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Die auf Galápagos endemische Meerechse ist die einzige Leguan-Art, die ihre Nahrung im Meer findet

Die auf Galápagos endemische Meerechse ist die einzige Leguan-Art, die ihre Nahrung im Meer findet

Galapagos-Reisen Urlaub auf den Inseln der zutraulichen Tiere

Albatros, Seelöwe und Leguan sind zum Streicheln nah. Das ist einzigartig auf der Welt. Das Schaufenster der vertrauensseligen Tiere ist dank stärkerer Hotel- und Airline-Konkurrenz heute nicht nur für Reiche erschwinglich.

Gemütlich sitze ich im Grünen und blinzele in die Sonne. Ein Geräusch hinter mir, das ich mal als Kind auf einer Kuhweide hörte, macht mich neugierig: das Rupfen von Gras. Ich drehe mich um, wohl etwas zu schnell. Der tierische Koloss ist drei Meter entfernt. Er zischt, zieht noch kauend den kleinen Kopf, den langen Hals und die klobigen Beine unter den Panzer. Allein auf Santa Cruz gibt es 3.000 der imposanten Galápagos-Riesenschildkröten, die bis zu 300 Kilo schwer und weit über 100 Jahre alt werden können. Etwa 60 von ihnen leben hier bei den Túneles de los piratas, großen Lava-Tunneln, zwischen Tümpeln und Gras – ganz ohne Zaun.

Galápagos ist eine Wiege der Evolution, ein einzigartiger Freilichtzoo ohne Grenzen. Die Tiere sind seit Millionen Jahren nicht bedroht und zeigen keine Scheu. Die 130 Inseln – viele winzig – liegen am Äquator zerstreut 1.000 Kilometer westlich vom Festland Ecuadors. Auf dem Pazifik-Archipel leben auch Menschen, knapp 30.000 auf vier der Inseln. Hinzu kommt Baltra mit modernem Airport und Militärstützpunkt. Jährlich landen 200.000 Gäste aus aller Welt im Paradies. Die UNESCO hat das Inselreich 2007 verwarnt. Es ging um Umweltsünden und illegale Zuwanderer, die schnelles Geld verdienen wollten. Die Behörden reagierten. Wer keine Genehmigung hatte, musste zurück aufs Festland. Damit besonders beliebte kleine Inseln nicht von Touristen überrannt werden, ist ihr Besuch nun limitiert. Das ist gut für Mensch und Tier. Auch der Welterbetitel ist erst mal gerettet.

Landkarte Ecuador

Santa Cruz - Das Herz von Galápagos

Santa Cruz, die lebhafteste Insel, ist ein Muss für alle Besucher. Erstes Ziel für die meisten Touristen ist die Charles Darwin Research Station mit ihrem grünem Zoo einheimischer Tiere. Wer spaziert oder radelt, sieht aus nächster Distanz freie Seelöwen, Meerechsen, armlange Iguanas und Riesenschildkröten – bis auf nistende Albatrosse, Fregattvögel, Tölpel und Pinguine fast die komplette Tierwelt. Begrünte, erloschene Krater, Haine aus Sonnenblumenbäumen sowie Lavatunnel machen das zentrale Hochland sehenswert. Im Hauptort Puerto Ayora leben fast 15.000 Einwohner, gibt es Läden, Kneipen, Souvenirgeschäfte. Teenager spielen Volleyball am Hafen. Alte Frauen und Männer beobachten von einer Parkbank zwei Touristinnen in knappem Outfit. Kinder spazieren in Reih und Glied in die katholische Kirche. Zwei Pelikane lassen sich flügelschwingend auf der Steintheke am Fischmarkt nieder. Am Hafen dösen Seelöwen. Wassertaxis schippern für 60 Cent auf die andere Seite der Bucht. Im Meer schaukeln Fischerboote, Frachter, Weltenumsegler und Fähren, die die anderen bewohnten Inseln ansteuern.

Zentral und freundlich ist das »Descanso del Pe trel« (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).
€€ Hilfsbereit ist man im familiären »Galápagos Native« (www.galapagosnative.com.ec, Gratis-WIFI); Buchung vor Ort oft günstiger.
€€€€ Einen spektakulären Blick über die Bucht auf Puerto Ayora bietet das »Angermeyer Waterfront Inn« (http://angermeyer-waterfront-inn.co, Gratis-WIFI).

Florena – Insel der Abenteuer und Intrigen

Ein großer Landleguan blickt von einem Felsen am Pier auf seine glitschigen Freunde. DunkleMeerechsen liegen über- und nebeneinander in der Sonne. Am grauen Lavastrand faulenzen Seelöwen neben Touristen. Auf dem kleinsten bewohnten Eiland leben 120 Menschen. In den 1930er-Jahren spielte sich unter den ersten Bewohnern, ein paar deutschen Auswanderern, eine mysteriöse Sex-and-Crime-Geschichte ab. Eine verschwundene Baronin, Mord und Totschlag waren Hollywood-Stoff (»The Galapagos Affair«). Zeitzeugin Margret Wittmer hat ihre Erinnerungen als Buch veröffentlicht: »Postlagernd Floreana«

Wer sich im »Hotel Wittmer« am Strand einquartiert, erfährt viel über die Familiengeschichte (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

San Christóbal Tierische Gesellschaft am Strand

Flüge vom Festland gehen auch auf die beschauliche 8.000-Einwohner-Insel San Cristóbal. Der schmucke Hauptort Puerto Baquerizo Moreno hat frisch verputzte Fassaden, kleine Hotels, wenige Autos. Ein Bummelweg führt an Ozean, Pier, Booten und lautstark grunzenden Seelöwen vorbei. Das bekannteste Fotomotiv der Insel ist die bizarre Felsformation Cerro Brujo in der gleichnamigen Strandbucht. Das Meer schimmert in Grün und Blau. Den schönen hellen Sandstrand teilen sich Tagesausflügler, Seelöwen, Blaufußtölpel und Pelikane – ein besonderes Erlebnis! In der Bucht schwimmen Meeresschildkröten und Rochen.

€€ Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis hat das »Mar Azul« (www.marazulga lapagos.com. Gratis-WIFI.)
€€€ Blick auf Bucht und Pier bietet das »Casa Blanca B&B« (www.casablancagalapagos.com).

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Isabela

Karge Landschaft, kahle Lavafelder, Buschwald, ein halbes Dutzend Vulkane bis zu 1.700 Meter hoch, Mangroven, ein paar Strände: Auf Isabela kann es ganz schön einsam sein. Rügens Fläche passt fünfmal in das große Eiland. Das einzige Dorf, Puerto Villamil, war vor zehn Jahren eine Fischersiedlung mit 800 Seelen. Heute sind es gut 3.000. Die Insulaner staunen, wie schnell neue Hotels und Restaurants entstehen. Es gibt eine Flugpiste und eine tägliche Fähre nach Santa Cruz. Auf Isabela leben sechs Kilometer außerhalb des Hauptorts Riesenschildkröten, die man zu Fuß, mit dem Rad oder per Taxi besuchen kann. Bei einer Bootstour zur Mangrovenbucht Los Túneles sind Rochen, Haie, Meerechsen und Seelöwen zu beobachten.

€€€ Am Palmenstrand liegt das »Hotel Albe marle« (www.hotelalbemarle.com/de, Gratis-WIFI) mit Pool, Terrasse.

ANTWORTEN AUF DIE WICHTIGSTEN FRAGEN

Galápagos richtig geplant

WANN IST DIE BESTE REISEZEIT?
Rund ums Jahr. Die Tiere sind immer zu sehen, die Schiffe stets gut gebucht, die Temperaturschwankungen gering. Von Juni bis November liegen die Höchstwerte bei 26 °C (Wasser bei 23 °C), von Dezember bis Mai bei 29 und 25 °C.

WELCHE TIERE SIEHT MAN AUF WELCHEN INSELN?
Riesenschildkröten sind am besten auf Santa Cruz zu sehen. Meer- und Lavaechsen sind gute Schwimmer und kommen überall vor. Manta-Rochen können am ehesten in der Mangrovenbucht im Norden von Santa Cruz gesichtet werden. Wichtige »Vogelinseln« sind Isabela und Fernandina. Dort leben die flugunfähige Galápagosscharbe (Stummelkormoran) und der Galápagos- Pinguin. Auf Genovesa, Española und Nord- Seymour sind Albatrosse, Fregattvögel und Tölpel auch in Brutkolonien zu sehen. Taucher sehen um die Inseln Darwin und Wolf von Juni bis September Walhaie und ganzjährig Hammerhaie.

WAS SOLLTE MAN BEI DER KREUZFAHRTBUCHUNG BEACHTEN?
Eine Galápagoskreuzfahrt ist nicht billig, aber in jedem Fall ihr Geld wert. Es gibt Schiffe in vier Klassen: Tourist, Tourist Superior, First Class und Luxus. Die meisten Schiffe sind für 16 Passagiere gebaut. In der Tourist Class sind die Kabinen eng, haben ein Minibad und meist keine Klimaanlage. Ein Kreuzfahrttag schlägt hier mit etwa US$ 250 zu Buche. Vollpension ist stets inklusive. In der Luxuskategorie werden bis zu US$ 850 pro Tag fällig. Die Kabinen sind sehr komfortabel und die Bordköche hervorragend. In dieser Kategorie gibt es auch große Schiffe für bis zu 100 Passagiere. Angeboten werden Kreuzfahrten von drei bis 14 Tagen. Buchbar sind die Touren über heimische Veranstalter, bei Agenturen in Ecuador (z. B. Columbus Travel, www.columbusecuador. com) oder direkt vor Ort. Wer nur zu einer kurzen Kreuzfahrt einfliegt, sollte vorher genau prüfen, welche Ziele und Highlights im Programm sind. Der Tourverlauf variiert auch bei den einzelnen Schiffen. Attraktive Schiffe und Routen sind oft lange im Voraus ausgebucht. Wer flexibel ist, kann vor Ort z. T. ein Schnäppchen schlagen.

WIE BEREIST MAN DEN ARCHIPEL INDIVIDUELLOHNE KREUZFAHRT? LOHNT SICH DAS?
Eine Alternative zur Kreuzfahrt ist es, zunächst auf einer Insel ein paar Tage zu bleiben, am besten auf Santa Cruz. Von dort aus unternimmt man Tagesausflüge und steuert dann per Fähre oder Flieger ein oder zwei andere Inseln an. Das lohnt sich durchaus, denn Tiere sind auch auf den bewohnten Inseln zu beobachten.

KREUZFAHRT-JACHTEN

Schiffe für jeden Geschmack

TOURIST CLASS Die Motorjacht »Aida Maria« hat acht klimatisierte Doppelkabinen mit Etagenbetten und ein Sonnendeck. Sie befährt im Wechsel zwei verschiedene 8-Tage-Routen. Über Papaya Tours (www.papayatours.de).

FIRST CLASS Der Katamaran »Treasure of Galápagos« hat Balkonkabinen für max. 16 Passagiere. Er steuert im 14-Tage-Rhythmus 28 Destinationen an. Eine 7-Tage- Fahrt und zwei Kurztouren decken so etwa alle Attraktionen ab. Preis: 5 Tage ab US$ 2.640 über Creter Tours in Ecuador (www.cretertours.com.ec)

LUXUS Die Jacht »Grand Odyssey« hat sieben Doppelsuiten (25 qm) und eine Mastersuite (35 qm) und kombiniert Luxus und Privatsphäre. Über Tourismus Schiegg (www.lateinamerika.de).

einfach €€ einfache Mittelklasse €€€ gehobene Mittelklasse €€€€ anspruchsvoll

Autor: Bernd Kubisch (2/2015)