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Der elf Kilometer lange Strand von Negril hat alles, was einen Traumstrand ausmacht

Der elf Kilometer lange Strand von Negril hat alles, was einen Traumstrand ausmacht

JAMAIKA MIT DEM MIETWAGEN Die Insel der Gutgelaunten findet man in der Karibik

Jamaika ist berühmt für seine »No-Problem«-Mentalität. Für seine Musik. Und für seine tollen Strände und die grandiose Natur. Doch die Highlights liegen über die Insel verstreut. REISE & PREISE ging mit dem Mietwagen auf Entdeckertour.

Good morning, my name ist Dr. No. I’m walking this way every morning since 1981. Me have best shop on the island!«. Freundlich und stolz gibt mir ein drahtiger Endvierziger am Strand von Negril Antworten auf Fragen, die ich gar nicht gestellt habe. Dankend lehne ich ab, ihn zu begleiten. »Vielleicht später, Mann«. »Respect, man, no problem«. Small talk à la Jamaika.

Künstlernamen sind »in« auf Jamaika. Nicht etwa, weil die Leute ihre Namen nicht mögen, sondern damit man sich jederzeit an sie erinnert. Schon der erste Tag in der Heimat Bob Marleys gewährt mir einen tiefen Einblick in den Inselalltag. Wer sich und seine Familie über Wasser halten will, muss auf Menschen zugehen können und ihnen nach Möglichkeit etwas verkaufen. Seien es Souvenirs, Kokosnüsse, Marihuana oder 20 Minuten Bananenboot. Auch »Brigitte Bardot« hat etwas zu bieten, ihr Massagestand liegt nur zwei Minuten entfernt: »direkt unter den Palmen da drüben«. Sie hat vier Kinder, für die sie Schulgeld zahlen muss. Und ist, wie die meisten Insulaner, lebenslustig und zu Scherzen aufgelegt. »I promise darling, you will feel like newly born«. Ein Termin ist schnell gefunden, denn eines hat man hier: Zeit!

Wer schon einmal vor längerer Zeit auf Jamaika war, dem fällt auf, dass es auffällig sauber geworden ist auf der Insel. Und auch im Straßenverkehr geht es heute deutlich gesitteter zu – selbst fahren, no problem! Die (halbe) Insel lässt sich mit dem Mietwagen locker in zwei Wochen erkunden: Jamaika-Einsteiger fliegen am besten nach Montego Bay und wählen als erste Station den 80 km entfernten Traumstrand von Negril – zum Akklimatisieren. Dann geht’s weiter nach Treasure Beach. Die See ist im trockenen Süden deutlich rauher und die Landschaft weitaus karger. Wegen hoher Wellen und gefährlicher Strömungen ist beim Baden Vorsicht geboten. Für die Tour durchs Inselinnere nach Ocho Rios an der Nordküste plant man am besten einen ganzen Tag ein – inklusive Zwischenstopp am Bob-Marley-Museum in Nine Miles. Zwei Übernachtungen in der Kreuzfahrer- Hochburg Ocho Rios sind genug – dann geht’s weiter nach Port Antonio. Je weiter man auf der Küstenstraße nach Osten vordringt, desto mehr zeigt sich Jamaika als tropischer Garten mit hoch aufragenden Bergen, die von sattem Grün überzogen sind, und mit Stränden, die zu den schönsten der Karibik zählen. Der regenreiche Nordosten entpuppt sich als der landschaftlich schönste Teil der Insel. Hier locken Touren in die Blue Mountains, Floßfahrten und traumhafte Strände wie die Frenchman’s Cove in Drapers oder die Long Bay an der Ostküste. Am Ende der Reise geht es in vier Stunden zurück nach Montego Bay. Eine facettenreiche Tour, die Lust darauf macht, wiederzukommen.

Landkarte Jamaika

Negril - Die Heimat von Sexy Rexy

Sexy Rexy ist wohl der einzige Jamaikaner, der in Deutschland bekannter ist als in seiner Heimat. Für die Pro7-Show »Circus HalliGalli«, in der Joko ein Eselrennen zu absolvieren hatte, trat der sympathische Jamaikaner aus der Generation Bob Marley in der Sendung als Guide auf. Der Alt-Rasta mit der Dreadlock-Mähne ist hier zu Hause und das Rennen fand natürlich am örtlichen Traumstrand statt. Halligalli gibt’s in Negril zur Genüge: im Touristenviertel Westend, wo die berühmten Klippenspringer am Nachmittag waghalsige Sprünge ins Meer vorführen, beim alljährlich Reggae-Marathon (2015: 5. Dezember), in den Music Clubs im Ort und bei Live-Konzerten am Beach. Wer abends gern seine Ruhe hat, sollte die Hotels am südlichen Ende des Strandes besser meiden. An - sonsten heißt es am elf Kilometer langen Palmenstrand chillen: am Strand und im glasklaren Meer, das so angenehm warm ist, dass man am liebsten den ganzen Tag im Wasser verbringen würde.

Die besten Unterkünfte
€€€ Eine gute Wahl ist das »Catcha Falling Star« nahe »Rick’s Café, mit Badetreppe ins Meer (www.catchajamaica.com).
€€ Wer etwas Günstigeres sucht, geht ins urige »Banana’s Garden« auf der anderen Straßenseite (www.bananasgarden.com)

Tourtipp
1 ½ Stunden sind es von Negril zu den Y.S. Falls (25 km nördlich von Black River), einem der schönsten Wasserfälle Jamaikas mit herrlichen Bademöglichkeiten. Gut erreichbar auch von Treasure Beach über die berühmte Bamboo Avenue). Auf dem Gelände wird auch ein Canopy- Parcours angeboten).

Der besondere Tipp
€€€€ Am breitesten Abschnitt des 7-Miles-Beach in Negril liegt das »Beaches Negril Resort & Spa« (www.beachesresorts.de) mit 186 stilvollen Zimmern und Suiten. Das All-inclusive-Prinzip gilt in allen acht Restaurants, sechs Bars und für Sportarten wie Tennis, Segeln (Hobie Cat), Windsurfen und Wasserski. Für zertifizierte Taucher ist sogar das Tauchen umsonst. Es gibt einen Wasserpark mit drei Pools. Und eine coole Beachbar. Kindern und Jugendlichen wird ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm geboten.

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Treasure Beach - Der Schatz des Südens

Über Savanna-la-Mar und Black River geht’s weiter nach Treasure Beach im Süden. Der Landschaft sieht man es an, dass in dieser Region deutlich weniger Regen fällt. Kokospalmen machen sich rar. Auf den ersten Blick mag es einem gar nicht so gefallen, doch hier ist Jamaika noch authentisch. Die steten Südwinde türmen an vielen Tagen meterhohe Wellen auf, gefährliche Strömungen erschweren das Ba - den. Vorteil: Es ist meist nicht so heiß wie im windgeschützten Negril. Und es geht sehr viel relaxter zu, denn es gibt nur ein gutes Dutzend Guesthouses und Hotels vorwiegend in der einfachen Kategorie, die sich über mehrere Strandabschnitte verteilen. Gegen Abend trifft man sich im »Jack Sprat« bei Oktopus, Jerk Chicken, Pizza) und eisgekühltem Red Stripe. Und die Stimmung schlägt ziemlich schnell um auf »länger bleiben«.<7p>

Die besten Unterkünfte
Am unteren Ende der Preisskala empfiehlt sich das einfache »Waikiki Guest House« mit direktem Strandzugang (www.facebook.com/waikiki.house).
€€€ Ebenfalls am Strand liegt das kleine »Marblue« mit Pool (www.marblue.com).
€€€/€€€€ Extravagant ist das »Jake’s (www.jakeshotel.com). Auf einem großflächigen Areal direkt am Meer verteilen sich geschmackvoll eingerichtete Häuser mit Doppelzimmern, Einzelbungalows und Villen).

Tourtipp
Bootsfahrt auf dem Black River
70 Kilometer lang ist der Black River und er trägt seinen Namen zu Recht. Im schwarz schimmernden, aber glasklaren Wasser leben Krokodile, die hier einst ausgesetzt wurden. Außerdem gibt es vor allem exotische Vogelarten zu sehen. Die Black River Safari mit kleinen Ausflugsbooten durch die Mangrovenlandschaft dauert 1 ½ Stunden und ist absolut lohnend (Abfahrt vom Anleger östlich der Stahlbrücke).

Ocho Rios - Stippvisite in der Kreuzfahrt-Zentrale

Ocho Rios hat ein besonderes Naturschauspiel zu bieten: die Dunn’s River Falls. Der gleichnamige Fluss fällt kaskadenartig ab und mündet direkt am Strand. Ein Naturspektakel, das einzigartig ist auf der Welt. Einzigartig ist in Ocho Rios allerdings auch die Dichte an amerikanischen Touristen. Hier kommt man sich eigentlich gar nicht wie auf Jamaika vor. Als wir am Hafen vorbeifahren, fallen uns sofort drei große amerikanische Ozeanriesen und Scharen kamerabewaffneter und sonnenhuttragender Touristen auf, die in bereitstehende Busse steigen. Wie wir steuern die Busse den Parkplatz der Dunn’s River Falls an. Wenig später geleiten jamaikanische Guides händchenhaltende Menschenketten die Fälle hinauf – obwohl der Weg eigentlich auch ohne fremde Hilfe zu meistern ist. Wir denken uns die Touristenmassen weg und genießen das Spektakel trotz alledem.

Ansonsten ist das Angebot der etwa 10.000 Einwohner zählenden Kleinstadt mit Großstadtflair ganz auf die Hauptzielgruppe ausgerichtet: In der Dolphin Cove kann mit Delfinen geschwommen, im Shoppingcomplex Taj Mahal eingekauft und hinterher bei Burger King ge - speist werden. Wir bleiben zwei Nächte, freuen uns über schöne Strände und »entdecken« die im Unterschied zu den Dunn’s River Falls nicht überlaufenen Blue Hole Falls.

Die schönsten Unterkünfte
Nahe am Hauptstrand liegt das »Reggae Hostel« (http://ochi.reggae hostel.com).
€€€ Zentral, aber ruhig, auf Felsen über dem Meer, liegt die »Hibiscus Lodge« (www.hibiscusjamaica.com). Das Restaurant ist leider nicht so gut wie in Reiseführern beschrieben und zudem vergleichsweise teuer.

Port Antonio - Perfekte Kulisse für Hollywood

Die frühere »World Banana Capital«, im 19. Jh. der Hauptumschlagplatz für Bananen überhaupt, hat stets auch Schauspieler und Filmemacher magisch angezogen. Als Cameron Diaz und Tom Cruise in »Knight & Day« auf einer einsamen Insel mitten im Atlantik Schutz vor ihren Verfolgern suchten, waren sie in Wirklichkeit nur 50 Meter vom Festland entfernt, auf der kleinen Felsinsel Monkey Island bei Drapers, einem Vorort von Port Antonio. Auch die legendäre Frenchman’s Cove (US$ 10), wo ein kleiner türkisfarbener Fluss in eine traumhafte, von Felsen verengte Meeresbucht mündet, liegt hier. In der Blauen Lagune gleich nebenan wurden 1980 Szenen für das Hollywood-Drama »The Blue Lagoon« mit der damals 15-jährigen Brooke Shields gedreht.

In den 1940ern suchte Errol Flynn mit seiner Jacht im Hafen von Port Antonio Schutz vor einem Sturm. Er kaufte sich ein Hotel, eine Ranch und erfand die Bambusfloßfahrten auf dem Rio Grande.

Drapers ist ein guter Ort zum Bleiben, von hier lässt sich die Region bestens erkunden, etwa bei einer Flusswanderung zu den Reach Falls mit Badestopp an der herrlichen Long Bay.

Die besten Unterkünfte
Unten im Ort an der Straße liegt das urige Guesthouse »Drapers San« (www.draperssan.com/en).
€€ Italienisch geführt ist das »San San Tropez« auf der anderen Straßenseite (www.sansantropez.com)

Tourtipp
Auf den Spuren von Errol Flynn
Fast schon kitschig, mit musikalischer Untermalung, aber absolut empfehlenswert: Die zwei- bis dreistündige Floßfahrt auf Jamaikas größtem Fluss, dem Rio Grande, vom Hollywoodstar höchstpersönlich erfunden, sollte man sich nicht entgehen lassen. Es geht durch paradiesische Natur, die Kulisse der Blue Mountains stets vor Augen. Unterwegs wird man auf Wunsch in einem kleinen Bambusrestaurant bekocht. Und wird’s einmal zu heiß, springt man zwischendurch einfach in den klaren Fluss.

Der besondere Tipp
FLAIR Hoch oben auf einem Hügel in einem wunderschönen Garten mit tollem Blick auf die Bucht von Port Antonio und die Blue Mountains liegt das Hotel »Mockingbird Hill« (www.hotelmockingbirdhill.com), ein ehemaliges Herrenhaus, das von einer Jamaikanerin und einer Inderin (beide deutschsprachig) geführt wird. Vier Zimmerkategorien von Garden View bis Suite.

Montego Bay - Countdown für den Rückflug

In Mo’bay sind Urlauber vom jamaikanischen Alltag in Downtown weitgehend abgeschnitten. Sie verbleiben während des Aufenthaltes zu - meist auf dem sogenannten »Hip Strip«, der Touristenmeile an der Glouchester Avenue am Flughafen. Dort ist der Großteil der Hotels angesiedelt, es gibt amerikanisch geprägte Musikbars am Meer, ebensolche Restaurants und zahllose Souvenirläden. Und mit »Doctor‘s Cave« ein gepflegtes Strandbad mit gutem Restaurant, das gegen sechs Dollar Eintritt Zutritt zum traumhaften karibischen Meer gewährt. Nachts liegt Downtown die Disco »Pier 1« in Reichweite, wo neben Touristen der jamaikanische Mittelstand tanzen geht. Wer weiter eintauchen will, muss den Tipps gut informierter Taxifahrer Vertrauen schenken. Doch mehr als zwei, drei Tage lohnt es sich ohnehin nicht, in Montego Bay zu bleiben, dafür haben Stadt und Touristenmeile einfach zu wenig zu bieten.

Die besten Unterkünfte
€€€ Ideal für die letzten zwei Nächte ist das »Glouchestershire Hotel« direkt gegenüber vom Doctor’s Cave (www.thegloucestershirehotel.com); mit Pool. Hier ist man mitten im Getümmel und kann alles zu Fuß erledigen. Wegen des Verkehrslärms ein Zimmer im hinteren Teil des Hotels wählen.
€€€ Weitaus charmanter ist die zum Hotel »Richmond Hill Inn« umfunktionierte Villa in der Union Street, die einst einer schottischen Familie gehörte. Schöner Pool und fantastischer Blick auf Montego Bay und das Meer (www.richmond-hill-inn.com)

Trauen Sie sich und fahren selbst

Was vor 20 Jahren noch einem Himmelfahrtskommando glich, stellt heute kein Problem mehr dar, auch wenn links gefahren wird. Das Verkehrsaufkommen ist verglichen mit den Verhältnissen bei uns gering. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h, in Ortschaften bei 50 und zwischendurch immer wieder bei 60. Und daran halten sich selbst die früher für ihren forschen Fahrstil bekannten Taxifahrer. Damit das so bleibt, setzt die Polizei verstärkt Radarpistolen ein. Wer zu schnell ist, bekommt einen Einzahlungsbeleg, den er bei der nächsten Bank zu begleichen hat. Die Küstenstraßen sind in einem guten Zustand, im Inselinneren muss indes mit Schlaglöchern gerechnet werden. Richtig übel war auf unserer Tour nur die kleine Nebenstraße zum Bob-Marley-Museum. Noch mal zur Radarfalle: Wir bekamen für 20 zu schnell gefahrene km ein Bußgeld von 50 Dollar aufgebrummt. Auf meinen Hinweis hin, dass wir auf dem Weg zum Flughafen seien und die Banken am Wochenende geschlossen haben (es war Sonntag!), einigten wir uns auf 30 Euro (!) in bar, 10 Euro für jeden der drei Polizisten. No Problem!

einfach €€ einfache Mittelklasse €€€ gehobene Mittelklasse €€€€ anspruchsvoll

Autor: Oliver Kühn (4/2015)