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Badepause im Pool des Gunlom Falls im Kakadu National Park

Badepause im Pool des Gunlom Falls im Kakadu National Park

AUSTRALIEN - NORTHERN TERRITORY Spannende Abenteuer im Aborigine-Land

Die Nationalparks im Top End des Northern Territory bieten in der Trockenzeit von Mai bis Oktober Erlebnisse der ganz besonderen Art. Seit Tausenden von Jahren leben die Aborigines hier im Einklang mit der Natur. Wer möchte, kann sich von ihnen durch ihr Land führen lassen und da bei faszinierende Eindrücke sammeln und in eine uralte Kultur eintauchen.

Für Neville sind die Touristen keine Bedrohung. Für ihn sind sie wie Fenster: Sie erlauben ihm einen Blick in eine Welt, die ganz anders ist als die seine. Und sie geben ihm als Guide die Chance, sein Land so zu zeigen, wie er es sieht: als ein viele Jahrtausende altes reiches Erbe seiner Ahnen, voller mythischer Bedeutung und kostbarer, schützenswerter Vielfalt.

Auf dem East Alligator River, der den Kakadu National Park vom Arnhem Land trennt, steuert er das kleine Motorboot den Fluss hinauf. An den Ufern schlummern Leistenkrokodile, Geier drehen am Himmel ihre Kreise, hier und da steht ein Jabiru-Storch am Ufer. Neville erzählt von alten Ritualen und Jagdmethoden, die zum Teil noch heute angewendet werden: Wie die Eingeborenen mit einer Akazienfrucht dem Wasser den Sauerstoff entziehen und so die Fische an die Oberfläche locken. Oder wie sie bis heute mit Speeren Krokodile jagen. Dabei fehlt seinen Erzählungen jegliche Prahlerei. Es geht um ein faires Gefecht im allgegenwärtigen Kampf ums Überleben.

Jahrtausende lang lebten die Aborigine-Völker im Einklang mit der Natur. Bis vor knapp 200 Jahren der weiße Mann Fuß auf das australische Top End setzte, die hier lebenden Leistenkrokodile als Alligatoren und die Eingeborenen als primitiv bezeichnete und schließlich ertragreiche Bodenschätze aufspürte. Damit begann ein ungleicher Kampf zwischen einer uralten und mittlerweile vom Aussterben bedrohten Kultur und dem westlichen, unersättlichen Streben nach Fortschritt, Macht und Wohlstand.

Neville steuert ans Ufer. Mit kindlicher Energie springt er von Bord: »Welcome to Arnhem Land«. Er strahlt über das ganze Gesicht und seine dunklen Augen funkeln. Ohne jedes weitere Wort spüren wir, wie besonders dieser Ort ist.

Als eines der wenigen Gebiete Australiens steht das Arnhem Land unter der Verwaltung seiner Ureinwohner, ein geschütztes Reservat von der Größe Portugals mit gerade mal 17.000 Einwohnern – größtenteils vom Stamm der Yolngu. Touristen dürfen die Region nur mit spezieller Genehmigung besuchen, auch wirtschaftliche Aktivitäten wie der Bergbau sind beschränkt. Ohne Permit ist uns hier nur eine kurze Zeit vergönnt, dann ruft Neville uns zurück an Bord. »Vielen Dank, dass Sie Ihre Fußspuren im Arnhem Land hinterlassen haben.« Eine kleine Geste – oder aber Nevilles Art der Völkerverständigung.

Landkarte Australien

Darwin – Ganz schön weit vom Schuss

Jahrzehntelang hing Darwin der Ruf einer isolierten, rauen Buschkommune nach, in der es nur aushielt, wer Krokodile jagen, Fliegen verdauen und Unmengen an Bier schlucken konnte. Heute sorgen künstliche Lagunen und Klimaanlagen für Abkühlung bei tropischen Temperaturen, die isolierte Lage – je 4.000 km von Sydney und Perth entfernt – für prickelnde Exotik und der abgehärtete Menschenschlag – sofern man ihn überhaupt noch antrifft – für Erzählstoff noch lange nach dem Urlaub. Die Hauptstadt des Northern Territory präsentiert sich heute im Glanz moderner Hochhäuser, palmenbespickter Parkanlagen und eines schillernden Hafenbezirks mit erstklassigen Restaurants, Bars und Cafés. An der Waterfront rühren Geschäftsleute in ihren Cappuccinos, stöbern Touristen in Boutiquen, während sich Kinder und Urlauber in den beiden künstlichen Lagunen abkühlen. Für betuchte Besucher werden allabendliche Segeltörns zu Häppchen und Cham- pagner geboten. Der Rest sieht vom Mindil Beach aus staunend zu, wie die feuerrote Tropensonne im Meer verschwindet. Donnerstagabends (und in der Hauptsaison etwas kleiner auch sonntagnachmittags) findet hier der Mindil Beach Sunset Market statt, mit aromatischen Essensständen aus aller Welt, feinem Kunsthandwerk, Edelsteinen, Krokodilleder und bunten Sarongs sowie feuerspeienden Straßenkünstlern und dauerpustenden Didgeridoospielern.

Einen tiefen Einblick in die zig Jahrtausende alte Geschichte der Region und der kurzen, stürmischen Vergangenheit Darwins bietet das Museum and Art Gallery of the Northern Territory (www.magnt.net.au) in Fannie Bay, etwa 4 km nördlich der City.

€€€ Das »Darwin Central Hotel« (www.darwincentral.com.au) liegt tatsächlich mittendrin und bietet moderne Zimmer, ein hervorragendes Frühstücksbuffet und einen kleinen Pool.
€€€ Das gemütliche, kleine »Grungle Downs B&B«, ca. 20 km östl. der City bei Knuckey Lagoon, hat einen tropischen Pool im Garten (www.grungledowns.com.au).

Auf der Mitchell Street konkurrieren zahllose Restaurants und Bistros miteinander. Preiswerte, frische vietnamesische Speisen serviert »My Friends Kitchen«.

Kakadu Nationalpark - Ein Stück Menschheitsgeschichte

Die Einheimischen haben eine besondere Geschichte, die die ungewöhnlichen Eigenschaften der Landschaft erklärt: In der »Traumzeit« schuf das mythische Ahnenwesen Bula das Land: Sümpfe, Savannenwald und Sandsteinfelsen. Nach getaner Arbeit legte sich Bula unter der Erde nieder, wo er in seiner Ruhe nicht gestört werden darf, sonst drohten entsetzliche Naturkatastrophen. Buladjang, »Land der Krankheit«, nennen die Eingeborenen schon immer diese Region, wo das Wasser giftig ist und die Erde krank macht. In Buladjang, Teil des Kakadu- Nationalparks, finden sich die reichhaltigsten Uranvorkommen der Erde. Der Clash zwischen australischen Ureinwohnern und westlichen Prospektoren durchzieht den gesamten Kontinent. Fast nirgends ist er für Besucher so begreiflich wie hier im Kakadu National Park, einem Naturschutzgebiet etwa so groß wie Hessen, das von der UNESCO als Weltnatur- und Weltkulturerbe anerkannt ist. Seit 1978 untersteht das Gebiet wieder seinen traditionellen Eigentümern, dem Volk der Gagudju. Der Park beheimatet einige der ältesten Felsmalereien der Welt, insgesamt über 5.000 Kunststätten. Die Felsmalereien bei Ubirr im Norden sowie Nourlangie im Zentrum des Parks gehören zu den bekanntesten und meist besuchten Attraktionen im Top End. Sie liegen eingebettet in eine mystische Landschaft aus Sümpfen und Überschwemmungsgebieten, in denen sich Krokodile und unzählige Fisch-, Frosch- und Vogelarten tummeln.

Geschätzte 500 Ureinwohner leben heute noch im Nationalpark und praktizieren eine traditionelle Lebensweise, die sich mehr und mehr mit modernen, westlichen Angewohnheiten mischt. So preschen junge Ureinwohner heute mit Quad-Bikes durch den Busch, um dort auf traditionelle Nahrungssuche zu gehen. Einen tiefen Einblick in deren Kultur bieten das Bowali Visitor Centre bei Jabiru sowie das Warradjan Aboriginal Cultural Centre bei Cooinda, deren Besuch unbedingt auf dem Reiseplan stehen sollte.

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bis €€€ Das »Anbinik Kakadu Resort« (www.kakadu.net.au) Übernachten im Nationalpark bietet moderne, klimatisierte Cabins in schöner Gartenanlage. Stellplätze mit Strom und eigenem Bad.
bis €€€ Ein guter Ausgangspunkt für Erkundungen des Nationalparks ist die »Cooinda Lodge Kakadu« bei Yellow Waters (www.kakadutourism.com). Die riesige Anlage bietet alles vom Campingplatz bis hin zum bequemen Hotelzimmer, zudem einen großen Pool, Bar und Restaurant.

Litchfield Nationalpark - Krokofreies Baden im Naturpool

Der Litchfield National Park ist vor allem im Sommer ein großer Besuchermagnet, nicht zuletzt aufgrund seiner bildhübschen, von tropischem Regenwald umgebenen Naturpools, in denen man gefahrlos baden kann. Die Nähe zu Darwin (120 km) macht ihn zu einem idealen Ziel für Tagesausflügler, aber wer mit Camper oder Zelt reist, darf den Park auch zu seinen schönsten Stunden erleben: bei einem Bad unter den Wasserfällen zu Sonnenanbruch oder bei Nacht unterm Sternenhimmel.

Über den kleinen Ort Batchelor erreicht man zuerst die Magnetic Termite Mounds, die riesigen Hügel der Kompasstermiten. Etwas weiter entlang der einzig geteerten Straße im Park liegen zehn kleine Felsenpools, genannt Buley Rockhole, ideal zum Baden und Entspannen im kühlen Wasser. Wer den Massen entkommen möchte und gut zu Fuß ist, steigt hinunter zu den Florence Falls, die sich in eine von Regenwald umgebene Schlucht ergießen, in deren Becken man ebenfalls baden kann. Die Wangi Falls etwas weiter westlich sind die größten und beliebtesten Wasserfälle im Park. Treppen führen in den Naturpool.

Gut ausgestattete Campingplätze liegen bei den Wangi Falls, Florence Falls und am Buley Rockhole, von Juni bis September sind sie allerdings schnell belegt. Tipp: Frühmorgens anreisen und erst anschließend zu den Sehenswürdigkeiten fahren.

bis €€€ Günstig, freundlich und schön gelegen ist der »Litchfield Tourist Park«, 13 km westl. von Batchelor (www.litchfieldtouristpark.com.au). Campingplätze und Cabins (mit AC, Bad und Küche) verteilen sich über eine große, gepflegte Gartenanlage, dazu gibt es Campküche, Bar und Pool.

Katherine Gorge - Eine Oase mitten im Outback

Nördlich von Katherine hat sich der Katherine River in Jahrmillionen durch das Sandsteinplateau gegraben und ein System aus 13 Schluchten geformt: eine atemberaubende Landschaft, deren Zauber sich besonders im Licht des Sonnenauf- und -untergangs enthüllt. In der Trockenzeit sind die Schluchten vom Wasser aus am schönsten. Kajaks verleiht Nitmiluk Tours (www.nitmiluktours.com.au). Machbar sind auch mehrtägige Kajaktouren, bei denen auf ausgewiesenen Zeltplätzen in den hinteren Schluchten kampiert wird.

Traumhaft direkt über dem Fluss liegt die Aussichtsplattform auf dem ca. 1 ½-stündigen Baruwei Loop Walk.

TIPP Für Autofahrer lohnt sich auch die Ab - fahrt zu den Edith Falls (Leliyn), 62 km nördlich von Katherine. Die Wasserfälle ergießen sich vom Rande des Arnhem-Land-Plateaus in einen von Pandanus-Palmen gesäumten Naturpool, in dem man schwimmen kann. Hier geht es selbst in der Trockenzeit wesentlich ruhiger zu als an der Katherine Gorge.

bis €€€ Die Zelt- und Stellplätze des Caravanparks am Nitmiluk Centre gruppieren sich um einen hübschen tropischen Pool mit Bistro und Bar (www.nitmiluktours.com.au). Außerdem gibt es gemütliche Safari-Zelte sowie klimatisierte Cabins mit Bad und Küche.
Der Campingplatz bei den Edith Falls ist zwar schlicht (Duschen, Toiletten und Kiosk), liegt dafür aber idyllisch in der Buschlandschaft (Reservierung nicht möglich, frühzeitig anreisen).

Tagestouren mit Aborigine-Guide

Damper kochen, im Schlamm nach Wassernüssen buddeln, Ameisen schlecken – aufgeschlossenen Reisenden bieten die Guides einen einmaligen Einblick in die Lebensweise der Ureinwohner. R&P empfiehlt:
Kakadu-Nationalpark
Ureinwohnerin Patsy führt Besucher durch ihr Land. Am Ende des Tages werden die gesammelten Lebensmittel in einem traditionellen Buschofen aus Papierrinde gegrillt, dazu erzählt Patsy Geschichten aus ihrem Leben, die ihren Zuhörern noch lange in Erinnerung bleiben werden (Tagestour von Animal Tracks Safari, www.animaltracks.com.au).
Litchfield Nationalpark
Northern Territory Indigenous Tours (www. ntindigenoustours.com.au) bietet Tagestouren.

 TIPP  VORSICHT KROKO!

So einladend das Wasser am Mindil Beach und anderswo im Top End auch aussehen mag: Vom Baden wird dringend abgeraten! 300–400 »Salties« (Leistenkrokodile) werden jedes Jahr aus dem Darwin Harbour gezogen. Und auch in den Billabongs (Wasserlöchern) der Nationalparks fühlen sie sich wohl. Grund sätzlich gilt: nur dort baden, wo es aus drücklich gestattet ist.

 TIPP  DEN NORDEN MIT DEM MIETWAGEN ENTDECKEN

Highlights des Top Ends

DarwinCooinda (305 km) – Katherine Gorge (283 km)– Litchfield National Park (340 km) – Darwin (139 km>
Dauer: 6 Tage

Tag 1: Von Darwin aus geht es zum Adelaide River auf einen spektakulären Jumping Crocodile Cruise (z. B. von Adelaide River Cruises, www.adelaiderivercruises. com.au, Fahrten um 9, 11, 13 und 15 Uhr). Erster Stopp im Kakadu National Park sind die Mamukala Wetlands, eine faszinierende Sumpfland- Kulisse, in der sich unzählige Vögel, Frösche und Reptilien tummeln. Im Bowali Visitor Centre bei Jabiru erfahren Sie die Geschichte und Mythologie der Ureinwohner (1–2 Std. einplanen). Die Kunststätten von Ubirr sind den Abstecher in den nördlichen Park unbedingt wert. Übernachtung in Cooinda.

Tag 2: Zu Sonnenaufgang gleiten Sie im Boot über den Yellow River – ein unvergessliches Erlebnis (buchbar über die »Cooinda Lodge Kakadu«, www.kakadutour ism.com). Der restliche Tag gilt der Erkundung des südlichen Parks: Abstecher führen zu den Kunststätten von Nourlangie oder zu den Twin und Jim Jim Falls (Geländewagen nötig). Übernachtung in Cooinda.

Tag 3: Auf dem Weg nach Katherine zweigt knapp 50 km südlich von Pine Creek eine Straße zu den Edith Falls ab, die sich perfekt zum Lunch und abkühlenden Bad eignen. Übernachtung an der Katherine Gorge.

Tag 4:Schon am Morgen paddeln Sie den friedlichen Fluss hinauf zu den Schluchten. Zum Sonnenuntergang klettern Sie den kurzen Weg hinauf zur Aussichtsplattform auf dem Baruwei Loop Walk. Übernacht an der Katherine Gorge.

Tag 5:Heute heißt es erst mal Kilometer schlucken, bevor Sie nach ca. 4 Std. im Litchfield National Park ankommen. Highlights sind die Termite Mounds, das Buley Rockhole so - wie die Florence und Wangi Falls. Übernachtung im Litchfield National Park.

Tag 6: Die Berry Springs, von Regenwald umgebene Naturquellen, liegen auf dem Rückweg nach Darwin. Nebenan lohnt ein Besuch im Territory Wildlife Park (www.territorywildlifepark.com.au, € 18).

 TIPP   MIETWAGEN, CAMPER ODER ORGANISIERTE TOUR?

Wer auf den Cent achten muss, ist mit Camper bzw. kleinem Mietwagen und Campingausrüstung am besten beraten. Abgesehen von der Straße zu den Jim Jim und Twin Falls im Kakadu NP sind alle Straßen mit normalem PKW befahrbar. Mit Proviant deckt man sich am besten in Darwin ein, denn außerhalb der Städte sind Lebensmittel teuer. In den Nationalparks gibt es gut ausgestattete Campingplätze sowie schlichte, kostenlose Buschcamps. Kartenmaterial und Infos hierzu er - hält man kostenlos in den Visitor Centres. Für den Kakadu NP gilt eine Gebühr an - ansonsten sind die Parks und Attraktionen kostenfrei. Im Litchfield und Kakadu NP bieten Parkranger in der Trockenzeit sehr empfehlenswerte kostenlose Präsentationen und Spaziergänge an.

Organisierte Touren haben den Vorteil, dass man sich um nichts kümmern muss und i. d. R. mit informiertem Guide zu den Sehenswürdigkeiten gebracht wird. Neben dem Komfortlevel spielt vor allem die Gruppengröße eine Rolle. Aussie Adventures bietet u. a. eine 4-tägige Geländewagentour ab Darwin zum Kakadu, Litchfield und Nitmiluk NP (www.aussieadventures.com.au) mit Übernachtung im Hotel bzw. Safarizelten.

Wer lieber unabhängig unterwegs ist und dennoch kompetent geführt werden möchte, kombiniert die selbst organisierte Tour am besten mit Tagestouren in die Parks. Erst mit fachkundigem Führer – am besten mit Aboriginal Guide – erschließt sich Besuchern die Bedeutung der Landschaften für die Ureinwohner.

einfach €€ einfache Mittelklasse €€€ gehobene Mittelklasse €€€€ anspruchsvoll

Autorin: Corinna Melville (2/2016)