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Mit dem Auto ins Ausland – darauf sollten Sie achten

Foto: Alex Meier / unsplash

Urlaub mit dem Auto Mit dem Auto ins Ausland – darauf sollten Sie achten

Wer mit seinem Auto ins Ausland reisen möchte, fährt am entspanntesten, wenn er alle nötigen Unterlagen griffbereit hat und auch auf unvorhergesehene Ereignisse wie einen Autounfall gut vorbereitet ist. Worauf Sie sich bei einer Fahrt mit dem Auto ins Ausland einstellen sollten, welche Dokumente Sie benötigen und was es in verschiedenen Ländern zu beachten gibt, erfahren Sie hier

Autoversicherungen fürs Ausland

Vor einer Autoreise ins Ausland sollten Sie sichergehen, dass Sie eine umfangreiche Autoversicherung haben, um für unerwartete Situationen gut abgesichert zu sein. Dies sind die wichtigsten Autoversicherungen, die für eine Auslandsreise mit dem Auto relevant sind:

  • Kfz-Haftpflichtversicherung: Eine Kfz-Haftpflicht ist in den meisten Ländern gesetzlich vorgeschrieben und deckt Schäden an Personen oder Eigentum ab, die Sie bei einem Unfall verursachen. Wenn Sie ins Ausland fahren möchten, gehen Sie im Vorfeld sicher, dass Ihre Haftpflichtversicherung die gesetzlichen Mindestanforderungen des besuchten Landes erfüllt.
  • Teilkaskoversicherung: Die Teilkasko kommt für Schäden an Ihrem Auto auf, die nicht auf Unfälle zurückzuführen sind beziehungsweise für die niemand haftbar gemacht werden kann. Dazu zählen Diebstahl, Vandalismus oder Naturkatastrophen.
  • Vollkaskoversicherung: Die Vollkasko ist eine optionale Abdeckung, die Schäden an Ihrem eigenen Fahrzeug abdeckt, unabhängig davon, wer schuld ist. Eine Vollkaskoversicherung kann sinnvoll sein, um Ihr eigenes Auto zu schützen, insbesondere wenn Sie in Ländern mit höherem Unfallrisiko fahren.
  • Unfallversicherung für Insassen: Diese Police übernimmt die medizinischen Kosten für Sie und Ihre Mitfahrer, wenn beispielsweise bei einem Unfall jemand verletzt wurde.
  • Pannenhilfe und Abschleppdienst: Hilfreich kann es sein, wenn Ihre Versicherung eine Pannenhilfe und einen Abschleppdienst inkludiert, die Ihnen im Falle von technischen Problemen oder einem Unfall im Ausland Unterstützung bietet.
  • Schutzbrief: Ein Schutzbrief als Zusatzoption zur Autoversicherung bietet erweiterte Hilfeleistungen wie ein Ersatzfahrzeug, Übernahme der Übernachtungskosten und die Rückführung Ihres Autos ins Heimatland im Falle eines größeren Schadens.

Mautregelungen beachten

In einigen Ländern fallen Kosten für die Nutzung von Straßen, Brücken und Tunneln an. Meistens sind es Autobahnen und Schnellstraßen, die mautpflichtig sind. Einige Länder verlangen aber beispielsweise auch Mautgebühren für Bundesstraßen. Die Maut in Europa ist also nicht einheitlich geregelt und unterscheidet sich je nach Land – entsprechend empfiehlt es sich, sich vor einer Reise mit dem Auto ins Ausland über die länderspezifischen Regelungen zu informieren. Generell wird aber zwischen zeitbezogener und streckenbezogener Maut unterschieden:

Zeitbezogene Maut / Vignette

Bei der zeitbezogenen Maut basiert die Erhebung von Mautgebühren auf der Dauer der Nutzung bestimmter Straßen oder Autobahnen. Sie zahlen die Mautgebühren also für einen bestimmten Zeitraum, unabhängig von der zurückgelegten Entfernung.

In der Regel erwerben Sie dafür eine sogenannte Vignette für einen bestimmten Zeitraum, zum Beispiel eine Woche, einen Monat oder ein Jahr. Innerhalb des Gültigkeitszeitraums Ihrer Vignette dürfen Sie die gebührenpflichtigen Straßen nutzen, ohne bei jeder Benutzung erneut zahlen zu müssen.

Länder wie Österreich, die Schweiz und Ungarn verwenden zeitbezogene Mautsysteme. In Österreich benötigen Sie beispielsweise eine Autobahnvignette, um Autobahnen und Schnellstraßen zu nutzen.

Streckenbezogene Maut

Bei der streckenbezogenen Maut werden die Mautgebühren anhand der tatsächlich zurückgelegten Strecke auf mautpflichtigen Straßen erhoben. Sie zahlen nur für die Kilometer, die Sie auf mautpflichtigen Straßen oder Abschnitten gefahren sind.

Bei diesem Maut-System zahlen Sie die Gebühr in der Regel bei den Ein- oder Ausfahrten der Autobahnen oder Schnellstraßen. Alternativ gibt es in manchen Ländern elektronische Mauterfassungssysteme wie Transponder oder Kameras, die die gefahrene Strecke verfolgen können. Die Gebühr wird dann anhand der zurückgelegten Kilometer berechnet und im Nachhinein abgerechnet.

Länder wie Frankreich, Kroatien, Spanien und Italien verwenden streckenbezogene Mautsysteme auf einigen Autobahnen.

Verkehrsregeln im Ausland beachten

Vor einer Auslandsreise mit dem Auto sollten Sie sich gut über die Verkehrsregeln in Durchreiseländern und im Zielland informieren. Denn diese können von deutschen Vorschriften abweichen. Auch die im Ausland für Vergehen im Straßenverkehr erhobenen Bußgelder können abweichen. In den Niederlanden kostet es zum Beispiel 140 Euro, wenn Autofahrer mit dem Handy am Steuer erwischt werden. In Spanien bedeutet Parken im Halteverbot eine Strafe von bis zu 200 Euro. Wenn Sie ohne angelegten Sicherheitsgurt beim Fahren erwischt werden, wird das in den meisten Ländern bestraft, in Griechenland beispielsweise mit bis zu 350 Euro.

Zudem kann das Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit teure Konsequenzen haben – außerhalb Deutschlands gelten überall Tempolimits auch auf Autobahnen. In Italien, Frankreich, Kroatien und Österreich liegt die maximal erlaubte Autobahngeschwindigkeit bei 130 km/h. In Spanien und der Schweiz beträgt das Tempolimit 120 km/h auf Autobahnen.

Außerdem werden ausländische Geldbußen innerhalb der EU ab 70 Euro in Deutschland eingefordert – in Österreich liegt die Grenze sogar bereits bei 25 Euro. Es gibt zwar kein länderübergreifendes Punktesystem, aber Verstöße werden im jeweiligen Land registriert und können bei erneuter Einreise Probleme verursachen.

Diese Dokumente müssen Sie mitnehmen

Für eine Autofahrt ins Ausland sollten Sie einige wichtige Dokumente mitführen, um rechtlich abgesichert zu sein und eventuelle Kontrollen oder Notfälle gut bewältigen können. Hier sind die wichtigsten Dokumente, die Sie benötigen:

  • Führerschein: Ihr Führerschein ist das wichtigste Dokument, um im Ausland Auto zu fahren. Achten Sie darauf, dass der Führerschein gültig ist und während der gesamten Reise mitgeführt wird. Für die EU ist ein nationaler Führerschein ausreichend. Außerhalb der EU kann es sein, dass Sie einen internationalen Führerschein benötigen.
  • Personalausweis oder Reisepass: Vor Reiseantritt sollten Sie sich informieren, ob Sie für Ihr Zielland und alle Durchreiseländer einen gültigen Reisepass benötigen, oder ob ein Personalausweis ausreicht.
  • Grüne Versicherungskarte: Diese Karte wird von Ihrer Versicherung ausgestellt und bestätigt, dass Ihr Auto ausreichend versichert ist, um im Ausland zu fahren. Die Grüne Versicherungskarte ist in Ländern außerhalb der EU Pflicht, kann aber auch innerhalb der EU die Schadensabwicklung im Fall der Fälle vereinfachen.
  • Europäischer Unfallbericht: Mithilfe des Europäischen Unfallberichts können Sie Unfälle im Ausland unkompliziert dokumentieren – das erleichtert im Nachhinein die Schadenabwicklung mit der Versicherung. Deshalb empfiehlt es sich, diesen mehrsprachigen Unfallbericht während der Reise mitzuführen. Sie erhalten Vordrucke des Europäischen Unfallberichts online.
  • Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I): Der Fahrzeugschein enthält Informationen über das Fahrzeug wie Eigentümer, technische Daten und Kennzeichen. Unterwegs kann er wichtig sein, um den Fahrzeugbesitz nachzuweisen.
  • Gültiges Visum (falls erforderlich): In einigen Ländern benötigen Sie möglicherweise ein Visum, um einzureisen. Achten Sie darauf, dass Ihr Visum gültig ist, wenn es benötigt wird.
  • Autobahnvignette oder Mautnachweis: In Ländern, in denen Mautgebühren oder Vignetten erforderlich sind, sollten Sie die entsprechenden Zahlungsnachweise mitführen.
  • Umweltplakette (falls erforderlich): In einigen Ländern, wie Deutschland oder Frankreich, benötigen Sie eine Umweltplakette, um bestimmte Umweltzonen befahren zu dürfen. Stellen Sie sicher, dass Sie über die richtige Plakette für Ihren Pkw verfügen.

Fazit: Gut informieren und entspannt reisen

Bevor Sie mit dem Auto ins Ausland reisen, ist es empfehlenswert, sich gut über die Gegebenheiten im Zielland und den Transitländern zu informieren. Dazu gehört, dass Sie sich im Vorfeld schon um womöglich anfallende Mautgebühren und gegebenenfalls die richtige Vignette kümmern, dass Sie Ihren Versicherungsschutz prüfen und bei Bedarf erweitern und dass Sie sich mit den Verkehrsregeln des besuchten Landes vertraut machen. Zudem kann es hilfreich sein, wenn Sie sich vor der Reise bereits mit den lokalen Begrifflichkeiten für verschiedene Kraftstoffe auseinandersetzen, damit an ausländischen Tankstellen kein Stress durch Ratlosigkeit entsteht.

(16.10.2023, sd)

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