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Chaos und Faszination: Die 22-Millionen-Stadt Mumbai ist eine Megacity voller Widersprüche

Chaos und Faszination: Die 22-Millionen-Stadt Mumbai ist eine Megacity voller Widersprüche

Reise nach Indien Von dem Trubel in Mumbai zur Entspannung nach Goa

Mumbai ist für jeden Reisenden eine Herausforderung: heiß und feucht, überfüllt und laut. Aber nie langweilig. Wer drei Tage durch die indische Mega-Metropole gestreift ist, hat sich eine relaxte Woche an Indiens schönstem Strand verdient.

Wieder einmal gelandet am Airport Mumbai. Ich stehe am Flughafen in der Warteschlange für ein Prepaid-Taxi in die Stadt. Kostet nach Liste zehn Euro. Nach einer guten Stunde bringt mich der Porter endlich zum Taxi. Am Steuer eine Frau, das ist selten in Indien. Sie heißt Aleika, was eigentlich die »die Friedliche« bedeutet. Doch kaum ist die Schranke oben, brettert die Dame los, überholt mal rechts, mal links, steigt heftig aufs Bremspedal. Das nervt. Ich spreche sie an: »Drive slowly please and carefully«. Da meint sie, an Prepaid-Fahrten verdiene sie weniger und müsse deshalb Gas geben. Dann schaltet sie das Taxameter ein. »Wenn ich nicht so fahren darf, wie ich will, musst Du den Normaltarif zusätzlich zahlen«. Ein langer Blick und sie schaltet das Ding wieder ab...

Mumbai: Kleine Insel mit Millionen von Einwohnern

Wenn das Stadtgebiet als Insel gelten würde, dann wäre Mumbai eine der bevölkerungsreichsten Inseln der Welt, Platz 7 vor Sri Lanka - nur rund hundertmal kleiner. Weit über 22 Millionen leben in der Hauptstadt Maharashtras, die durch Brücken über den Vasai Creek und den Ulhas River mit dem Festland verbunden ist. 60 Prozent davon in Slums, die meisten nicht einmal registriert. Allein im Dharavi-Slum, dem wahrscheinlich größten Asiens, fristen rund eine Million Menschen ihr Dasein. Daneben stehen die Hochhäuser mit Apartments für die Upperclass zu Mietpreisen, die denen europäischer Metropolen ähnlich sind. Reich interessiert sich in Indien nicht für Arm. Der Hinduismus legitimiert das indische Kastensystem, in dem man je nach Karma in eine bestimmte Kaste hineingeboren wird.

Mumbai ist die Wirtschafts- und Bankenmetropole Indiens, die Stadt hat den größten Hafen des Subkontinents, hier werden die legendären Bollywood-Schinken gedreht, die ein weitaus größeres Publikum erreichen als Hollywood-Streifen. Wer viel Kitsch und Drama verträgt, schaut sich einen der Schmachtfetzen für 50 Cent in einem der Kinos an, die es an jeder Ecke gibt.

Faszinierend sind die grandiosen Kolonialbauten aus der Zeit der Briten. Mit dem Bestaunen und Besichtigen alter Verwaltungsgebäude, Villen und Geschäftshäuser und dem Besuch der Museen könnte man allein Tage verbringen.

Wer die Megacity in kurzer Zeit erkunden möchte, konzentriert sich auf die vom Arabischen Meer umschlossenen südlichen Bezirke und entdeckt das alte Bombay auf Schusters Rappen. Der Weg führt von einer Sehenswürdigkeit zur anderen, durch ursprüngliche Gässchen, über exotische Marktplätze und Basare. Abseits der touristenfreien Zonen kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.

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Spaziergänge durchs historische Mumbai


 TOUR 1    Ausgangspunkt für unsere Streifzüge ist das Gateway of India an der Thane-Creek-Meeresbucht. Allein hier könnte man Stunden mit dem Beobachten der Menschen zubringen. Selfies, Posen, herumeilende Händler, rufende Getränke- und Imbissverkäufer. Dutzende von Fotografen bieten ihre Dienste an. Gleich gegenüber im »Taj Mahal Palace Mumbai« haben schon Mick Jagger, Bill Clinton, die Beatles und Prinz Charles übernachtet.

 TIPP    Kehren Sie ein in der atmosphärischen »Harbour Bar« auf ein Bier (€ 5-8) oder einen Snack (gegrillte Calamari für € 15). Nach der Stärkung geht′s weiter an prächtigen Bürgerhäusern vorbei die Chhatrapati Shivaji Marg hinauf zur Wellington Fountain und hinüber zum prachtvollen Museumsgebäude Chhatrapati Shivaji Maharaj Vastu Sangrahalaya (früher Prince of Wales Museum of Western India, Eintritt € 6). Hier können wertvolle historische Gemälde und Skulpturen besichtigt werden. Alternativ können Sie sich auf der anderen Parkseite der National Gallery of Modern Art für zeitgenössische indische Kunst (Eintritt € 6) zuwenden. In der Mahatma Gandhi Road reiht sich ein beeindruckender Kolonialbau an den nächsten. Vorbei an der Uni, am High Court zur Flora Fountain. Von der St.-Thomas- Kirche führt der Weg weiter zum Horniman Circle. Durch die Homji und Bora Bazar Street kämpft man sich durch dichtes Marktgewirr vor zum Chhatrapati Shivaji Terminus, der früheren Victoria Station, dem wohl markantesten Kolonialbau Indiens.

Für ein Päuschen empfiehlt sich die »New Majestic Bar«. Aufgepasst: Die Straße zu überqueren ist ein echtes Abenteuer. Nach einer Stärkung laufen Sie hinauf zum historischen Crawford Market. Zwischen Hindu-Tempeln, Moscheen und Essensständen wird alles verhökert: Lebensmittel, Kleidung, Souvenirs, alles für den Hausbau. Ein Besuch vom Chor-Basar (Thieves′ Market), einem Flohmarkt mit viel Krimskram, ist ein Muss. Durchkämpfen und staunen heißt die Devise! Genug gelaufen: Zurück zum Gateway geht es für zwei Euro mit dem Taxi.

 TOUR 2    Ein weiterer Streifzug führt ins Colaba- Viertel. Wer sich einen Eindruck verschaffen will, wie nah sich Arm und Reich in Mumbai sind, wird hier damit konfrontiert. Vom »Taj Mahal Palace« folgt man der Strand Road mit ihren alten Herrschaftshäusern. Wer sich umdreht, dem eröffnet sich ein toller Blick aufs Gateway of India. Hinter dem »Radio Club« geht′s links in die Minoo Desai Road. Nach 100 Metern ist man wieder am Meer. Am Ende der Straße wartet der Colaba Market! Fischerfrauen verkaufen, was ihre Männer gefangen haben, es gibt Gemüse, Obst und Billigklamotten. Schafe und Kühe machen sich an den Abfällen und Ständen zu schaffen. Das Leben spielt sich in engen Gassen ab. Faszinierend. Die Leute begegnen Fremden mit Freundlichkeit und verwunderten Blicken. Vier Religionen haben hier ihre Gotteshäuser: Juden, Jains, Hindus und Muslime, die friedlich miteinander leben. Wer jetzt nicht mehr laufen mag, steigt ins Taxi zurück zum »Taj Mahal Palace«.

 TOUR 3    Luftiger ist die Tour zum Malabar Hill. Vom Nariman geht es den Marine Drive entlang zum Chowpatty Beach, einer Flaniermeile für jungverliebte Pärchen, die händchenhaltend auf und ab gehen. Das Treiben lässt sich von den Teebuden beobachten. Weiter geht′s über die Walkeshwar Marg Richtung Malabar Hill, vorbei an alten Villen, am Bangana Lake hinauf zu den Hanging Gardens. Oben erwartet Sie ein unvergesslicher Blick auf Mumbais Hochhaussilhouette, die Slums und den Chowpatty Beach.

Nach drei strapaziösen Tagen Mumbai geht′s am nächsten Morgen mit vielen unvergesslichen Eindrücken im Gepäck weiter nach Goa, um dort am Strand für zehn Tage die Seele baumeln zu lassen.

Hoteltipps für Mumbai-City

€€€ Eine gute Lage in Fort und ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis hat das beliebte »Residency« bei Booking.com buchen (www.residencyhotel.com).
€€€€ Zimmer mit Meerblick, eine Dachterrasse und einen Pool bietet das »Hotel Marine Plaza« bei Booking.com buchen am Marine Drive in Churchgate (www.hotelmarineplaza.com).
LUXUS Gegenüber vom Gateway of India prunkt das legendäre »Taj Mahal Palace Mumbai« Pauschalreise buchen (https://taj.tajhotels.com).
 TIPP    5 Dinge, die Sie nicht verpassen sollten

DRINK IN DER ELEGANTEN »HARBOUR BAR«
vom Hotel »Taj Mahal Palace Mumbai«. Spezialität des Hauses ist »From the Harbour since 1933« auf Gin-Basis (€ 15).

MITMACHEN BEIM STREET FOOD WALK
»Khau Gally«, Streifzüge durch die indische Küche (€ 33-67/Pers. je nach Teilnehmerzahl, 0091-9664332353, www.nfpexplore.com).

EINE BOLLYWOODTOUR UNTERNEHMEN
Tour zu Filmstudios und aktuellen Drehorten (2-stündige Tour für ausländische Touristen US$ 44, www.bollywoodtours.in)!

SPEISEN MIT DEN FILMSTARS
Im »Khyber Restaurant« in Fort (145 M.G. Rd.) essen in gepflegter Atmosphäre auch Hollyund Bollywood-Stars, z. B. Chicken Tikka (€ 7) oder Paneer Khorma (€ 6,50). Tisch reservieren! (0091-22-4039666)

BOOTSTOUR ZUM HÖHLENTEMPEL VON ELEPHANTA
auf der Insel Gharapuri mit eindrucksvollen Shiva- und Buddhastatuen, Reliefs und Säulengängen (Eintritt € 6). Los geht′s von 9-14 Uhr vom Gateway (€ 2 return).

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Autoren: Johann Jilka und Oliver Kühn (4/2018)

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