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Die führenden Reiseveranstalter nehmen Reisen nach Ägypten und Tunesien wieder auf.

Die führenden Reiseveranstalter nehmen Reisen nach Ägypten und Tunesien wieder auf.

Foto: dpa

Ägypten und Tunesien Reisen wieder möglich

Ägypten und Tunesien kehren nach den wochenlangen Unruhen als Reiseziele in die Veranstalterprogramme zurück. Nun entfallen auch die kostenlosen Stornierungen.

Mit der Rewe-Pauschaltouristik und Studiosus haben weitere Unternehmen angekündigt, Touren nach Nordafrika wieder aufzunehmen. Die Rewe mit den Marken ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg will am 22. Februar die ersten Urlauber nach Tunesien fliegen, am 1. März wird auch Ägypten wieder angeflogen. Studiosus nimmt am 26. März zumindest ein eingeschränktes Tunesien-Programm wieder auf.

Mit den ersten Abflügen von Chartermaschinen auf die Insel Djerba und nach Enfidha auf dem tunesischen Festland ist die Rewe-Touristik am 22. Februar der erste große deutsche Reiseveranstalter, der in das nordafrikanische Land zurückkehrt. Am Montag (14. Januar) hatte Thomas Cook mit der Hauptmarke Neckermann angekündigt, die erste Maschine nach Djerba am 28. Februar starten zu lassen. Für Ägypten würden derzeit Gespräche mit Fluggesellschaften und Hotels geführt, um Kapazitäten zu sichern.

Die Tui lässt Gäste vom 1. März an wieder nach Tunesien reisen. Auch Nilkreuzfahrten werden wieder ins Programm aufgenommen. Das Angebot werde vorerst nicht komplett buchbar sein, es soll aber langsam hochgefahren werden, erklärte eine Sprecherin.

Wer eine Ägypten- oder Tunesien-Reise im Zeitraum bis Mitte April bereits gebucht hat und nicht mehr reisen möchte, kann bei den drei Rewe-Marken weiterhin kostenlos umbuchen, sagte ein Firmensprecher in Köln. Ebenso hatten sich Tui und Thomas Cook geäußert. Urlauber mit Umbuchungswunsch müssen sich bis Ende Februar melden.

Studiosus hat in seinem Tunesien-Programm diejenigen Touren wieder aufgelegt, die sich auf den Golf am Hammamet und Tunis konzentrieren, sagte ein Firmensprecher in München. In den Süden des Landes bringe das Unternehmen seine Reisegruppen weiterhin nicht. Auch bei Ägypten wolle Studiosus zunächst abwarten. Ins Land der Pyramiden hat der Studienreisen-Spezialist derzeit die Touren bis 15. März abgesagt.

Vorausgegangen war den Entscheidungen der Reiseveranstalter eine Entschärfung des Reisehinweises durch das Auswärtige Amt, das nach der Stabilisierung der Sicherheitslage in den Sicherheitshinweisen zu Tunesien und seinen Sicherheitshinweisen zu Ägypten jetzt nicht mehr generell von Reisen in diese Länder abrät. Von »nicht dringend erforderlichen Reisen nach Kairo, Alexandria und Suez« rät das Ministerium weiter ab. Reisen in die Urlaubsgebiete am Roten Meer seien aber wieder möglich. Zu den beliebtesten Ferienort dort zählen Hurghada und Scharm el Scheich. Aufenthalte in Tunesien sollten zunächst auf die Stadt Tunis, Badeorte am Mittelmeer und Djerba beschränkt werden, rät das Ministerium.

Damit ändern sich auch die rechtlichen Bedingungen für Urlauber: Wer eine Ägyptenreise gebucht hat, aber nicht fliegen will, kann nicht mehr auf kostenloses Stornieren pochen. Es sei nun deutlich schwieriger, von einem Reisevertrag zurückzutreten, sagte Prof. Ernst Führich. Will ein Kunde von der Reise zurücktreten und keine Stornokosten bezahlen, kann er sich im Fall von politischen Unruhen am Reiseziel auf höhere Gewalt berufen. »Nun muss er allerdings glaubhaft machen, dass die Reise tatsächlich beeinträchtigt sein würde.«

Größere Veranstalter bieten weiterhin kostenlose Umbuchungen an. Kleinere Veranstalter, die auf Ägypten spezialisiert sind, könnten das häufig nicht und verlangten Stornogebühren, sagte Führich. Eskaliert der Streit mit dem Veranstalter und landet er vor Gericht, ist der Kunde nachweispflichtig. Chancen mit seiner Position durchzukommen, gebe es zwar nicht erst dann, wenn klar ist, dass die Reise komplett undurchführbar sein wird. Wie ein Gericht im Einzelfall entscheiden würde, sei aber schwer vorhersagbar.

(15.02.2011 dpa/tmn)

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