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Alpakas werden in Bolivien in Herden gehalten. Sie liefern sehr hochwertige Wolle und ausgesprochen schmackhaftes Fleisch

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Alternativen zu Asien, Teil 3 Bolivien: Trekking, Offroad-Abenteuer, Atacama-Wüste

Im dritten Teil unserer Reihe stellen wir unseren Asien-Fans Bolivien als alternatives Reiseziel vor. Trekkingtouren sind hier ebenso erlebnisreich, aber viel preiswerter als im Himalaya.

Von der Atacama-Wüste geht eine ungeheure Faszination aus. Die trockenste Region der Erde liegt zum Teil in den Anden, nach dem Himalaya das zweithöchste Gebirge der Welt. Besonders schön ist das aride Gebiet im Südosten Boliviens mit dem Naturreservat Eduardo Avaroa. Schon seit Stunden fahren wir durch sandig-beige Einsamkeit, vorbei an schneebedeckten Sechstausendern, die einen tollen Kontrast zum stahlblauen Himmel bilden. Am berühmten Felsen Arbol de Piedra, der an einen sturmgepeitschten Baum erinnert, rasten wir nur kurz, um vor Einbruch der Dunkelheit die glutrote Laguna Colorada zu erreichen. Ihr Ufer säumen Vulkane, Flamingos fischen in ihr nach Plankton und es gibt eine einfache Herberge. Am nächsten Morgen stehen wir bereits um fünf Uhr früh am Geysirfeld Sol de Mañana. Um uns blubbert und kocht die Erde. Die Dampffontänen, die vom Boden aufsteigen, sind nur vor Sonnenaufgang zu sehen. Mit den ersten Sonnenstrahlen verfliegt der magische Zauber des Ortes. Wir fahren weiter zum südlichen Wendepunkt unserer Wüstentour, zur türkisfarbenen Laguna Verde mit dem Vulkan Licancabur im Hintergrund.

Offroad-Abenteuer im Allrad-Pickrad

Die folgende Offroad-Strecke ist lang, aber das Fahren mit dem Allrad-Pick-up macht riesigen Spaß. Am späten Nachmittag kommen wir am Ufer des Salar de Uyuni an. Der mit 12.000 qkm größte Salzsee der Welt kann über eine Steinrampe befahren werden. Wir rollen auf die Salz- kruste. Langsam färbt die untergehende Sonne den Salzsee rosa-violett. Und dann erstrahlen Milliarden von Sternen. Man könnte stundenlang schauen – aber leider ist es bitterkalt. Der Salar liegt in 3.660 m Höhe und nachts fällt die Temperatur auf minus 15 Grad. Eingekuschelt in superwarme Schlafsäcke lässt sich die nächtliche Stille im Zelt abseits jeglicher Zivilisation genießen.

Autos, Hupen und Menschenmassen empfangen uns zwei Tage später in La Paz, der höchstgelegenen Großstadt der Welt. Im historischen Zentrum gibt es koloniale Prachtbauten, steile Gassen und den skurrilen Hexenmarkt, auf dem Indígena-Frauen all die Dinge verkaufen, die Schamanen für ihre Jahrtausende alten Zeremonien benötigen: zukunftsweisende Walnüsse, geheimnisvolle Pülverchen, Lamaföten und Schlangenhäute. Ein Schamane gibt seinen Klienten in wichtigen Lebensfragen Ratschläge, die er der Lage zuvor ausgestreuter Cocablätter entnimmt. Andere versuchen, an Touristen Schlafsäcke, Daunenjacken, Trinkflaschen und Wanderstöcke zu verhökern. In Bolivien kann man nämlich nicht nur archaische Naturreligionen kennenlernen, sondern auch hervorragend trekken!

Günstige Trekkingtouren im Hochgebirge

Anders als im nepalesischen Himalaya, wo die meisten Trekkingtouren gut organisiert, teuer und überlaufen sind, geht es in den bolivianischen Anden informell, billig und einsam zu. Wir machen den Apolobamba-Trek, der im 3.400 Meter hoch gelegenen Pelechuco beginnt. Dort lernen wir Juan kennenlernen und heuern ihn für vier Tage als Guide an. Seine Maultiere tragen unsere Ausrüstung und Vorräte – Unterkünfte und Restaurants gibt es unterwegs nicht! Auch wenn wir schon eine ganze Weile im Hochland unterwegs sind, kommen wir ganz schön ins Schnaufen. Am zweiten Tag machen wir nur noch kleine Schritte. Den Blick nach unten gerichtet, erklimmen wir den 5.100 m hohen Sunchuli-Pass. Uns umgeben spektakuläre Gletscherriesen. Dann fängt es an zu schneien – glücklicherweise nur wenig. Ungehindert erreichen wir nach vier Tagen einen Bauernhof, wo wir die Nacht verbringen. Eugenio und seine Frau Arminda laden uns zum Kartoffelessen ein. Frisch gestärkt nehmen wir am nächsten Morgen Abschied und absolvieren die letzten Kilometer unseres Treks. Vom Endpunkt Lagunillas fahren wir in einem klapprigen Bus zum Titicacasee. Jetzt ist Erholung angesagt!

Copacabana ist ein beschauliches Städtchen mit relaxter Backpacker-Atmosphäre, verwinkelten Gassen und monumentaler Basilika. Vor dem Gotteshaus parken unglaublich viele blankgeputzte, mit Blumengirlanden geschmückte Fahrzeuge. Mehrere katholische Priester besprenkeln Autos, Busse und LKWs mit Weihwasser, murmeln Gebete und bitten die Heilige Jungfrau von Copacabana ihre schützende Hand über die Gefährte und ihre Insassen zu halten. Wir lassen uns weiter treiben und gelangen zur Strandpromenade. Gelber Sand, blauer Himmel, smaragdgrünes Wasser – am liebsten würden wir baden – doch Copacabana liegt auf 3.800 m Höhe und der See hat nur acht Grad! Da ist es besser, eine Bootstour zu machen. Wir lassen uns zur Isla del Sol schippern, auf der das Inka-Reich geboren worden sein soll. Man kann die zehn Kilometer lange Insel zu Fuß überqueren. Überall findet man Steinmännchen, die Indígenas zu Ehren von Pachamama, der Mutter Erde, errichtet haben. Wir setzen uns nieder und lassen den Blick über die ruhige Wasseroberfläche streifen. Der Titicacasee ist der höchste schiffbare See der Welt. Ein weiterer Superlativ!

Autorin: Jutta Ulmer (1/2018)

Weitere Alternativen zu Asien finden Sie hier:

Teil 1: Mexiko

Teil 2: Madagaskar

Teil 4: Malawi