
Sonne, Strand, gute Laune: Urlaub mit den Kindern kann so schön sein. Foto: Oneinchpunch/dpa-tmn
Reisen als Familie Diesen Urlaub werden Ihre Kinder Ihnen danken
Familienurlaub soll erholsam sein – und gleichzeitig allen Spaß machen. Doch genau das ist die Herausforderung: Eltern wünschen sich Entspannung, Kultur, Kulinarik, die Kinder Abenteuer und Abwechslung, oder manchmal auch einfach nur ihre Ruhe.
Wie geht das unter einen Hut? Der Entwicklungspsychologe Johannes Bach erklärt, wie Familien den Urlaub entspannter planen. Und große deutsche Reiseveranstalter geben Tipps, welche Ziele geeignet sind.
Planung: Eltern setzen den Rahmen – Kinder dürfen mitbestimmen
Klar ist: Eltern geben das große Ganze des Urlaubs vor und bestimmen zum Beispiel, wann es wo hingeht. «Und trotzdem ist da schon wichtig, dass man die Bedürfnisse der Kinder berücksichtigt», sagt Johannes Bach, der als Professor an der Technischen Hochschule Nürnberg tätig ist.
Womit er selbst gute Erfahrungen gemacht hat: «Die Eltern legen das Ziel und den Rahmen fest, aber innerhalb des Urlaubs dürfen die Kinder einzelne Aktivitäten bestimmen.»
Er rät auch, sich vorher zumindest einen groben Plan zu machen. Es sei ein Trugschluss, zu sagen: «Der Alltag ist durchgeplant, im Urlaub will ich das nicht haben.» Man soll zwar nicht alles voll durchplanen. Aber man sollte sich schon vorher gut überlegen: «Wenn ich bestimmte Dinge unbedingt machen oder ansehen will – wann mache ich das?»
Gerade bei älteren Kindern sollte man einkalkulieren. Sie wollen manchmal ihr Ding machen und vielleicht nicht auf jeden Ausflug mitkommen. Bach rät, diesen Freiraum zu gewähren. Den Gedanken, man mache den Urlaub zusammen, also mache man jede Aktivität zusammen, müsse man sich aus dem Kopf streichen.
Generell ist es nach seiner Einschätzung hilfreich, wenn man vor Ort eine Mischung bieten kann, zum Beispiel durch ein Ferienhäuschen, bei dem ein Pool dabei ist. So kann man sagen: Wir fahren vormittags in eine Stadt und nachmittags könnt ihr in den Pool springen.
Was man nicht tun sollte: Zu große Erwartungen für den Urlaub aufbauen. Bach vergleicht das mit Weihnachten, wo viele die schönsten Tage des Jahres erwarten – und oft genug vor allem auch Zoff und Stress erleben.
So denken viele, der Urlaub müsse die schönsten Wochen des Jahres bieten. «Das haut oft nicht hin», sagt Johannes Bach. «Man nimmt ja alles aus dem Alltag mit in den Urlaub – alle Gefühle, alle Themen.» Wer etwas nüchterner rangeht, beugt Enttäuschungen vor und wird am Ende bestenfalls positiv überrascht.
Mit alldem im Hinterkopf geht es nun um die Frage: wohin?
Reiseziele: Wo sind Familien gut aufgehoben?
Für Badeurlaub im Sommer empfehlen Reiseveranstalter vor allem Ziele rund ums Mittelmeer. Die Flugzeiten sind nicht allzu lang, die Infrastruktur vor Ort ist in der Regel gut – auch mit Blick auf medizinische Versorgung. Und es gibt breite Auswahl an Hotels verschiedener Kategorien. Die Strände sind bestenfalls sandig und fallen flach ab ins Meer, und häufig gibt es im Hotel oder im Urlaubsort Wasserrutschen-Parks und andere Freizeitangebote.
Oft genannt werden die Türkei, Spanien, Griechenland und Ägypten sowie als oft preiswertere Optionen Bulgarien und Tunesien.
Polen, Kroatien, Österreich und Italien sind den Angaben nach beliebte Familienreiseziele, die gern mit dem Auto angesteuert werden – hierzu zählt natürlich auch Deutschland mit seiner Vielfalt von Ostsee bis Oberbayern.
Unterkunft: Was ist bei der Hotelsuche wichtig?
Viele Hotels in den genannten Ländern sind auf Familien ausgerichtet. Sie bieten Kinderpools, Spielplätze, Familienzimmer mit mehreren Schlafräumen. Und Betreuung für Kinder, und zwar altersgerecht: Also «idealerweise auch für Teens mit Playstation», sagt Sven Schikarsky, der Geschäftsführer beim Veranstalter Dertour Deutschland.
Ebenfalls wichtig für Familien: das Essen. Kinder haben oft Hunger, und ihnen schmeckt längst nicht alles. All-inclusive kann sich hier in mehrfacher Hinsicht bezahlt machen. Vorteil: Die Auswahl ist meist groß, die Kosten kalkulierbar, schließlich sind Essen und Getränke dann im Reisepreis schon drin.
Aber nicht nur an die Kinder sollte gedacht sein: Wichtig sei auch, dass Eltern sich erholen können, heißt es von Schauinsland-Reisen – etwa durch Spa‑Bereiche, gute Gastronomie oder ruhige Rückzugsorte.
Größere Resorts bieten mitunter beides, Rückzugsorte für Erwachsene und Kindgerechtes, so eine Sprecherin der Anex-Gruppe, zu der auch Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen zählen. Sie sagt: «Ein entspannter Familienurlaub gelingt dann, wenn alle auf ihre Kosten kommen.»
In dem Zusammenhang kann auch ein Ferienhaus anstelle eines Hotels genau die richtige Entscheidung sein: Man muss dann zwar selbst kochen oder ins Restaurant, hat dafür aber in der Regel mehr Platz und weniger Trubel.
Buchung: Wie kann gespart werden?
Gerade wer ein Familienzimmer in einem Hotel buchen möchte, sollte lieber früher dran sein. Sie seien schnell weg, so Aage Dünhaupt von Tui Deutschland. Dünhaupt hat auch einen Spar-Tipp für flexible Urlauber: Sind in benachbarten Bundesländern noch keine Schulferien, ist eine Reise mit Abflug von einem dortigen Flughafen womöglich günstiger.
Für wen das nicht infrage kommt, der kann vielleicht mit dem Reisetermin noch etwas Geld sparen: Meist seien die letzten drei Wochen der Sommerferien im eigenen Bundesland günstiger für einen Abflug als die ersten drei Wochen.
Der Veranstalter Alltours rät: Urlauber sollten nicht nur nach Hin- und Rückflügen am Wochenende schauen, weil Flüge in den Sommermonaten zu beliebten Reisezielen meist an jedem beliebigen Wochentag stattfänden. Wer statt Samstag oder Sonntag an einem Dienstag oder Mittwoch in den Urlaub startet und auch bei der Abflugzeit flexibel ist, kann oft günstiger buchen.


