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Passagiere warten am Airport: Angesichts der Ebola-Epidemie kontrollieren die Behörden in Westafrika den Flugverkehr inzwischen streng

Passagiere warten am Airport: Angesichts der Ebola-Epidemie kontrollieren die Behörden in Westafrika den Flugverkehr inzwischen streng

Foto: Jan Woitas

Ebola-Infektion Angst im Flugzeug ist unbegründet

Trotz Ebola nach Afrika fliegen? Die Gefahr, sich im Flugzeug mit der Krankheit zu infizieren, sei sehr gering, sagt Prof. Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin. Behörden und Airlines kontrollieren streng.

Flugreisende müssen keine Angst haben, sich an Bord eines Flugzeugs mit Ebola zu infizieren. »Selbst wenn sie sich in einen Sitz hineinsetzen, auf dem ein Ebola-Kranker saß, ist eine Ansteckung höchst unwahrscheinlich«, sagt Prof. Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin (CRM). Das Virus könne außerhalb des menschlichen Körpers nicht lange überleben. Hinzukommt, dass es im Frühstadium der Erkrankung kaum übertragbar sei, sondern erst, wenn akute Symptome auftreten. Und in diesem Fall sei es wiederum sehr unwahrscheinlich, dass ein Erkrankter überhaupt an Bord einer Maschine gelassen wird.

 
Tatsächlich kontrollieren die Behörden in Westafrika den Flugverkehr angesichts der Ebola-Epidemie mittlerweile streng. Passagiere, die etwa über Monrovia oder Freetown ausreisen wollen, werden an den Flughäfen auf ihre Körpertemperatur geprüft. Wenn Infizierte überhaupt an Bord eines Flugzeug kommen, dann in der Regel, bevor sie Krankheitssymptome zeigen. Zuletzt war ein Ebola-infizierter Mann aus Liberia mit einem Flugzeug in die USA eingereist. Die Krankheit wurde erst in den Vereinigten Staaten diagnostiziert.
 
»Es kann sein, dass eine Maschine, die wir für Monrovia eingesetzt haben, danach zum Beispiel nach Kinshasa oder in die USA fliegt«, erklärt Wencke Lemmes, Sprecherin von Brussels Airlines. Dazwischen werde sie gründlich gereinigt. Etwa 90 Prozent der Langstreckenflüge der belgischen Fluggesellschaft gehen nach Afrika. Monrovia, Freetown und Conakry, die im derzeitigen Ebola-Gebiet liegen, stehen weiter auf dem Flugplan. »Das Risiko liegt nie bei Null, aber wir fliegen die betroffenen Länder weiter an, solange unsere täglichen Evaluierungen es zulassen«, so Lemmes.
 
Eine theoretische Gefährdung bestehe für einen anderen Passagier höchstens, wenn ein Infizierter direkt während des Fluges richtig krank werde, sagt Jelinek. »Aber selbst dann müsste er sich regelrecht in meinen Schoß erbrechen«, erklärt der Tropenmediziner. Ebola wird nicht durch Tröpfcheninfektion übertragen, sondern durch den direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten.
 
Air France hat nach eigenen Angaben strikte Maßnahmen vorgesehen, wenn ein verdächtiger Fluggast an Bord entdeckt wird. Ähnlich bei Brussels Airlines: Zeige ein Passagier während des Flugs Symptome, werde er isoliert und das Flugzeug unter Quarantäne gesetzt, sagt Lemmes. Ist eine Person schon beim Einchecken sichtlich krank, aber ohne erhöhte Temperatur, dürfe sie erst nach einer medizinischen Untersuchung mitfliegen.

(07.10.2014, dpa)

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