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Wie Ameisen auf einem gigantischen Sandhaufen: Wanderer steigen auf die »Düne 45« im Namib-Naukluft-Park

Wie Ameisen auf einem gigantischen Sandhaufen: Wanderer steigen auf die »Düne 45« im Namib-Naukluft-Park

4000 KILOMETER NAMIBIA

Auf Spurensuche im Safariparadies

Ein Besuch bei den letzen Hirtennomaden im Damaraland, Löwen, Elefanten und Giraffen im Etosha-Park, die gewaltigen Sanddünen in der Namib, fantastische Trekkingtouren im Fish River Canyon. Wer Namibias Höhepunkte hautnah erleben möchte, erfährt und erwandert sie auf dieser 4.000 Kilometer langen Traumrunde.

Schon bei unserer ersten Begegnung mit den Himba ist uns wohl die Kinnlade nach unten gefallen. Plötzlich stand die Himba-Mutter, ihr Baby auf den Rücken gebunden, vor uns. Mitten im Supermarkt von Khorixas. In der Reihe mit Müsli, Konserven und Kindernahrung. Barfuß und barbusig.

Die Himba, eines der letzen halbnomadischen Völker, leben im abgelegenen Kaokoveld im nördlichen Namibia, in einer kargen Landschaft, halten Rinder, Ziegen und Schafe. Sie sind noch immer ihren uralten Traditionen verbunden. Die Frauen verhüllen ihre Brüste nicht und reiben ihre Körper mit einer Paste aus Rotholzpulver und Fett ein. Auffällig ist auch, dass Männern wie Frauen untere Schneidezähne fehlen. Diese werden im Kindesalter ausgeschlagen… ein schmerzhaftes Schönheitsideal.

Völlig abgeschottet von der Gegenwart – und vom Tourismus – leben aber auch die Himba nicht mehr. Auf dem Gelände der »Rustig Toko Lodge« bei Kamanjab hat sich ein komplettes Himbadorf angesiedelt – das man gegen einen Eintrittspreis von rund zwölf Euro besichtigen kann. Besucher können den Frauen bei der Herstellung des immens wichtigen Ockers zusehen. Oder wie sie ihren mächtigen Körperschmuck aus Leder, Schrauben und Nieten herstellen, sich gegenseitig bei den enorm aufwändigen Frisuren helfen. In den kleinen Rundhütten wird auch gezeigt, wie die Himba auf traditionelle Weise Feuer machen – obwohl auch sie natürlich längst Feuerzeuge haben. Auf einer der mit Stampflehm und Kuhdung abgedichteten Rundhütten liegt auch ein kleines Solarpanel von chinesischen Wanderhändlern, womit gerade ein Mobiltelefon aufgeladen wird. Auf einer Wäscheleine hängt ein Fußballtrikot vom »FC Barcelona«, das einem der Kinder gehört, die bereits in die örtliche Schule gehen. Der Besuch im Dorf hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Werden die Himba als Fotoobjekte instrumentalisiert? Vermarkten sie sich selbst? Lodge-Betreiber Nico Potgieter er klärt: »Wir arbeiten eng mit den Himba zusammen. Von dem Eintrittspreis kaufen wir Lebensmittel und stellen die medizinische Versorgung sicher«.

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