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Blick von Pico auf die Nachbarinsel São Jorge.

Blick von Pico auf die Azoren-insel São Jorge.

Reisebericht AZOREN Tipps vom Landeskenner für den Urlaub auf den Azoren

Paradiesgrün, Smaragdgrün, Teeblattgrün. Meerblau, Azurblau, Hortensienblau. Grün und Blau, die Farben von Kaspers Frau, harmonieren auf dem Atlantikarchipel bestens. Genusswanderer und Ruhesuchende kommen hier auf ihre Kosten.

Auf den Azoren haben die vulkanischen Baumeister Landschaften geformt, bei denen einem immer wieder das Herz aufgeht. Von satten Wiesen grüßen Kühe, etwas weiter rauscht ein Wasserfall. Seen wie leuchtend blaue Augen betüpfeln das Hochland, Fumarolen wabern, Thermalwasser füllt kuschelige Becken. Man wandert zu weiten Kratern und entlang steiler Berge, die direkt ins Meer zu fallen scheinen. Und am Abend sitzt man da, trinkt ein Glas Pico-Wein und schaut aufs Meer, während eine Walschule vorüberzieht. Die Natur muss beste Laune gehabt haben, als sie die neun Inseln, eine hübscher als die andere, mitten im Atlantik zwischen Europa und Amerika platzierte. Aber nicht als engen Verbund. Rund 600 Kilometer liegen zwischen der östlichsten und westlichsten Insel des Archipels. Ganz im Osten befinden sich São Miguel und die kleine Schwester Santa Maria. Die Zentralgruppe besteht aus Faial, Pico, São Jorge, Terceira und dem überschaubaren Graciosa, ein echtes Landei. Die Westgruppe setzt sich aus den Inseln Flores und dem Zwerg Corvo zusammen. Beide stehen besonders gut im Saft. Hin und wieder regnet es dort so viel, dass man fast das Gras wachsen hört. Nach Flores und Corvo zieht es vor allem Azorenfortgeschrittene.

Lange Zeit war das Azorenhoch bekannter als die Inseln selbst. Inzwischen erleben die Azoren einen kleinen Boom, allen voran São Miguel. Wirklich auf die Füße tritt sich aber auch dort keiner. Auf den Dorfplätzen zelebrieren Rentner den Müßiggang, und Beschaulichkeit ist auch in den größeren Orten Trumpf. Warum? Weite Sandstrände mit Palmen? Fehlanzeige! Das Wetter? Mild, aber launisch. Diese Mixtur lässt die Massen wegbleiben und mit ihnen die Bettenburgen. Hierher kommt, wer beim Wandern auch mal nasse Zehen bekommen kann. Wer es hemdsärmelig mag und sein Bier lieber in der Dorfpinte als in einer aufgebrezelten Happy-Hour-Bar trinkt. Und wer sich am Wettlauf der Wolken und an einem Picknick neben Paradiesblumen mehr erfreuen kann als an einem ausladenden Hotelbüfett und Animation am Pool.

Zwei Urlaubsideen, jeweils in zwei bis drei Wochen durchführbar, stellt Ihnen REISE & PREISE auf den nächsten Seiten vor: den »Promi « São Miguel und die Inseln Faial, Pico und São Jorge von der Zentralgruppe, die prima per Fähre zu erhüpfen sind.

Landkarte Azoren

SÃO MIGUEL - DER INSELWESTEN

Königliche Aussicht und urbanes Flair

São Miguel ist die größte Insel der Azoren, von einem Riesen aber weit entfernt - Mallorca ist fünfmal größer. São Miguel ist zugleich die touristisch am besten aufgestellte Insel der Azoren. Keine andere kennt mehr Übernachtungsmöglichkeiten oder Restaurants. Und alle Naturschönheiten des Archipels sind hier vereint: wildromantische Höhenzüge mit glitzernden Seen, grasüberzogene Vulkankegel mit schwarz-weißen Kühen darauf, blubbernde Warmwasserquellen und - rar auf den Azoren - Sandbuchten zwischen imposanten Felsformationen. Im westlichen Inselinnern ist eines der großen Azoren-Highlights zu finden: der Miradouro Vista do Rei, eine Granate von einem Aussichtspunkt. Von dort fliegt der Blick über Hortensienhecken hinweg in die zwölf Kilometer umfassende Caldeira von Sete Cidades. Unten kuschelt sich ein Bauerndorf an zwei Seen, einer blau und einer grün. Höchster Schauwert, wenn das Wetter passt - nicht selten jedoch versteckt sich der Aussichtspunkt in einer Nebelsuppe. Dann nichts wie hinab an die Küste, zum Beispiel an den Lavastrand von Mosteiros (siehe »Top 5 der Strände« S. 36)! Keine schlechte Idee ist auch ein Bummel durch die hübschen Gassen des Inselmetropolchens Ponta Delgada, vorbei an schneeweißen Fassaden mit gusseisernen Balkonen, altehrwürdigen Kirchen und Klöstern, Palästen und Gärten. Am Abend sitzt man am besten da, wo alle sitzen: am Kreuzfahrtsterminal Portas do Mar, dem Place to be im Städtchen.

Ein  TIPP   dort: Im minimalistischen Ambiente des Restaurants »Anfiteatro« isst man zum Atlantikblick Genießergerichte wie Yamsschaumsüppchen mit Blutwurstbröseln (€ 6) oder geschmorten Oktopus (€ 18,50).

Nett gebettet
€€€ Das in einem historischen Stadthaus untergebrachte »Hotel Camoes« Pauschalreise buchen bietet klassischen Komfort, ein freundliches Lächeln und eine Toplage im Herzen Ponta Delgadas. www.hotelcamoes.com
€€€€ Das »Santa Barbara Eco-Beach Resort« Pauschalreise buchen hinter dem gleichnamigen Beach an der Nordküste ist das wohl lässigste Strandhotel der Azoren. Stylische Bungalows aus Lavastein und Naturholz, manche mit Hängematten auf der Terrasse. Mit Pool. www.santabarbaraazores.com

SÃO MIGUEL - DER INSELOSTEN

Vom Kratersee in den Thermalpool

Nein, man hat Ihnen keine Brille mit grünen Gläsern aufgesetzt! Auch der Osten São Miguels präsentiert sich im Smaragd-Look. Zum spektakulär auf 610 Höhenmetern gelegenen Kratersee Lagoa do Fogo mit seinen weißen Stränden führt ein schweißtreibender Wanderweg. Fußfaule fahren die Aussichtspunkte über dem See bequem mit dem Auto an.

Danach ist Zeit für eine Tasse Tee! Zwei kleine, von üppiggrünen Plantagen umringte Teefabriken gibt es an der Nordostküste: die Plantações de Chá Gorreana und Chá Porto Formoso. Hier kann man die Teeproduktion verfolgen, degustieren und einkaufen (100-Gramm-Päckchen Orange Pekoe € 3,50).

Wer von den Teefabriken auf schmalen Sträßchen weiter gen Osten tuckert, braucht zwar ein wenig Geduld, wird aber belohnt. Zahlreiche traumschöne Picknickplätze laden über der Steilküste zu einem Päuschen ein.

Den Hunger sollten Sie sich allerdings für Furnas aufheben, einem mit aristokratischen Villen durchsetzten, in einem weiten Kraterkessel gelegenen Thermalort. In Erdlöchern mit heißen, vulkanischen Schwefeldämpfen wird der Cozido zubereitet, ein deftiger Eintopf aus Fleisch, Wurst und Gemüse. Besonders gut schmeckt er im Restaurant »Vale das Furnas« (€ 14, Caminho das Queimadas). Zur Verdauung kann man eine Runde durch den Parque Terra Nostra (Eintritt € 8) drehen, eine zwölf Hektar große Grünanlage mit exakt 2.485 Bäumen aus aller Welt. Das Bonbon darin: ein charmant-nostalgischer Thermalpool mit rostbraunem, 38 Grad warmem Wasser.

Nett gebettet
€€€€ Das Vier-Sterne-Traditionshaus »Terra Nostra Garden Hotel« Pauschalreise buchen im gleichnamigen Park in Furnas kommt seit seiner letzten Generalsanierung im gelungenen Retro-Art-déco-Stil daher. www.ben saude.pt

INSELHOPPING AUF FAIAL; PICO; SÃO JORGE

Faial - Einer der schönsten Häfen der Azoren

Die drei Eilande Faial, Pico und São Jorge bilden das so genannten Triângulo, ein Dreieck, das sich mit der Fähre prima abklappern lässt. Ein Superlativ jagt hier den nächsten. Da wäre Faial mit seinem Inselhauptstädtchen Horta, einem der schönsten Häfen der Azoren und magischer Anziehungspunkt von abenteuerlustigen Seglern auf ihrem Weg zwischen der Karibik und Europa. An der Mole verewigen sich die Seebären mit kunterbunten Murals, in der  TIPP    Kultkneipe »Peter Café Sport« an der Uferstraße betrinken sie sich mit dem hausgebranntem Gin do Mar(Gin mit einem Hauch Maracuja, € 2,90). Der Kater macht so manchem Segler einen Strich durch die Inselrundfahrt am nächsten Tag. Schade, denn Faial ist atemberaubend! In der Mitte des Eilands kann man eine spektakuläre Caldeira umwandern, vorbei an teils meterhohen Hortensienhecken. An seiner Westspitze wiederum sieht Faial aus, als wäre der Mond auf die Erde gefallen. Die vegetationslose Staubwüste an der Ponta dos Capelinhos entstand durch den Ausbruch des Vulkans Capelinhos (1957/58). Ein architektonisch überaus spannendes, unterirdisch (!) angelegtes Informationszentrum erinnert daran (Eintritt € 10).

Nett gebettet
FLAIR €€€ Das Gästehaus »Estrela do Atlântico « in Horta bietet fünf liebevoll und individuell gestaltete Zimmer. Großer Garten mit kleinem Pool, hilfsbereite deutsche Hausherrin. www.edatlan tico.com

SÃO Jorge -Die ganze Insel ein Aussichtspunkt

Auf São Jorge spielt die Natur so richtig Drama- Queen. 56 Kilometer lang, acht Kilometer schmal und 1.000 Meter hoch ist dieses Eiland mit ganz großem Landschafts- und Küstenkino. Die Azoren der Bildbände tun sich hier auf. Eine Besonderheit der Insel sind ihre Fajãs, abgeschiedene Siedlungen auf Ebenen zu Füßen der Steilküsten. In ihrem Mikroklima gedeihen selbst Bananen und Kaffee. Manche der 46 Fajãs von São Jorge kann man nur per pedes erreichen. Zu anderen führen Haarnadelkurvensträßchen vorbei an Aussichtspunkten mit Bluthochdruckgarantie. Sie lesen es vielleicht schon heraus: São Jorge muss man sich erarbeiten. Vor allem der, der die Wanderschuhe festzurrt und losstiefelt, wird der ganzen Schönheit von São Jorge auf den Zahn fühlen. Dann begegnet man im Hochland auch der einen oder anderen Kuhherde, die die Grundlage für den Queijo de São Jorge liefern, das kulinarische Aushängeschild der Insel. Der Rohmilchkäse gilt als der beste der Azoren (400 g ab € 5,50) - zum Niederknien! Kaufen kann man ihn nicht nur im verschnarchten Inselhauptort Velas, sondern überall auf den Azoren.

Nett gebettet
Im »Guesthouse Jardim do Triângulo« Pauschalreise buchen an der Südküste von São Jorge wohnt man in schlicht-netten Bungalows mit herrlichen Meerblickterrassen. Drum herum ein paradiesischer Garten. www.ecotriangulo.com

Pico - Wale, Wein & ein Wahnsinnsberg

Pico, die Insel, und Pico, der Berg. Ein Berg, wie ihn Kinder malen. Der 2.351 Meter hohe, majestätische Vulkan ist auf Pico allgegenwärtig. Auch wer ihn nicht besteigt (siehe Seite 38), kann auf der Insel so einiges erleben. Zu Füßen des Berges breiten sich weite Weinanbaugebiete aus, die es gar auf die UNESCO-Welterbeliste geschafft haben. Die Trauben gedeihen in von Lavasteinwällen abgetrennten Parzellen, dazwischen liegen kleine Weinkeller. Wer die süffigen Inselweine degustieren und kaufen möchte, kann dies in der Cooperativa Vitivinícola da Ilha do Pico im Hauptstädtchen Madalena tun (Flasche ab € 6, Avenida Padre Nunes da Rosa).

 TIPP    Gleich ums Eck lohnt das populäre Fischrestaurant »Ancoradouro« einen Besuch. Besser als auf der baumbestandenen Meerblickterrasse kann ein Arroz de Marisco (Reis mit Meeresfrüchten, € 16) kaum schmecken (Rua Rodrigo Guerra 7). Kein Urlaub auf Pico zudem ohne Whale-Watching-Ausfahrt. War das Städtchen Lajes do Pico früher die Hochburg der Walfänger, so ist es heute ein Mekka der Walbeobachter. Die Chancen, den friedlichen Meeressäugern ins Auge zu blicken, sind auf den Azoren enorm hoch - also nichts wie rauf aufs Boot! Eine garantiert naturverträgliche Ausfahrt kann man mit dem Team von Espaço Talassa aus Lajes do Pico unternehmen (3 Std., € 64, ww.espacotalassa. com). Ein Erlebnis mit Gänsehautfaktor!

Nett gebettet
€€ Das Zehn-Zimmer-Hotel »Whale? come ao Pico« an der Uferstraße von Lajes do Pico ist gemütlich und recht jugendlich eingerichtet. Mit Restaurant. www.espacotalassa.com.

 TIPP    Die Top 5 der Strände

São Miguel: Die besten Badeplätze der Azoren

Auf zehn Kilometer Küstenlänge kommen auf São Miguel etwa 400 Meter Sandstrand. Das ist nicht viel, aber immerhin mehr als auf jeder anderen Azoreninsel. Die schönsten Strände São Miguels im Überblick:

1. PRAIA
Praia heißt »Strand«. Genau genommen sind es zwei Sandstrände, die sich nahe der Siedlung Praia im Süden São Miguels erstrecken. Rettungsschwimmer passen auf.

2. BAIXA DA AREIA
Eine Schönheit von einer Sandbucht nahe dem Örtchen Caloura, ebenfalls im Süden der Insel. Mit Snackbar und Sanitäranlagen.

3. PRAIA DE SANTA BÁRBARA
Sand und Surf. Hinter dem einen Kilometer langen Strand an der Nordküste ragen Klippen auf, davor toben sich die Surfer aus. Die Strandbar »Tuká Tula« serviert klasse Grillfisch (Fischplatte € 17,50).

4. PRAIA DOS MOINHOS
Eine kleine Sandbucht, dahinter ein paar malerisch ineinander verschachtelte Häuser. Ebenfalls an der Nordküste.

5. MOSTEIROS
Die beste Bademöglichkeit der Westküste: Der Sand ist hier lavaschwarz und das Meer davor dank warmer Unterwasserquellen leicht angeheizt.

AZOREN FÜR AKTIVE - Wandern im Triângulo

Der Ausblick vom Gipfel des Pico lässt einem schier den Atem stocken: Alle fünf Inseln der Zentralgruppe liegen einem von dort zu Füßen. Aber nicht nur die Picobesteigung bietet spektakuläre Ausblicke, fast alle Wanderwege der Azoren begeistern durch faszinierende Landschaftsszenerien. Rund 80 markierte Wanderwege gibt es auf allen neun Inseln. Auf Faial, Pico und São Jorge sind es rund 30 Touren. Auf http://trails.visitazores.com/de kann man sich GPS-Daten, Wanderkarten und die deutschsprachigen Wegbeschreibungen herunterladen und ausdrucken. Die Seite gibt auch Auskunft über gesperrte Wanderwege - der azoreanische Wetterzirkus sorgt nicht selten für gefährliche Hangrutsche.

Die Wanderhighlights des Triângulos

DER ZEHN-VULKANE-TRAIL AUF FAIAL
(Trilho dos Dez Vulcões, 20 km, 7 Std.): Einer der attraktivsten Wanderwege des Archipels. Vom Kraterrand der Caldeira auf knapp 1.000 m ü. d. M. geht es an zehn Vulkankratern vorbei hinab zur Küste.

BESTEIGUNG DES PICO
(7,6 km hoch und runter, je nach Kondition in 5-8 Std. machbar): 1.120 Höhenmeter müssen zur Besteigung des höchsten Bergs Portugals bewältigt werden. Das ist zwar anstrengend, aber für jeden, der auch mal kniehohe Schritte machen kann, zu bewältigen.

SÃO JORGE: VON DER SERRA DO TOPO IN DIE FAJÃ DOS CUBRES
(10 km, 2½ Std.): Ein Azorenklassiker mit Wahnsinnsküstenblicken vorbei an der Caldeira de Santo Cristo, einem verträumten Örtchen, das nur zu Fuß oder per Quad zu erreichen ist.


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Autor: Michael Bussmann, REISE & PREISE 2-2018

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