man auf Hongkong Island mit der Zahnradbahn hinauf zum Peak, genießt den Panoramablick auf die glitzernde Skyline der Megacity und geht anschließend in SoHo oder Lan Kwai Fong essen. Oder man kehrt zurück an die Waterfront, freut sich an der Spiegelung der Hochhäuser im Hafen und erlebt die allabendliche Lightshow im Openair- Theater am Clocktower – gratis. Dann schlendert man zum Temple-Street-Nachtmarkt und beschließt den Abend im »Ozone«, der höchstgelegenen Bar der Welt.

Ab ins Grüne und ans Wasser

Hongkongs Inseln sind ein Paradies für Wanderer, Mountainbiker und Wassersportler. Die gebürtige Schweizerin Gabi Baumgartner stellt fantastische Wandertouren zu den schönsten Gipfeln und Badebuchten auf die Beine (z. B. zum Dragon’s Peak € 59, www.walkhongkong.com).

Paul Etherington und seine Guides organisieren die schönsten Biketouren und Bootsausflüge für Surfer und Kajaker (Tagestour € 94, www.kayak-and-hike.com).

Chinesen beim Wellenreiten, jede Menge Eisdielen und dolce far niente am Sandstrand: Ins »Rimini Hongkongs«, die Shek-O-Bay und Big Wave Bay, kommt man bequem mit Metro und Bus (Metro Shau Kei, Exit 3, Bus 9 nach Shek-O).

Mach mal Pause! Selbst in der City gibt es Oasen der Ruhe. Im Hong Kong Park treffen sich die Chinesen gern zum Tai Chi oder Chi Gong. Ein plätschernder Wasserfall und das dichte Blätterdach des uralten Baumbestands schirmen den hektischen Alltag ab.

Besser nicht! Vorsicht beim Shoppen! Das vermeintlich günstige Kamera-Angebot entpuppt sich schnell mal als Reinfall, weil z. B. die Garantie nur in Hongkong gültig ist. Zudem machen Einfuhrumsatzsteuer und Zoll das Schnäppchen erheblich teurer. Achtung: Markenpiraterie ist mittlerweile auch in Hongkong verboten!

Variantenreich - Hongkong kulinarisch

Hongkong ist der Himmel für Genussmenschen. Wohl nirgends auf der Welt gibt es eine höhere Restaurantdichte, darunter allein 78 Feinschmeckertempel mit Michelin-Sternen. Und auch Budgeturlauber können hier erstklassige Gaumenfreuden genießen: Hummer (€ 20) und Nudeln mit Meeresfrüchten (€ 9) schmecken auch auf dem Nachtmarkt in der Temple Street in Kowloon, wo man auf kippeligen Plastikstühlen sitzt. Selbst die kleinen Fress-Ständchen in Tsim Sha Tsui oder Mon Kok, die mit Einbruch der Dunkelheit an allen Ecken aufgebaut werden, bieten leckere Snacks, z. B. frittierte Tintenfischchen am Spieß (€ 2,50). Spottbillig angeboten werden Nudelsuppen mit Ente, Huhn oder Shrimps (€ 5). Auch in zahlreichen Dim-Sum-Läden lässt sich günstig und variantenreich speisen (kleine Leckerbissen, Körbchen um € 4, davon braucht man etwa 2–3 Stück).

Die richtige Adresse für Fischliebhaber ist Lei Yue Mun, wo der Fisch grundsätzlich noch lebend ausgewählt und frisch zubereitet wird (ab € 25). Küchen aus aller Herren Länder finden sich in den schicken Ausgehvierteln von Lan Kwai Fong und Soho: Thai, Mexican, Pizza & Pasta, Argentinisch, Japanisch… hier gibt es alles – auch traditionelle Schlangenrestaurants. An den steilen Hängen von Hongkong Island stapeln sich die Restaurants geradezu, das Preisniveau variiert von geschenkt bis unverschämt.

REISE & PREISE-Restauranttipps

Dim Sum: Bei »Tim Ho Wan« in Sham Shui Poin Kowloon (9-11 Fuk Wing St) schmecken die gedämpften Köstlichkeiten aus dem Bastkörbchen sensationell (Korb um € 5). Nudelsuppen: Schnell serviert, lecker und günstig (€ 11) sind die Suppen beim Grillgans-Spezialisten »Yat Lok Barbecue« in Central/Lan Kwai Fong auf Hongkong Island (G/F, 34-38 Stanley St). Snacks: Immer rappelvoll ist das kleine Café »Lan Fong Yuen« mitten im Trubel von Central (2 Gage St). Die kleine Bude zaubert leckeren Milchkaffee, Tee und legendären French Toast (Kaffee und Teilchen € 4,50). Gourmetküche: Kantonesische Küche auf Sterne- Niveau verheißt das »Yan Toh Heen« im Hotel »Intercontinental«. TIPP Wer hier die superbe Pekingente (pro Stück € 150) essen möchte, muss 24 Stunden vorher bestellen. Bars: Eindeutig die beste Aussicht bietet die Bar »Ozone« im 118. Stock des Hotel »Ritz Carlton«, die asiatische Tapas, japanische Spezialitäten und klassische Drinks serviert – natürlich nicht ganz billig (Cocktail € 23,50). Die Bar »Felix« im legendären »Peninsula Hotel« wurde von Philippe Starck entworfen. Ein Muss sind nicht nur die grandiosen Drinks (ab € 15), sondern auch der Gang zur Toilette, denn das Pinkelpanorama ist legendär.

Autor: Norbert Eisele-Hein, REISE & PREISE 4-2016

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der Ausgabe 4-2016. Mit vielen praktischen Infos, tollen Fotos und detaillierten Preisangaben für die Reiseplanung.

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