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Belize in Mittelamerika, Land der Höhlen

Belize in Mittelamerika, Land der Höhlen (Foto: Wikimedia Commons, Yourexhalekiss)

Belize Das Maya-Land am Rande der Karibik

Reisen nach Belize in das Maya-Land und dort das unbekannte Mittelamerika kennenlernen. Abstiege in die Unterwelt der Maya sorgen für Gänsehaut, Besuche bei den Nachfahren der Maya sind ein Erlebnis. Und das Karibikfeeling kommt auch nicht zu kurz: Von den Cayes geht’s auf Schnorcheltour zum Belize Barrier Reef, dem zweitgrößten Korallenriff der Welt. Ein Reisebericht über Belize.

Wir schwimmen in die Höhle hinein. Das Wasser ist kalt, das Becken tief. Mit Stirnlampen, festen Schuhen und wasserdichten Säcken ausgestattet, geht es nun zu Fuß weiter. Licht und angelegte Pfade gibt es in Actun Tunichil Muknal nicht. Die Wanderung ins Höhleninnere führt durch einen unterirdischen Fluss. Klatschnass klettern wir über riesige Steine und schlüpfen durch Felsspalten. Nach 30-minütigem Marsch bittet uns unser Führer Mike, die Stirnlampen für einen Moment zu löschen. Es wird stockdunkel und gespenstisch still. Wir hören nur noch das leise Plätschern des Flusses und dann Mikes unerwartetes, geheimnisvoll-geflüstertes »Welcome to Xibalbá«. Für die prähispanischen Maya galt Actun Tunichil Muknal als Eingang in die Unterwelt Xibalbá, wo nach ihren Vorstellungen Götter und verstorbene Ahnen lebten.

Auf demselben Weg wie wir stiegen sie vor vielen hundert Jahren in die Tropfsteinhöhle hinein, um heilige Rituale zu zelebrieren. Die Hauptkammer ist geschmückt mit bizarren Stalaktiten und monumentalen Stalagmiten, zu deren Füßen Keramikscherben und kalzitverkrustete Skelette liegen. Zwischen 700 und 900 n. Chr. baten die Maya in dem weitläufigen Höhlenraum ihre Götter um Regen, Jagdglück und eine gute Ernte. Sie entzündeten Kopalharz, opferten Chilischoten, Kakaobohnen – und Menschen. In Actun Tunichil Muknal wurden die sterblichen Überreste von 14 geopferten Kindern und Erwachsenen gefunden. Am bekanntesten ist die Crystal Maiden, das perfekt erhaltene Skelett eines Mädchens.

Alle prähispanischen Funde liegen an den Stellen, an denen sie im Jahr 1989 entdeckt wurden. Auf Strümpfen betreten wir die Hauptkammer und bewegen uns vorsichtig zwischen Tongefäßen, Totenschädeln und skurrilen Kalksteinformationen. Es gibt keine Glaswände oder Zäune, die uns von Artefakten und Knochengerüsten trennen. Actun Tunichil Muknal zählt zu den beeindruckendsten archäologischen Stätten der Welt. Außerdem ist die Höhlentour eine der abenteuerlichsten Exkursionen, die man auf Reisen nach Belize machen kann.


 

Maya-Tempel - Ruinenstätten über dem Dschungeldach

Tempel in Lamanai im Maya-Land Belize

Tempel in Lamanai im Maya-Land Belize (Foto: Wikimedia Commons, Darcy McCarty)

Die ersten Maya besiedelten das Gebiet des heutigen Belize vor mehr als 4.000 Jahren. Sie waren zwischen 200 und 900 nach Christus auf dem Höhepunkt ihrer Macht und erbauten prächtige Städte wie Lamanai, Caracol und Xunantunich. Von Belizes prähispanischen Ruinenstätten gefällt uns Lamanai am besten, weil schon die Anfahrt auf dem Dschungelfluss New River ein tolles Erlebnis auf Reisen nach Belize darstellt. Unser Führer Manuel ist nicht nur ein sicherer Bootschauffeur, sondern auch ein hervorragender Tierbeobachter. Während der 90-minütigen Bootsfahrt macht er uns aufmerksam auf moskitofressende Fledermäuse, Grüne Leguane und reglos im Wasser liegende Krokodile. Brüllaffen stopfen sich gierig Blätter ins Maul, während Klammeraffen in den Baumkronen herumtollen und Fischadler über uns kreisen.

Lamanai liegt im dichten Dschungel am Ufer der New River Lagoon. Mit 38 Metern überragt der Hohe Tempel das Blätterdach des Regenwaldes. Wir klettern auf Lamanais höchstes Gebäude und haben einen atemberaubenden Blick über die Urwaldriesen und Ruinenstätte. Einst wohnten 30.000 Menschen hier, wobei der sakrale Bereich dem Adel vorbehalten war. In den Steinpalästen regierten die Herrscherfamilien. Die maskengeschmückten Tempel dienten den Priestern für ihre Zeremonien. Auch Mathematiker, Astronomen und Architekten arbeiteten in Zentrumsnähe unter privilegierten Bedingungen. Das einfache Volk dagegen musste Tribut leisten und lebte als Bauern weiter entfernt in palmblattbedeckten Hütten. Im Gegensatz zu den meisten anderen Maya-Stätten war Lamanai noch bewohnt, als die Spanier im 16. Jahrhundert nach Mittelamerika kamen und die Urbevölkerung unterwarfen.

Mittelamerika erleben - Zu Gast bei Maya-Familie Peck

In Belize ist Maya-Kultur lebendig geblieben.

In Belize ist Maya-Kultur lebendig geblieben (Foto: Wikimedia Commons, Whimple at wts.wikivoyage-old.org)

Belize ist das zweitkleinste Land Mittelamerikas. Elf Prozent seiner Bevölkerung sind Nachfahren der prähispanischen Maya. Die meisten wohnen auf dem Land und leben von dem, was ihnen Mutter Erde schenkt. Einen tollen Einblick in das Leben der heutigen Maya gibt im Toledo Destrict das Maya Village Homestay Network. In drei kleinen Gemeinden haben Touristen auf Reisen nach Belize die Möglichkeit, bei Maya-Familien zu übernachten und an ihrem Alltag teilzunehmen. Wir sind zu Gast bei Familie Peck in San José. Die Einwohner des 700-Seelen-Dorfes gehören dem Volk der Mopan-Maya an und sind Kakaobauern. Familie Peck lebt in einem palmblattbedeckten Holzhaus und stellt uns das Kinderzimmer zur Verfügung. Im Freien gibt es ein Plumpsklo und einen Fluss für die Morgentoilette. Sauberes Wasser kommt aus einem Hahn am Haus und ist nur zum Trinken, Kochen und Zähneputzen da.

Mr. Peck nimmt uns auf sein Kakaofeld mit. An den Stämmen der Kakaobäume wachsen gelb-rote Kakaofrüchte, die er mit einem scharfen Messer abschneidet. Wir helfen beim Aufschlagen der geernteten Früchte, in denen sich 20 bis 50 Kakaobohnen befinden. Zurück im Dorf werden die Bohnen in einen Fermentationskasten gegeben, wo sie innerhalb sechs Tagen den Schokoladengeschmack entwickeln. Mr Peck trocknet die fermentierten Bohnen in der Sonne und verkauft sie dann in Punta Gorda an die Fairtrade-Kooperative TCGA. Bereits die prähispanischen Maya kannten den Kakaobaum. Sie verwendeten Kakaobohnen als Zahlungsmittel und konsumierten Schokolade als bitteres Getränk. Der Kakaotrank galt als heilig und war deshalb dem Adel vorbehalten.

In der typischen Maya-Familie ist die Frau für den Haushalt verantwortlich. Während wir auf dem Kakaofeld waren, hat Mrs. Peck gekehrt, im Fluss Wäsche gewaschen und gekocht. Auf uns wartet ein Maisteig. Mrs. Peck lehrt uns, daraus runde Fladen zu formen, die über dem offenen Feuer gebacken werden. Tortillas sind in Belize ein Grundnahrungsmittel. Dazu gibt es Huhn, Bohnen und Reis. Leider können wir uns mit Mrs. Peck kaum unterhalten, da sie Mopan und nur gebrochen die belizische Landessprache Englisch spricht. Auch mit Töchterchen Criselda läuft die Kommunikation vor allem über Gestik und Mimik. Die Kleine weicht kaum von unserer Seite, flechtet meine Haare, turnt auf Michael herum und zeigt uns ihre Schulhefte. Zwar müssen wir auf Privatsphäre und Strom verzichten, dafür erfahren wir sehr viel über das traditionelle Leben der Maya. Und Familie Peck hat Dank des Homestay-Programms die Möglichkeit, zusätzlich zum Kakaoverkauf ein bisschen Geld zu verdienen.

Für uns war der Aufenthalt bei der Familie ein absolutes Highlight bei der Reise nach Belize. Nun steht am Schluss der Reise Entspannung auf dem Plan. Ideal dafür sind die belizischen Cayes, über 100 Koralleninseln im Karibischen Meer.

Das andere Mittelamerika - Mennoniten-Gemeinde Shipyard

Mennoniten auf dem Heimweg vom Shopping, Shipyard, Belize

Mennoniten auf dem Heimweg vom Shopping, Shipyard, Belize (Foto: Flickr.com, Marc Veraart)

Sie sind blond und blauäugig. Die Männer tragen Latzhosen und einen Strohhut, die Frauen hübsche, altertümliche Kleider. Sie sprechen weder Englisch noch Spanisch, sondern Plautdietsch, eine westpreußische Varietät des Niederdeutschen. In Belize leben deutschstämmige Mennoniten, eine evangelische Glaubensgemeinschaft, die staatliche Einmischung in ihre Angelegenheiten, Kriegsdienst und die Kindstaufe ablehnen. Wegen ihrer Prinzipien waren sie häufig zur Auswanderung gezwungen. Nach 200-jähriger Odyssee fanden in den 1950er Jahren 4.000 Mennoniten in Belize ein neues Zuhause.

Im Orange Walk District kann man die abgelegene Mennoniten-Gemeinde Shipyard mit dem Mietauto oder einem Touranbieter besuchen – eine Reise in die Vergangenheit. Da die Mennoniten modernen Komfort ablehnen, haben sie weder Fernseher noch Computer und nützen Pferde-Einspänner zur Fortbewegung. Sie arbeiten hart und bewirtschaften als erfolgreiche Bauern riesige Ländereien. Wir erkennen uns gegenseitig problemlos als Deutsche. In der Eisenwarenhandlung kommt es zum Gespräch: Lachend versuchen wir, Plautdietsch zu verstehen, und die Mennoniten fordern uns auf, auf Hochdeutsch von Deutschland, der Heimat ihrer Vorfahren, zu erzählen. Die Kinder sind vor allem von Michael angetan. Verstohlen beobachten sie ihn: Er ist zwar blond und blauäugig wie sie, trägt aber seltsam-funktional-moderne Outdoorkleidung …

Hotels: Von der Hütte bis zur Luxuslodge

Traumstrände auf den Cayes von Belize

Traumstrände auf den Cayes von Belize (Foto: Wikimedia Commons, Walter Rodriguez)

SAN IGNACIO
In Belize gibt es Unterkünfte für jeden Geschmack, von der einfachen Hütte über Gästehäuser bis hin zu Luxuslodges. San Ignacio ist idealer Ausgangspunkt für den Besuch der Höhle Actun Tunichil Muknal sowie der Maya-Stätten Caracol und Xunantunich.
»Casa Blanca Guest House« €€ Das familiär geführte »Casa Blanca Guest House« hat acht saubere, gemütliche Zimmer.
»Martha’s Guesthouse« €€ »Martha’s Guesthouse« bietet sehr viel Atmosphäre, Gemeinschaftsräume zum Plaudern und elegant eingerichtete Zimmer.
»San Ignacio Resort Hotel« €€€€ Etwas außerhalb liegt das luxuriöse »San Ignacio Resort Hotel«, in dem Queen Elizabeth II 1994 und 2006 logierte. Zum Resort gehören ein Pool, 5,6 ha Wald und eine Leguan-Aufzuchtstation.

ORANGE WALK TOWN
Orange Walk Town ist idealer Ausgangspunkt für Lamanai und die Mennoniten-Gemeinde Shipyard.
»Hotel de la Fuente« €€ Alle Zimmer im freundlichen, zentral gelegenen »Hotel de la Fuente« haben AC, WiFi, TV, Kaffeemaschine und Kühlschrank.
»Lamanai Outpost Lodge« € Die »Lamanai Outpost Lodge« liegt an der New River Lagoon und ist mit AC, WiFi und TV ausgestattet. Geschlafen wird in 16 eleganten Holzhütten, angeboten werden Ausflüge zur Ruinenstätte Lamanai, Kanutouren und Dschungelwanderungen.

PUNTA GORDA
Punta Gorda ist idealer Ausgangspunkt für einen Besuch der Maya-Dörfer im Toledo District.
»Nature’s Way Guest House« € Beliebt bei Travellern ist das »Nature’s Way Guest House«.
»Tate’s Guest House« € Die Zimmer im ruhigen, freundlichen »Tate’s Guest House« sind sauber und sicher.

CAYE CAULKER
»Tina’s Backpacker’s Hostel« € »Tina’s Backpacker’s Hostel« hat Dormitories und Privatzimmer ohne Bad,Gemeinschaftsküche und relaxte Atmosphäre.
»Tropical Paradise Hotel« €€ Die 25 farbenfroh gestrichenen Holzhütten des »Tropical Paradise Hotel« stehen direkt am Strand.
»Lee Side Rooms« €€ Von den zwei »Lee Side Rooms« auf der weniger belebten Westseite der Insel bietet sich ein wunderbarer Blick über den Privatstrand und das Meer.
»Iguana Reef Inn« €€€€ Das »Iguana Reef Inn« ist hochpreisig und informell zugleich. Die 13 großen, farbenfrohen Zimmer sind mit Bambusmöbeln ausgestattet und lokalem Kunsthandwerk geschmückt. Zum Komplex gehören ein Pool und ein sauberer Privatstrand.

Informationen über Reisen nach Belize

Traumhafte Tauchreviere in den Korallenriffen von Belize

Traumhafte Tauchreviere in den Korallenriffen von Belize (Foto: Wikimedia Commons, Andy Blackledge)

EINREISE
EU-Bürger benötigen einen noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepass. Wer länger als einen Monat bleiben will, bekommt für maximal drei Monate für US$ 12,50 ein Visum beim Immigration Office.

GELD
Währung ist der Belize-Dollar (BZD). US$ 1 = 2 BZD. Größere Hotels und Restaurants akzeptieren Kreditkarten, Bargeld erhält man an Bankautomaten.

KOMMUNIKATION
Offizielle Landessprache ist Englisch. Daneben werden Spanisch und Minderheitensprachen gesprochen. In fast allen Orten gibt es Internetcafés. Öffentliche Telefone der nationalen Telefongesellschaft BTL funktionieren mit Telefonkarte, die man überall kaufen kann. Viele Hotels bieten kostenfrei WLAN-Internetzugang an. Die Vorwahl von Belize ist 00501.

GEOGRAFIE
Belize, ehemals Britisch- Honduras, ist seit 1981 unabhängig. Belize grenzt im Norden an Mexiko sowie im Süden und Westen an Guatemala. Im Osten ist die fast 300 km lange Karibikküste. Dieser vorgelagert ist das Belize Barrier Reef, seit 1996 UNESCOWeltnaturerbe. Rund 50% der Berge, Regenwälder und Korallenbänke stehen unter Naturschutz.

GESUNDHEIT
Keine Impfungen vorgeschrieben. Empfehlenswert ist Impfschutz gegen Tetanus, Polio, Diphtherie, Typhus, Tollwut und Hepatitis. Malariarisiko, informieren Sie sich beim Tropeninstitut.

KLIMA UND BESTE REISEZEIT FÜR REISEN NACH BELIZE
Tropisch bis subtropisch, an der Küste mit frischer Brise vom Meer. Im Sommer liegt die Temperatur selten über 35 °C, im Winter kaum unter 15 °C. Während der Regenzeit von Juni bis November gibt es tagsüber kräftige Schauer. Wassertemperatur: 24–29 °C. In unserer Klima- und Reisewetter-Datenbank finden Sie die optimale Reisezeit für Reisen nach Belize.

TRANSPORTMITTEL
Bus: Im ganzen Land gibt es sehr gute Verbindungen mit Express- und Zweite-Klasse-Bussen.
Taxi: Die Fahrt vom Airport zum Zentrum von Belize City kostet US$ 20, Stadtfahrten US$ 2–3. Mietwagen

MIETWAGENPREISVERGLEICH
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WEITERE INFORMATIONEN
Der vollständige Artikel über die Belize mit vielen Tipps zur Urlaubsplanung, Preisen, Adressen, Telefonnummern, Nebenkosten und Kalkulation der Urlaubsreise ist erschienen in REISE & PREISE 3-2011. Die Ausgabe können Sie sich für € 4,90 nach Hause schicken lassen (Heft bestellen)

(Dr. Jutta Ulmer und Dr. Michael Wolfsteiner, 3/2011)

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