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Leer ist der Luftraum derzeit trotz Corona nicht

Leer ist der Luftraum derzeit trotz Corona nicht

TROTZ CORONA-KRISE Viel Verkehr am deutschen Himmel

Durch den Ausbruch des Corona-Virus ist der zivile Luftverkehr in Deutschland nahezu zum Erliegen kommen. In den vergangenen Wochen sanken die Verkehrszahlen um bis zu 90 Prozent.

Leer ist der Luftraum aber nicht – neben Rückholflügen finden derzeit vor allem Frachtflüge statt, die in den Kontrollzentralen und Towern der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH kontrolliert werden. Ein wichtiger Beitrag zur Grundversorgung von Menschen und Wirtschaft und zur Aufrechterhaltung wichtiger Produktionsketten, u.a. werden medizinische Güter und Atemschutzmasken auf dem Luftweg angeliefert.

An den großen deutschen Frachtflughäfen herrscht aktuell mehr Verkehr als an anderen Airports in Europa, wenn auch auf niedrigem Niveau. Spitzenreiter mit mehr als 200 Starts und Landungen ist derzeit der Frankfurter Flughafen. Mit 190 Flugbewegungen fast gleichauf liegt der zweitgrößte Frachtflughafen Leipzig, an dem der Expressdienstleister DHL sein Europa-Drehkreuz unterhält. Auch der Flughafen Köln/Bonn, der einen hohen Anteil an Luftfracht hat, gehört aktuell zu den verkehrsreichsten europäischen Flughäfen.

Daneben kommt es aktuell zu einem vermehrten Aufkommen von Mess- und Fotoflügen. Bislang war das wegen der hohen Verkehrsdichte nur selten möglich, doch nun ist Platz am Himmel. Die bei Fotoflügen gewonnenen Daten werden benötigt für die Erstellung von Katastern sowie zur Entwicklung von Gelände- und Oberflächenmodellen. Darüber hinaus sind viele Flüge mit speziellen Thermal- oder Laserscannern zur Überprüfung von Stromtrassen oder Gasleitungen unterwegs. Bei diesen Flügen werden große Areale rasterförmig abgeflogen (siehe beigefügte Darstellung). Viele dieser Flüge, insbesondere Mess- und Fotoflüge, werden von Anliegern deshalb als „ungewöhnliche Flugbewegungen“ wahrgenommen.

Auch die DFS benötigt regelmäßige Messflüge, um ihre Navigations- und Radaranlagen zu überprüfen und die Instrumentenlandesysteme an den größeren internationalen Flughäfen zu vermessen. Normalerweise finden solche Messflüge nachts statt. In den der aktuellen, verkehrsarmen Zeit können sie nun auf den Tag verlegt werden.

Privat- und Sportflieger nutzen ebenfalls verstärkt den derzeit wenig frequentierten Luftraum. Daher sind momentan viele kleinere, vornehmlich propellergetriebene Flugzeuge am Himmel zu sehen. Alle diese Flüge haben gemeinsam, dass sie nach sogenannten Sichtflugregeln (VFR = visual flight rules) erfolgen. Sie unterliegen der Luftverkehrsordnung und werden von der Flugsicherung nicht geführt: Die Piloten müssen selbst für ausreichend Abstand zu Hindernissen, anderen Flugzeugen und Wolken sorgen. Die meisten dieser Flüge finden im unkontrollierten Luftraum und daher in niedrigeren Höhen statt.

Wie viele von der DFS kontrollierte Flüge sind aktuell am Himmel über Deutschland unterwegs? Die DFS hat „Stanly_Track“, das Tool zur Luftlagedarstellung, deutlich verbessert. Bislang zeigte Stanly-Track schon die Nahverkehrsbereiche der internationalen Verkehrsflughäfen, nun wurde es auf den gesamten deutschen Luftraum erweitert. Im Live-Modus wird der aktuelle Verkehr angezeigt, das Tool kann aber auch Vergangenheitsdaten liefern. Aus den Flugdaten der jeweils letzten 14 Tage können mittels eines Menüs weitere Informationen gefiltert werden.

Zum Stanly Track: www.dfs.de

(16.04.2020, rp)

 

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