Die Automatenuhr «Le Defenser du temps» ist in der Werkschau «Humpty\\Dumpty» des in Berlin lebenden französischen Künstlers Cyprien Gaillard in der Kunststiftung «Lafayette Anticipations» zu sehen.

Die Automatenuhr «Le Defenser du temps» ist in der Werkschau «Humpty\\Dumpty» des in Berlin lebenden französischen Künstlers Cyprien Gaillard in der Kunststiftung «Lafayette Anticipations» zu sehen. Foto: Sabine Glaubitz/dpa

«Le Défenser du temps» Künstler erweckt Pariser Automatenuhr wieder zum Leben

Das Uhrenkunstwerk «Le Défenser du temps» ist noch bis 8. Januar 2023 in der Pariser Kunststiftung Lafayette Anticipations zu sehen. Die Mechanik wurde vor kurzem erst aufwendig restauriert.
E-Tretroller zum Mieten auf der Place du Trocadero - Auch in Paris sind Touristen und Einheimische oft recht unvorsichtig unterwegs. Die Stadt denkt nun über ein Verbot nach.

E-Tretroller zum Mieten auf der Place du Trocadero - Auch in Paris sind Touristen und Einheimische oft recht unvorsichtig unterwegs. Die Stadt denkt nun über ein Verbot nach. Foto: Christian Böhmer/dpa

Verbot droht E-Scooter-Verleiher in Paris verschärfen ihre Regeln

Touristen und Bewohner sind in Paris mit E-Scootern kreuz und quer unterwegs. Weil die Stadt nun über ein Verbot nachdenkt, verschärfen die Vermieter die Regeln.
Tummelplatz der Tourengeher: Die drei Granitnadeln Torres del Paine sind die Wahrzeichen des Nationalparks.

Tummelplatz der Tourengeher: Die drei Granitnadeln Torres del Paine sind die Wahrzeichen des Nationalparks. Foto: Manuel Meyer/dpa-tmn

Im Süden von Chile Im Torres del Paine sorgen Pumas für Adrenalinschübe

In Patagonien, tief im Süden Chiles, wartet eines der größten Abenteuer Südamerikas. Im Nationalpark Torres del Paine wandert man zwischen Gletschern, Gipfeln und scheuen Geisterkatzen.
Arbeiter in Garmisch-Partenkirchen arbeiten bei der alljährlichen Seilbahnrevision.

Arbeiter in Garmisch-Partenkirchen arbeiten bei der alljährlichen Seilbahnrevision. Foto: Angelika Warmuth/dpa

Inflationsopfer? Ungewisse Aussichten für die neue Wintersport-Saison

Wintersport ist teuer - und viele Menschen sparen wegen der hohen Inflation bei ihren Konsumausgaben. Skigebiete können zumindest auf die Besserverdiener hoffen.
Der Europa-Park hat bereits mehrere Achterbahnen. Nun soll eine neue hinzukommen.

Der Europa-Park hat bereits mehrere Achterbahnen. Nun soll eine neue hinzukommen. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Archiv

Baugenehmigung steht Europa-Park darf neue Achterbahn bauen

Sie war schon länger geplant, nun steht ihrem Bau nichts mehr im Weg: Der Europa-Park bekommt eine neue Achterbahn. Die Eröffnung dürfte aber noch etwas auf sich warten lassen.
Am Flughafen München soll die Kontrolle des Handgepäcks bald bequemer und zügiger werden.

Am Flughafen München soll die Kontrolle des Handgepäcks bald bequemer und zügiger werden. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Neue Sicherheitstechnik Flughäfen setzen auf CT-Scanner: Schnellere Gepäckkontrollen

100 Milliliter lautet bislang die Grenze für Flüssigkeiten im Flug-Handgepäck. Neue Technik könnte die Einschränkung überflüssig machen und kommt langsam auch an deutschen Flughäfen an.
Am Flughafen München soll die Kontrolle des Handgepäcks bald bequemer und zügiger werden.

Am Flughafen München soll die Kontrolle des Handgepäcks bald bequemer und zügiger werden. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Schnelle Kontrolle Flughafen München startet neue Sicherheitstechnik

Am Flughafen sollen die Kontrollen für Handgepäck und Passagiere beschleunigt werden. Hilfreich ist dabei eine Technik, die aus einem ganz anderen Bereich bekannt ist.
Ferienwohnungen-Familien

Vor allem bei Familien ist Urlaub im Ferienhaus im Trend

ONLINE-BUCHUNG Kleine Unterschiede bei Fewo-Agenturen

Ferienhäuser und Apartments liegen gerade im Trend. Hier kann selbst gekocht werden und man ist sein eigener Herr. Wer online bucht, der sollte ein paar Dinge beachten.
Dieser hier kommt mit. Doch immer wieder bleiben Koffer auf dem Weg in den Urlaub auch auf der Strecke.

Dieser hier kommt mit. Doch immer wieder bleiben Koffer auf dem Weg in den Urlaub auch auf der Strecke. Foto: Maja Hitij/dpa/dpa-tmn

Urteil Koffer kommt eine Woche später - Hinflug wird erstattet

Der Flug landet pünktlich, doch das Gepäck fehlt. Das allein ist schon sehr ärgerlich - umso mehr, wenn darin die Kleidung für einen besonderen Anlass war. Kann man dann Flugkosten zurückfordern?
Maximal 100 Milliliter und alle Behälter verstaut in einem durchsichtigen Beutel: Diese Regeln sorgen oft für Verzögerungen bei der Sicherheitskontrolle. Britische Flughäfen wollen sie Medienberichten zufolge abschaffen.

Maximal 100 Milliliter und alle Behälter verstaut in einem durchsichtigen Beutel: Diese Regeln sorgen oft für Verzögerungen bei der Sicherheitskontrolle. Britische Flughäfen wollen sie Medienberichten zufolge abschaffen. Foto: Oliver Berg/dpa/Archiv

Sicherheitskontrollen Medien: Britische Flughäfen schaffen Flüssigkeitsregeln ab

Für die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck gelten strenge Regeln. 100-Milliliter-Fläschchen und durchsichtige Beutel gehören an britischen Flughäfen aber wohl bald schon der Vergangenheit an.
Regenwald und Fluss Ampari etwa 10 Meilen südöstlich vom Nationalpark Tumucumaque.

Regenwald und Fluss Ampari etwa 10 Meilen südöstlich vom Nationalpark Tumucumaque. Foto: Daniel Beltrá/Greenpeace United Kingdom/dpa

Brasilien 20 Jahre Tumucumaque-Nationalpark: Ökotouristen willkommen

Bei seiner Gründung 2002 war der Tumucumaque-Nationalpark das größte Urwaldschutzgebiet der Welt. Inzwischen steht das Naturschutzgebiet unter Druck. Ökotourismus soll helfen.

Noch ist der Nationalpark Tumucumaque im äußersten Nordosten Brasiliens ein vom Tourismus weitgehend unberührtes Paradies im Amazonasgebiet. Für Abenteurer und Naturliebhaber könnte der Tumucumaque eine Entdeckung sein.

Parkdirektor Christoph Jaster schwärmt von dem Urwald und von gigantischen, mehr als 80 Meter hohen Bäumen. «Die Wälder sind atemberaubend schön und in einem tadellosen Zustand», sagt der gebürtige Deutsche mit brasilianischer Staatsbürgerschaft der Deutschen Presse-Agentur. Von einer «wahren Arche Noah» schreibt das brasilianische Bergsportportal «Alta Montanha» angesichts der vielfältigen Tierwelt.

Im Bundesstaat Amapá, an der Grenze zu Französisch-Guayana und der früheren niederländischen Kolonie Suriname, erstreckt sich der Tumucumaque-Nationalpark über eine Fläche von mehr als 38.000 Quadratkilometern. Das entspricht fast der Größe der Niederlande.

Als der Nationalpark vor 20 Jahren, am 22. August 2002, gegründet wurde, war er nach Angaben der brasilianischen Regierung das größte Urwaldschutzgebiet der Welt - bis zur Entstehung der Umweltstation Grão-Pará mit mehr als 42.000 Quadratkilometern 2006.

Park dieser Größe trägt zur Klimaregulierung bei

«Die Leute fragen: «Warum ein Park dieses Ausmaßes?»», sagt Jaster, der den Tumucumaque im Auftrag der Naturschutz-Behörde ICMBio seit 2003 verwaltet. Nur ein so großer Park könne die Stabilität von Artenpopulationen garantieren und zur Klimaregulierung beitragen. Die Zukunft des Weltklimas, sie wird auch hier entschieden.

Der Tumucumaque, 360 Kilometer breit und 320 Kilometer lang, ist wiederum von anderen Schutzgebieten umgeben und grenzt etwa an das indigene Gebiet der Waiãpi. Diese Lage bietet auch den Waiãpi etwas Schutz und sorgt dafür, dass Tiere recht ungestört wandern können.

Zum Schutzgebiet wurde der Park erklärt, bevor die Zerstörung des Waldes beginnen konnte. «Wir haben sehr gute Voraussetzungen, um den Tumucumaque zu schützen», sagt Jaster, der aus Cochem an der Mosel stammt und in Curitiba Forstwirtschaft studierte. Auch 20 Jahre nach seiner Gründung ist der Nationalpark beispielhaft.

Dass sich der Tumucumaque in einer «relativ guten Situation befindet», wie Mariana Napolitano Ferreira, wissenschaftliche Leiterin von WWF Brasilien, der dpa sagt, liegt auch daran, dass er von dem großen Schutzprogramm für die Amazonasregion, ARPA (Amazon Region Protection Areas), unterstützt wird.

Umweltbehörden wurden geschwächt

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro dagegen sieht Amazonien vor allem als wirtschaftliches Nutzgebiet. Kritiker werfen dem rechtsgerichteten Politiker vor, ein Klima geschaffen zu haben, das etwa Holzfäller zum Eindringen in geschützte Gebiete ermutigt.

Seit Bolsonaros Amtsantritt im Januar 2019 wurden die Umweltbehörden geschwächt, die Leitung des ICMBio wurde durch Offiziere der Militärpolizei ersetzt. Personal und Kontrollen sind weniger geworden. Die Corona-Pandemie verstärkte diese Entwicklung noch.

In das ARPA-Schutzprogramm fließen internationale Gelder, unter anderem aus Deutschland von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) - ein «großer Motor für Nachhaltigkeit auf lange Sicht», sagt Napolitano Ferreira. Doch es mangelt an Personal. Zwischenzeitlich hatte Jaster nur einen weiteren Kollegen im Team - viel zu wenig, um den Anforderungen eines Nationalparks gerecht zu werden.

Der Park soll Besucher anlocken, die Forschung fördern und die Natur schützen. Dabei gehen 70 Prozent von Jasters Arbeitszeit im Büro in Macapá, der Hauptstadt von Amapá, für die Verwaltung drauf. In der übrigen Zeit kann er im Gelände unterwegs sein.

Wilderer und Druck der Agrarwirtschaft

Gegen Wilderer und illegale Fischer ist da nur schwer anzukommen. Ein Goldgräbernest und eine illegale Ladensiedlung liegen im Park. Die Lösung besteht wohl darin, die Grenzen des Parks so zu verändern, dass die Siedlungen außerhalb davon liegen. «Davon abgesehen können wir dem Druck von außen standhalten», sagt Jaster.

Allerdings lässt sich die Lage im abgelegenen Amapá auch nicht mit Bundesstaaten wie Pará, Amazonas oder Mato Grosso vergleichen. Diese Gegenden entlang des sogenannten Entwaldungsbogens im Osten und Süden des Amazonas-Gebietes stehen unter großem Druck der Agrarwirtschaft. Sie sind von Abholzung und Bränden besonders betroffen. Im Staat Rondônia wurden dem WWF Brasilien zufolge in einem Naturschutzgebiet 2021 über 100 Quadratkilometer Wald zerstört.

In Dutzenden Fällen wurde in den vergangenen Jahren versucht, die Größe oder den Status von Schutzgebieten zu reduzieren. Meist gelingt dies. «Die Überwachung und Kontrolle, an der es vielerorts, vor allem im Amazonasgebiet noch mangelt, muss verbessert werden», sagt Angela Kuczach, Direktorin einer Nichtregierungsorganisation zur Stärkung der Schutzgebiete, der dpa mit Blick auf die Nationalparks.

Ökotourismus als Lösung

Noch sind 90 Prozent des Bundesstaates Amapá mit Wald bedeckt - die meisten der rund 900.000 Einwohner leben in zwei Städten, Macapá und Santana. «Aber wir müssen uns sputen», sagt Jaster, «damit wir vorbereitet sind und eine Alternative zu Kahlschlag und Viehwirtschaft bieten können.»

Jaster setzt auf Ökotourismus. Der Tumucumaque-Nationalpark sei dafür geschaffen, besucht zu werden. Amapá könne sich in ein «Mekka des Umweltschutzes und des Ökotourismus» verwandeln. Wenn es gelingt, der Bevölkerung den Umweltschutz schmackhaft zu machen, so seine Hoffnung, wenn Geld fließt, dann bleibt der Wald bestehen.

Bisher ist der «Luxus», in einer Waldstation des Tumucumaque in Hängematten zu schlafen und im Fluss zu baden, jeweils Gruppen von rund 15 Besuchern vorbehalten. Mehrere hundert Gäste hat Jaster in den vorigen Jahren persönlich in der schwer zugänglichen Region empfangen. Man braucht nur Mut, einen Strohhut, Stiefel und ein Moskitonetz.

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