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»Rush Hour« am Seventy-Five Mile Beach auf Fraser Island

»Rush Hour« am Seventy-Five Mile Beach auf Fraser Island

Reisebericht Australien Brisbane, Great Barrier Reef und das südliche Queensland

Endlich mal gute Nachrichten vom Great Barrier Reef: Im Süden Queenslands hat sich das größte Korallenriff der Erde sichtbar erholt. Und der Sonnenscheinstaat hat noch viel mehr zu bieten - von Touren mit Aborigine-Guides und Surfstränden bis hin zu köstlichem Seafood. Ein Stück Australien, das auch in zwei Wochen machbar ist.

Wer die Sanddünen von Rainbow Beach erklimmen möchte, braucht dazu keinen Wanderpass. Es gibt keinen Angestellten, der Eintrittskarten verkauft oder den Besuchsplan abstempelt. Unsere Zutrittsgenehmigung erhalten wir von anderswo, fernab des Diesseits.

Unsere Tourbegleiterin Nai Nai ist eine ältere Dame vom Aborigine-Stamm der Wonamutta, der seit zigtausend Jahren hier um Rainbow Beach beheimatet ist. Nai Nai hat gepflegtes schwarzes Haar und eine ruhige, sichere Stimme. Sie trägt eine schlichte Regenjacke und bequeme Hosen und wirkt überhaupt wie eine Frau, die den westlichen Lebensstil entspannt akzeptiert. Wären da nicht die stets aneinander Halt suchenden Finger und dieser tiefe Blick, der im einen Moment eindringlich in die Zuhörerschaft sieht und sich im nächsten in einer unsichtbaren Ferne verliert.

Nai Nai drückt uns Besuchern je zwei weich gefeilte Holzstäbe in die Hand, die wir nach ihrem Vorbild klackend aufeinanderschlagen. Auf diese Weise, so erklärt sie uns, erführen die Urahnen von unserem Besuch und würden uns willkommen heißen.

Klappernd laufen wir auf die Sanddüne hinauf. Oft verliert sich unser Rhythmus, driftet ab in Unterhaltungen über die Aussicht oder das weitere Abendprogramm. Dann fallen wir wieder wie zufällig in einen gemeinsamen Takt. Nai Nai erzählt über die Entstehung der Sanddünen, aber statt von Wind und Strömung handelt die Geschichte von Göttern, sprechenden Tieren und Menschen, die sich harmonisch in dieses Bild einfügen. In ihrer Erzählung scheint der Mythos mit der Realität zu verschmelzen, gerade so, als seien es zwei Geschichtsereignisse, die eines Tages unbemerkt ineinander übergingen.

Dieses Verschmelzen von Traum- und Echtzeit kollidiert mit unserem westlichen Verlangen nach Klarheit und Eindeutigkeit und vielleicht ist es das, was die Verständigung zwischen unseren Kulturen so schwierig macht. Umso wichtiger ist es vielen Aborigines heute, ihre Geschichte zu erzählen, um - wenn auch keine Klarheit - Akzeptanz und Anerkennung zu schaffen für diese älteste Kultur der Menschheit. Oben auf der Sanddüne sehen wir gemeinsam der Sonne zu, wie sie in schillernden Rottönen im Ozean verschwindet. Die Urahnen scheinen unserem Besuch zuzustimmen. Jetzt ist es an uns, die Brücke zwischen unseren Kulturen auszubauen.

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QUEENSLANDS HAUPTSTADT - Easy-going im sonnigen Brisbane

In der Hauptstadt des »Sunshine State« mangelt es natürlich nicht an sommerlichen Attraktionen. Die Atmosphäre ist easy-going, das Leben leicht. Dabei ist »Brissie« eine der wenigen aus - tralischen Großstädte, die nicht direkt am Meer liegen. Stattdessen spielt sich alles um den Brisbane River ab, an dessen Ufern Promenaden, Ausgehmeilen, Restaurants und eine künstlich angelegte Strandlagune liegen. Uferpromenade und City präsentieren sich aus der Vogelperspektive besonders beeindruckend - der beste Ausblick bietet sich vom Riesenrad »Wheel of Brisbane«. Für Adrenalinkitzel sorgt der »Story Bridge Adventure Climb« am Brückenbogen der Story Bridge (https://storybridgeadventureclimb.com.au). Entspannter ist eine Sightseeing-Tour mit dem Rad. An den zahlreichen Stationen von CityCycle Bike Hire kann man für 30 Minuten kostenlos ein Rad leihen (www.citycycle.com.au). Auf den öffentlichen CityCat-Fähren ist die Mitnahme von Fahrrädern übrigens im Ticketpreis enthalten.

 TIPP    Moderne australische Küche und Blick auf den Fluss und die Story Bridge bietet das »Alchemy Restaurant«. Am Wochenende zieht es die Brisbanians auf die Eat Street Northshore nahe dem Fähranleger Northshore Hamilton, wo Stände Spezialitäten aus aller Welt verkaufen (Fr/Sa 16-22 Uhr).

Das naturnahe Lone Pine Koala Sanctuary (www.koala.net) setzt sich vorbildlich für den Schutz australischer Tiere ein. Hier kann man Kängurus füttern und Koalas knuddeln!

Übernachten
Noch ist Brisbane günstiger als Sydney. In der höheren Preisklasse steigt das Angebot, gut und günstig bleibt eher spärlich.
€€ Gemütlich und superfreundlich ist die kleine »Edward Lodge« bei Booking.com buchen , deren zehn Gästezimmer in einem klassischen Queenslander-Haus untergebracht sind (www.edwardlodge.com.au).
€€€ Im Juni 2018 eröffnete das zentral gelegene »W Brisbane« bei Booking.com buchen , die Zimmer sind stilvoll und gemütlich (www.marriott.com/hotels/travel/bnewh-w-brisbane).

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UNTERWEGS MIT DEN ABORIGINIS - Auf den Spuren der Ureinwohner

Nach jahrhundertelanger Unterdrückung, die zur Ausrottung ganzer Volksstämme führte, ist besonders in Queensland ein Wandel zu spüren. Viele Ureinwohner laden erstmals Touristen dazu ein, sie in die Welt ihrer uralten Kultur und Geschichte zu begleiten.

Auf der Bootstour »Milbi Sunset« geht es mit Aborigine-Guide von Hervey Bay zur unbewohnten Round Island, wo die Teilnehmer zu Didgeridoomusik eine Einführung in die Kultur des Butchulla-Volkstamms erhalten (www.herveybayecomarinetours.com.au).

Bush Tucker kosten, Myrtentee schlürfen und dabei die Tänze und Geschichten der Ureinwohner verfolgen - das Tribal Link Activity Centre in Mapleton im Hinterland der Sunshine Coast bietet eine authentische Einführung in die Kultur der Ureinwohner. Am besten bucht man im Voraus, denn die Teilnehmerzahlen sind begrenzt (www.triballink.com.au).

SUNSHINE COAST - Traumstrand meets Regenwald

Der 70 km lange Küstenstreifen zwischen Caloundra und Noosa Heads bietet traumhafte Sandstrände, subtropische Regenwälder, Surfshops, ausgezeichnete Restaurants und offene Kneipen mit Live-Musik.

Der ruhige Badeort Caloundra hat sowohl geschützte Strände für Familien als auch Surfstrände wie den beliebten Kings Beach. Das Herz der Sunshine Coast schlägt jedoch in und um Noosa Heads. Besonders in der Hastings Street reihen sich gehobene Restaurants, Nobelhotels und Boutiquen.

 TIPP    Hervorragende italienische Küche kennzeichnet das beliebte »Locale Ristorante« (www.localenoosa.com.au). Unbedingt reservieren!

Jeglichen Trubel lässt man am Eingang zum Noosa National Park abrupt hinter sich. Zwischen gewaltigen Eukalypten, Zypressen und Palmen kämpfen Akazien und Myrten um das Sonnenlicht und schlummern Koalas in den Bäumen. Ausgeschilderte Spazierwege führen durch den Park; besonders schön ist die Kombination aus Tanglewood und Coastal Walk, für die man knapp zwei Stunden einplanen sollte.

 TIPP    Eine Boots-/Kanutour in die Everglades bietet einen Einblick in die Seenlandschaft und die Feuchtgebiete im Landesinneren (1/2 Tag inkl. Lunch, https://thediscoverygroup.com.au/tours).

Übernachten
€€ Gut und günstig ist an der Sunshine Coast nicht leicht zu finden. Eine Ausnahme ist das komfortable »Chez Noosa Resort Motel« bei Booking.com buchen (www.cheznoosa.com.au).
€€ Das freundliche »At The Sound« bei Booking.com buchen bietet 22 komfortable, gut ausgestattete Studios, dazu Whirlpool und Außenpool (www.noosaatthesound.com.au).

FRASER ISLAND - Unterwegs auf der weltgrößten Sandinsel

Die Ureinwohner nennen die Insel K′gari - das bedeutet Paradies. Schon bald könnte Fraser Island wieder zu diesem ursprünglichen Namen zurückkehren. Laut Geschichte der Aborigenes verdanken wir die größte Sandinsel der Welt den Göttern. Als der Stamm der Butchulla einen Lebensraum auf Erden benötigte, schickte der Gott Beiral seine Tochter K′gari vom Himmel herab, um Berge, Meer und Flüsse zu schaffen. K′gari verliebte sich in ihr neues irdisches Zuhause, legte sich zum Schlafen nieder und wurde in diese - nun ja - echt himmlische Insel verwandelt.

Auch die Touristen aus aller Welt lieben die Insel. Sie preschen in Geländewagen oder Tourbussen die endlosen Strände entlang. Am geschäftigsten geht es an der Ostküste zu, wo der Seventy-Five Mile Beach schon mal zur Autobahn werden kann. Hier liegt der Eli Creek, den man einen Holzsteg entlang hinauflaufen kann, um sich dann im Wasser in einem Gummireifen wieder zurück zum Strand treiben zu lassen. Unübersehbar ist das rostrote Schiffswrack der »Maheno«, die hier 1935 auf Grund lief.

Eindrucksvoll ist auch das Innere der Insel, wo die Sanddünen von dichtem Regenwald bedeckt sind. Schöne Spazierwege starten z. B. von der Central Station. Unweit davon liegt der idyllische Lake McKenzie, in dem man gefahrlos schwimmen kann - die Küste ist wegen Haien und Strömung dazu nicht geeignet.

 TIPP    Die Nordwestküste von Fraser Island ist praktisch unberührt und nur mit dem Geländewagen oder organisiert zu entdecken. Die Tagestour »Remote Fraser Island Experience« von Tasman Venture ist besonders während der Walsaison von Juli bis Oktober sehr empfehlenswert (www.tasmanventure.com.au).

Wer nur für Fraser Island einen Geländewagen mietet, zahlt € 484 für 3 Tage inkl. Fährüberfahrt ab Hervey Bay (www.fraserdingo4wdhire.com.au).

Übernachten
Neben den Zeltplätzen der Nationalparkbehörde gibt es nur begrenzt Übernachtungsmöglichkeiten.

€€-€€€ Das »Kingfisher Bay Resort« bei Booking.com buchen »Kingfisher Bay Resort« an der Westküste fügt sich idyllisch in die Landschaft ein und bietet verschiedene Unterkünfte vom Balkonzimmer bis zur Villa mit Whirlpool (www.kingfisherbay.com). Zur Anlage gehört auch das ausgezeichnete »Seabelle Restaurant«. Mit der Kingfisher Bay Ferry kostet die 50-minütige Überfahrt von River Heads € 38/Pers. return.


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BUNDABERG - Schlüpfhochburg der Schildkröten

Bundaberg lohnt vor allem zwischen Januar und März einen kurzen Stopp. Dann schlüpfen an den Stränden unzählige kleine Schildkröten und krabbeln zum Wasser. Besucher können an diesem faszinierenden Ereignis teilhaben: Das Mon Repos Turtle Centre informiert über die Reptilien und bietet zur Saison geführte Touren, bei denen Sie die ersten Schritte der frisch geschlüpften Schildkröten bezeugen können (am besten mind. 1 Woche vorher buchen, www.npsr.qld.gov.au/parks/on-repos/turtle-centre.html).

Für Australier steht Bundaberg für Rum. Unbedingt in der Rum Distillery in East Bundaberg vorbeischauen (www.bundabergrum.com.au).

Übernachtung
€€ Das »Villa Mirasol Motor Inn« bei Booking.com buchen hat große Zimmer und einen Pool (https://villa.net.au).

LADY ELLIOT ISLAND - Tauchen mit Schildkröten und Mantarochen

Zugegeben: ein Ausflug nach Lady Elliot Island ist nicht billig - aber für Unterwasserfans jeden Cent wert! Wer das Great Barrier Reef erleben möchte, findet dafür kaum einen schöneren Ort. Die Insel selbst hat man in einer Stunde auf einem gemütlichen Spaziergang umrundet. Schon dabei ist allerlei zu sehen: kämpfende Krabben, wandernde Seesterne, schnappende Riesenmuscheln, Hirnkorallen und kleine Fische in allen Farben und Formen.

Das ganz große Kino folgt dann beim Schnorcheln oder Tauchen: Schildkröten, Clownfische und die trägen Napoleon-Lippfische bekommt man das ganze Jahr über vor die Taucherbrille, mit etwas Glück auch riesige Mantas. Buckelwale passieren die Insel von Juli bis Oktober.

Zur Insel kommt man nur mit dem Kleinflugzeug. Ein Tagesausflug inkl. Flug und Mittagsbuffet ab Hervey Bay oder Bundaberg kostet € 270, ab Brisbane oder Gold Coast € 565. Inklusive sind geführte Touren und ein Schnorchelausflug im Glasbodenboot. Schöner ist es, ein oder zwei Nächte auf der Insel zu verbringen.

Übernachten
Einzige Unterkunft ist das »Lady Elliot Island Eco Resort« (www.ladyelliot.com.au). Inklusive Halbpension und Ausflugsprogramm kostet eine Nacht ab € 116/Pers. Dazu kommt der Flug ab Hervey Bay oder Bundaberg (€ 207 return) bzw. ab Brisbane oder Gold Coast.

TOURTIPPP MIETWAGEN - Queensland abseits der üblichen Routen

Eine Erlebnisroute für Mietwagenurlauber, die Queensland auch abseits der Nationalstraßen kennenlernen möchten. Vom Flughafen Brisbane geht′s auf der M1 Richtung Sunshine Coast. Kurz hinter dem Caboolture River führt der Highway 85 über die Brücke nach Bribie Island , einem beliebten Ausflugsziel mit schönen Stränden und Nationalpark. Bribie ist ein gutes Plätzchen zum Picknicken, Baden, für Strandspaziergänge, aber auch für Ornithologen und zum Dolphin Watching. Zurück auf dem Festland folgen Sie der M1 weiter Richtung Norden bis zum Abzweig nach Caloundra (Hwy 6), einem Badeort mit mehreren schönen Stränden. Weiter geht′s auf der Küstenstraße hoch nach Noosa Heads , dem quirligen Zentrum der Sunshine Coast. Ein besonderes Highlights ist die Offroad-Tagestour durch den Great Sandy National Park (www.greatbeachdrive4wdrivetours.com): Über 70 km geht es dabei durch Sand, an tollen Stränden entlang, bis zu den Sanddünen von Rainbow Beach.

Von Noosa führt die Route weiter über die M1, A1 und den Hwy 57 bis nach Hervey Bay , dem Fährhafen für Touren nach Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt. An der Strandpromenade der Kleinstadt reihen sich Cafés und Restaurants. In Küstennähe tummeln sich Delfine, Meeresschildkröten und Wale. Für die Übernachtung empfehlen sich die Apartments »Coconut Palms on the Bay« direkt an der Promenade (www.coconutpalmsonthebay.com.au). Wer nach Fraser Island will, lässt sein Auto in Hervey Bay stehen, weil auf der Insel nur Geländewagen zugelassen sind. Die meisten Besucher buchen in Hervey Bay eine organisierte Tour. Abenteurer und erfahrene Offroad-Piloten mieten sich ein Allradfahrzeug und erkunden die Insel auf eigene Faust. Nehmen Sie sich einen Tag für die Highlights der geschäftigen Ostküste und den Binnensee Lake McKenzie (Baden!) und planen mindestens zwei weitere Tage ein.

Anschließend steigt man in Hervey Bay wieder in den »normalen« Mietwagen um. Zwischen November und März lohnt es sich, bis Bundaberg zur Schildkrötenbeobachtung bei Mon Repos weiterzufahren. Auf dem Rückweg nach Brisbane empfiehlt sich die Route im Hinterland der Sunshine durch die Blackall Range . Mittwochs und samstags (8-13:30 Uhr) findet im gemütlichen Eumundi ein Markt statt - ein Tipp für alle, die noch Souvenirs suchen. Machen Sie auch einen Abstecher nach Mapleton . Hier wartet das Tribal Link Activity Centre und 4 km weiter westlich die Mapleton Falls im Nationalpark.

Hinweis: Die gesamte Tour mit einem Allradfahrzeug zu planen, hat keinen Sinn, da in Brisbane kaum noch Allrad-Fahrzeuge an Touristen vermietet werden, die nach Fraser und in den Great Sandy N. P. wollen, da viele Fahrzeuge beschädigt wurden und es zu tödlichen Unfällen kam. Bucht man das 4WD-Vehikel in Hervey Bay, organisiert der Verleiher auch das notwendige Permit und die Fährüberfahrt.

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Autorin: Corinna Melville (1/2019)

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