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Dümpelnde Boote im malerischen Naturhafen von Síssi. Am rechten Ufer ein Palmenhain, den einst ein findiger Hotelbesitzer pflanzte

Dümpelnde Boote im malerischen Naturhafen von Síssi. Am rechten Ufer ein Palmenhain, den einst ein findiger Hotelbesitzer pflanzte

Reisebericht Kreta Ursprüngliches Griechenland: Sissi und die kretische Riviera

Nur wenige Kilometer östlich vom größten Touristengebiet zeigt sich Kreta ursprünglich. Urige Fischerdörfer, malerische Gebirgslandschaften, kleine Buchten und einladende Urlaubsorte. Ein echter Tipp für Individualisten.

Die Wellen brechen an der Kaimauer, die Gischt spritzt meterhoch in die Höhe. Ich sitze auf der Sonnenterrasse einer urigen Taverne in Paralía Mílatos, einem winzigen Küstenort bei Síssi, der außer ein paar Restaurants und Pensionen, einem Miniatur-Hafen und einer »Bar No Name« mit gelegentlicher Livemusik vor allem eines zu bieten hat: griechische Gelassenheit. Die frisch frittierten Calamari mit hausgemachten Pommes Frites in der »Seashell Taverna « sind nach den Buffettagen in Chersónisou eine einzige Wohltat. Im Hintergrund ist Musik von Mikis Theodorakis zu hören. Ein paar Katzen schwirren um die Tische herum, in der Hoffnung, es könne etwas für sie abfallen, an der Straßenecke stehen ein paar Dorfbewohner und klönen. Ab und an kommt ein klappriger Pick-up die Dorfstraße herunter, um nach wenigen Minuten wieder hinaufzufahren. Kaum zu glauben, dass eines der größten griechischen Touristengebiete zwischen Gouves und Mália nur ein paar Kilometer entfernt liegt.

In Síssi endet der Trubel, dort beginnt das Kreta, nach dem ich mich gesehnt habe. Die palmengesäumte, fjordähnliche Hafenbucht verleiht dem Ort mit dem lieblichen Namen etwas Malerisches. Es sind die fehlenden Strände, die Síssi vor dem Massentourismus bewahrt haben.

Wirt Kostas meint, ich solle über die Berge auf die andere Seite der Halbinsel fahren, dann bekäme ich etwas von dem Kreta zu sehen, wie er es aus seiner Jugend kennt. Bergdörfer, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, mal herausgeputzt, mal dem Verfall nahe. Mit grandiosen Gebirgspanoramen und herrlichen Ausblicken auf das dahinterliegende Meer. Nach einigem Ge - kurve schließlich wird der Blick frei auf Ágios Nikólaos, die charmante Kleinstadt am Golf von Mirabéllo, die sich als Standort für Individualreisende und Mietwagentouristen als ideal erweist. Insbesondere in der Neben - saison, wenn selbst an den kleinen Stadtstränden noch ein freies Plätzchen zu finden ist, die Tavernen nicht überlaufen sind und man auf gutgelaunte Menschen trifft. Zu erkunden gibt es viel in diesem Teil Kretas, oben auf den Hochebenen, beim Wandern in den Bergen oder auf der Suche nach schönen Badebuchten.

Reise-Planung Kreta

SISSI - Kleiner Fjord mit Palmen

Síssi hebt sich von den Touristenorten der Nordküste wohltuend ab. Der Ortskern gruppiert sich um eine kleine fjordartige Bucht mit mediterranem Hafen, am Westufer posiert ein Palmenwald, dem der Ort viel von seinem Flair verdankt. Nicht zuletzt wegen des malerischen Anblicks erfreuen sich die Tavernen rings um die Bucht großer Beliebtheit. Síssi lädt zum Flanieren ein: einmal um die Bucht laufen, in den wenigen Straßen nach Reisemitbringseln Ausschau halten und anschließend in der »Hemingway Bar« hoch über dem Meer einen Sundowner genießen. Hinter dem Palmenhain am »Fjord« ist eine notdürftige Badestelle zu finden. Besser sind die beiden 600 und 800 Meter entfernten, von Felsen umrahmten Sandbuchten am Ostende von Sissi.

€€ »Palm Bay«: Gemütliche Anlage inmitten eines Palmenhains, den der Besitzer gepflanzt hat. Einfache, aber gemütliche Zimmer mit Veranda oder Balkon zu korrekten Preisen (www.palmbay-sisi.gr).

€€€€ Das »Kalimera Kriti« bei Booking.com buchen ist eine weitläufige Anlage im Stil eines kretischen Dorfes, ein Kilometer östlich von Sissi. Sechs Zimmerkategorien, vier Restaurants und drei Bars, zwei Pools, Hallenbad und Privatstrand (www.kalimerakriti.gr).

Die Urlaubsorte der Nordküste

Pauschalreisende, die ein Hotel in Liménas Chersónnisou, Stális und Mália auswählen, können die Region individuell erkunden. Günstige Mietwagen für Tagestrips gibt es in den Touristenorten zur Genüge. Ágios Nikólaos ist in max. einer halben Stunde erreicht, Síssi in weniger als 15 Minuten. Für Chersónisou als Urlaubsort sprechen die drei oberhalb gelegenen kretischen Dörfer Chersónisos, Piskopianó und Koutouloufári, die zu Fuß zu erreichen sind, mit urigen Tavernen und Bars. ist insgesamt der übersichtlichste der drei Orte, hat einen über einen Kilometer langen Sandstrand und eine Uferstraße, an der sich das touristische Leben konzentriert. Mália bietet auf Höhe der vorgelagerten Felseninsel Aféndis Christós den insgesamt schönsten, aber auch vollsten Strand der Gegend und in Reichweite eine gewachsene Stadt. Zwischen Zentrum und Strand wurde die Stadt in den letzten Jahrzehnten allerdings dem Wildwuchs überlassen. Síssi ist vor allem in den Katalogen kleinerer Reiseveranstalter zu finden.

ÀGIOS NIKÓLAOS - Charmante Kleinstadt am See

Ágios Nikólaos besticht durch die traumhafte Lage am Golf von Mirabéllo und einem Binnensee, der durch einen 30 Meter langen Kanal mit der Hafenbucht verbunden ist. An der Uferpromenade gibt es zahllose Tavernen, Cafés, dazu eine kleine Fußgängerzone. Von der quirligen Unterstadt führt eine baumbewachsene Straße in die Oberstadt. Hier gibt es kleine Boutiquen, Shops und Restaurants, die wie das »Migomis« zwar etwas teurer sind (Seafood-Platte für zwei € 50), dafür aber einen traumhaften Blick auf den See, die alte Hafenzeile und die Bucht bieten. Das zieht viele Tagesgäste an, manchmal geht auch ein Kreuzfahrtschiff vor Anker. Obwohl der Tourismus auf Kreta, so sagt man, in Ágios Nikólaos seinen Ursprung fand, konnte sich der Ort seinen Charme bis heute erhalten. Das liegt auch daran, dass er keine klassische Badedestination ist, dafür fehlt es an längeren Stränden. Östlich und westlich vom Jachthafen gibt es zwei kleine, aber durchaus vorzeigbare Stadtstrände und eine Badeplattform. In Almirós, zwei Kilometer südlich von Nikólaos, und einer Bucht in Ammoudára gibt es recht schöne Strände.

Größere Hotels sind dem Ort erspart geblieben, hier bleiben in erster Linie Individualreisende, die mit dem Mietwagen die Umgebung erkunden. Mittwoch ist Markttag. Dann wird lautstark alles an den Mann gebracht: Gemüse, Obst, Fisch, Schuhe, Kleidung, Schmuck, Parfüm – kurzum alles, was man zum Leben braucht. Das erspart den Weg ins 65 Kilometer entfernte Heráklion. Vom Fährhafen fahren Ausflugboote zur 60 Bootsminuten entfernten Insel Kalidón-Spinalónga (Fahrt € 8, Eintritt € 8), die bis Mitte der fünfziger Jahre Leprakolonie war.

€€€ Das »Hotel du Lac« ist ein Stadthotel mit Charakter und Blick auf den See (www.dulachotel.gr). Etwas günstiger sind die Zimmer zur Fußgängerzone. Radverleih.

€€€€ Bestes Hotel vor Ort ist das »Minos Beach Art Hotel« bei Booking.com buchen Mitglied der Small Luxury Hotels of the World, etwas außerhalb Richtung Eloúnda gelegen. Es bietet geräumige Meerblick-Zimmer und Bungalows in Meeresnähe, einen kleinen Strand und vier Restaurants (www.minos beach.com).

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ELOÚNDA - Die Bucht von Eloúnda

Eloúnda setzt auf Edeltouristen. Darauf lassen zumindest die zahlreichen Luxushotels am Ortseingang des kleinen, acht Kilometer nördlich von Ágios Nikólaos gelegenen Küstenorts schließen. Doch handelt es sich dabei um relativ kleine Resorts auf weitläufigem Terrain, die sich in die schöne Landschaft der Bucht einfügen und, von der Küstenstraße betrachtet, mit ihren teils begrünten Dächern gar nicht weiter auffallen. Eloúnda selbst entpuppt sich als quirliger Urlaubsort mit vielen Restaurants, zahlreichen Hotels und Pensionen und einem passablen, rund 200 m langen Sandstrand, der, abgeschirmt durch die Halbinsel Spinalónga, kaum Wellengang hat und gute Bademöglichkeiten aufweist. Lohnend ist der Spaziergang ins höher gelegene Mavrikianó, wo das kretische Dorfle- ben in engen Gassen noch seinen traditionellen Gang nimmt.

€€€ Gute Mittelklassehotels haben in Eloúnda Seltenheitswert. Eine gute Wahl ist das »Akti Olous Beach« bei Booking.com buchen direkt am Meer, es bietet 70 helle Zimmer, einen schmalen Strand, Dachgarten mit Pool und ein Restaurant direkt am Wasser (www.eloundaaktiolous.gr). Empfehlenswert sind die Superior-Zimmer und Junior- Suiten mit großem Balkon.

LUXUS Das »Elounda Mare« bei Booking.com buchen ist eine geschmackvolle Anlage mit begrünten Dächern. Die Suiten und Bungalows haben zum Teil einen Privatpool. Am Meer gibt’s eine kleine Badebucht mit Liegewiese (www.eloundamare.com).

FLAIR In Eloúnda und Umgebung bietet Traditional Homes of Crete (www.traditional-homes.gr) schicke Ferienhäuser mit 50–125 qm Wohnfläche an, etwa das »Margarita« in Mavrikianó mit Pool und herrlicher Aussicht, das bis zu sechs Personen Platz bietet.

Restaurant-Tipps Dass die griechische Küche mehr kann als Gyros und Souvláki, zeigt sich im »The Hope« in Mavrikianó. Leckere Mezédes, traditionelle Gerichte, guter Hauswein! Pro Person kommt man inklusive Getränken mit € 10–15 aus. Das Lokal ist immer gut besucht, daher entweder nach 22 Uhr kommen oder einen Tisch reservieren, am besten auf der Terrasse, denn von dort bietet sich ein grandioser Blick auf Eloúnda und den Golf.

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Biegt man im Ortszentrum von Eloúnda rechts ab und folgt der gut befahrbaren Serpentinenstraße hoch in die Berge, macht man das am besten nachmittags und hat eine Kamera dabei. Die kretischen Dörfchen an den Hängen zeigen sich im Abendlicht von ihrer besten Seite, das Meer und die Silhouetten der Berge im Hintergrund. Ein Stopp lohnt in Fourní. Gutes Essen gibt’s im »Platanos« unter einem uralten Baum am Dorfplatz: leckere Mézedes, kretische Küche, selbst gebrannten Raki. Weiter geht’s ins Nachbardorf Kastélli. Dann schlängelt sich die Straße bergab Richtung Neápolis, von dort geht es auf der Schnellstraße zurück nach Ágios Nikólaos. Zu empfehlen ist ein Besuch im Papageienpark von Kouroúnes, zehn Autominuten nördlich von Neápolis (€ 8, bis 18 Uhr). Sehenswert ist das nahe Neápolis bei Latsída gelegene Kloster Ágios Geórgios.

ÍSTRO - Das kleine Nest mit dem schönen Strand

Dass Ístro auf der touristischen Landkarte überhaupt verzeichnet ist, hat der unscheinbare Küstenort wahrscheinlich seinem Strand zu verdanken. Der Voúlisma Beach, der »goldene Strand«, zieht Urlauber in Scharen an und hilft vielen Bewohnern die Existenz zu sichern. Ansonsten haben Ístro und das Nachbardorf Kaló Chorió außer viel Gelassenheit nicht viel zu bieten. Ein paar Shops mit Badezubehör, ein guter Bäcker, Minimärkte, Friseur und die üblichen Restaurants – das war‘s. Zu finden ist der Golden Beach am Ende der Durchgangsstraße Richtung Sitía unterhalb der Steilküste. Ganze 200 Meter lang, feinsandig und ein türkisfarbenes Meer, so klar, wie es an der Nordküste Kretas nur selten der Fall ist. Oben an der Hauptstraße gibt es drei Tavernen, »Kavos« serviert frische gegrillte Sardinen. Eine Alternative ist Karavostássis Beach im westlichen Ortsteil, wo es in der Kantina »Maria’s« die angeblich leckersten Souvláki von Kreta gibt.

€€ Wer ein günstiges Apartment sucht und das Frühstück nicht immer selbst machen möchte, trifft mit der »Villa Maria« oberhalb vom Karavostássis Beach eine gute Wahl (www.villamariacrete.gr). Fünf Apartments unterschiedlicher Größen. Kleiner Pool.

€€€ Die »Ìstron Collection Villas« bei Booking.com buchen sind nicht ganz billig, aber 65 qm groß, mit privatem Pool, Sonnenuntergangs- und Meerblick und nicht weit vom Strand.

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Autor: Oliver Kühn (1/2018)

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