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Auf einer Reise durch das Yukon Territory garantiert: Begegnungen mit Bären, großartigen Landschaften und indianischer Kultur

Auf einer Reise durch das Yukon Territory garantiert: Begegnungen mit Bären, großartigen Landschaften und indianischer Kultur

Urlaub in Kanada Yukon: Mit dem Mietwagen durch die Wildnis

Unendliche Weiten, großartige Natur und Bären: Der Alaska Highway ist noch immer eine der Traumstraßen Nordamerikas - und das schönste Stück liegt im Yukon Territory.

Schnurgerade schneidet sich die Straße durch die menschenleere Wildnis. Wälder, Seen und Sümpfe, so weit das Auge reicht. Am Horizont schneebedeckte Berge. Die endlose Weite fasziniert, macht aber auch schläfrig. Plötzlich taucht links etwas Braunes auf. Wir bremsen und staunen. Am Straßenrand liegt ein toter Elch, offenbar von einem LKW erwischt. Über dem Kadaver sitzt ein Schwarzbär und weidet ihn aus, den Blick immer wieder auf unseren gerade mal drei Meter entfernten Wagen gerichtet. Fast fünf Minuten können wir ihn in Ruhe aus dem Autofenster beobachten. Dann trollt er sich zurück in den Wald. Wer im Yukon Territory im Nordwesten Kanadas unterwegs ist, muss mit überraschenden Tierbegegnungen rechnen. Mehr als 250.000 Karibus, 80.000 Elche und 30.000 Bären leben hier - und nur 37.000 Menschen. Es sind die Weite, die Einsamkeit und die grandiose Natur, die den Reisenden in den Bann ziehen und die er sich im wahrsten Sinne des Wortes erfahren muss.

Bis in die 1940er Jahre war der Yukon weitgehend unerschlossen. Nach dem Angriff Japans auf Pearl Harbour im Dezember 1941 befürchteten die Amerikaner eine Eroberung Alaskas und ließen im Rekordtempo eine Militärpiste von Dawson Creek in British Columbia durch das Yukon Territory bis nach Delta Junction in Alaska bauen, um dorthin Truppen verlegen zu können. Später wurde die Straße asphaltiert, begradigt und ausgebaut. Noch heute ist sie die einzige Landverbindung nach Alaska.

Reise-Planung Kanada

Alaska Highway: Traumstraße Nordamerikas

Eine Fahrt auf dem Alaska Highway, der in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feiert, ist auch eine Reise in die Geschichte. Immer wieder stößt man auf Überbleibsel aus der Pionierzeit. In Watson Lake legte ein heimwehkranker Soldat aus Illinois 1942 den Grundstein für eine der meistbesuchten Attraktionen, als er ein Ortsschild seines Heimatortes aufstellte. Heute drängen sich im Signpost Forest mehr als 77.000 Schilder aus aller Welt.

Ein Abstecher führt nach Carcross. Es gibt ein paar Läden mit Indianerschmuck und einen alten Krämerladen mit Bärenfellen und Pelzmützen made in China. Mittelpunkt des 300-Seelen-Dorfes ist das hölzerne Bahnhofsgebäude, von dem der Zug über den White Pass nach Skagway am Pazifik startet. Wo heute der Zug fährt, war einst die erste Etappe des langen und gefährlichen Weges, auf dem Abenteurer und Glücksritter während des Goldrausches 1896 bis 1899 vom Pazifik zu Fuß über die Berge bis zum Lake Bennet und weiter auf Booten nordwärts auf den Yukon-Fluss bis zu den Goldfeldern am Klondike River gelangten. Auch Jack London gehörte zu ihnen. Vier Tage benötigte der damals 21-Jährige, um über den 1.067 m hohen Chilkoot Pass zu kommen, bepackt mit fast 70 Kilo Gepäck. Welche Strapazen er dabei erlitt, hat der Schriftsteller eindrucksvoll in seinem berühmten Abenteuerroman »Alaska Kid« beschrieben.


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Das erste Hotel von Donald Trumps Großvater

Vom Ort Bennet ist nur noch eine hölzerne Kirche übriggeblieben. Besucher bewundern die großartige Szenerie mit dem graublauen, von Bergen eingerahmten See und den bis zu 4.000 m hohen Coastal Mountains mit ihren Gletscherfeldern. »Da stand einst das ‚Arctic Hotel‘, mit dem Donald Trumps Großvater den Grundstein für das Familienvermögen schuf«, erzählt Joost van der Putten, der Touristen über den legendären Chilkoot Pass führt, und deutet auf eine Holzfassade, hinter der die Kantine des neuen »Wilderness Resorts« liegt. Das 1899 von Frederick Trump eröffnete Hotel galt damals als das beste Haus in Bennet und bot neben Alkohol und Zimmern für Prostituierte auch frisches Gemüse an. Dann zog Trump weiter nach Whitehorse, wo heute 29.000 Menschen leben - mehr als drei Viertel der Bevölkerung des Yukon. Die Hauptstadt ist Dreh- und Angelpunkt des wirtschaftlichen Lebens.

Je weiter man nach Norden vordringt, desto kleiner werden die Nadelbäume. Vor Haines Junction, einer der typischen Ansiedlungen mit zwei Tankstellen, ein paar schiefen Holzhäusern mit Fast-Food-Restaurants und einfachen Unterkünften, erheben sich die mächtigen Bergmassive des Kluane National Parks mit dem höchsten Berge Kanadas, dem 5.959 m hohen Mount Logan. Erkunden lässt sich der größte Nationalpark des Yukon nur zu Fuß, per Pferd oder Kanu.

Auf dem Top-of-the-World-Highway

Wie aus dem Nichts tauchen alte Militärlaster und ein Krankenwagen neben der Straße auf. Wo heute die »Discovery Lodge« Stellplätze für Wohnmobile und Holzhütten zum Übernachten anbietet, war früher eine Armeestation.

Kurz hinter der Grenze zu Alaska biegen wir zum Top-of-the-World-Highway ab, der einzigen Möglichkeit, um über Dawson City wieder nach Whitehorse zurückzufahren. Die Straße, die sich von einem Bergkamm zum nächsten schlängelt, verleiht das Gefühl, über den ungeheuren Weiten zu schweben. Einziger Ort auf der Strecke ist Chicken, ein Übrigbleibsel des Goldrausches. Im »Chicken Creek Café« gibt es eine Buffalo Chili Dogs Plate, Rentier-Bratwurst und riesige Stücke Blaubeerkuchen. Hinter Chicken endet der Asphalt und bei Poker Creek erreichen wir wieder die kanadische Grenze. »Nördlichste Landgrenze der USA« hat jemand mit weißer Farbe auf zwei Holzbretter geschrieben. »Höhe: 4127 Fuß, Bevölkerung: 3«.

Goldgräber-Charme in Dawson City

Die Straße endet am Ufer des Yukon River, wo eine kostenlos Fähre nach Dawson City übersetzt. Noch immer ist hier nur die direkt am Fluss gelegene Straße asphaltiert. Der Rest sind breite Staubpisten, an denen Originalgebäude wie Hotels, das Theater, die Post und verschiedene Läden liegen. Einige der Holzgebäude sind liebevoll renoviert, von anderen stehen nur noch die Fassaden, in deren Schaufenstern Schilder auf ihre Geschichte hinweisen. Im Spielkasino Diamond Tooth Gertie′s amüsieren sich heute amerikanische Kreuzfahrt-Rentner auf Landausflug. Und wenn die Tänzerinnen ein paar betagte Herrn zum Cancan auf die Bühne holen, tobt der Saal.

Die Stadt ist aber auch noch immer Ziel für Abenteurer und Aussteiger. Der Schweizer Paul Wettstein führt seit 2011 das »Aurora Inn« und serviert seinen Gästen ein Rentier-Steak mit Schweizer Rösti. Treffpunkt der Glückssucher ist die Bar des 1898 eröffneten »Westminster Hotels«. In der dunklen Kaschemme hängen schon um neun Uhr morgens bärtige Gestalten mit verdreckten Jeans beim Bier am Tresen. »Greenhorn« Adam Christmas sucht eine Möglichkeit, in einer Goldmine zu arbeiten, steht auf einem Aushang.

Etliche Minen sind noch aktiv und manche bieten auch Touren für Touristen an. »Alles, was wir machen, ist Dreck waschen«, scherzt Justin Millar, Sohn des Besitzers der Gold Bottom Mine. Der 24-Jährige schaufelt eine Ladung Gestein in eine Metallpfanne und erklärt uns, wie wir diese wieder und wieder im Wasser schütteln müssen, damit sich das schwerere Gold am Boden absetzt. Eine mühselige Prozedur. Nach zehn Minuten eifrigen Schüttelns entdeckt Justin ein Goldkörnchen in der Pfanne, so klein, dass es mit bloßen Auge kaum zu erkennen ist.

Auch Jack London hatte damals kein Glück. »Er verließ die Stadt mit 4,50 Dollar«, erzählt Lulu Keating, die das Jack-London-Museum betreut, wo eine Sammlung von alten Fotos seine Reise an den Klondike dokumentiert. Londons Erlebnisse waren für ihn letztlich aber mehr wert als Gold und Geld - sein 1903 erschienener Roman »Ruf der Wildnis« gehört zu seinen berühmtesten Werken.

Naturerlebnisse am Alaska Highway

Die Route
Der Alaska Highway quert den Yukon bei Watson Lake und verlässt ihn wieder bei Beaver Creek, wo Alaska beginnt. Wer die Fahrt in Whitehorse beginnt, muss die Strecke nach Watson Lake hin und zurück fahren. Einzige Alternative ist der 582 km lange Campbell Highway, eine Schotterpiste (nicht alle Autovermieter erlauben die Fahrt). Von Whitehorse nach Watson Lake sind es 436 km, von Whitehorse bis Haines Junction 158 km und dann noch einmal 298 km bis Beaver Creek. Die Gesamtstrecke beträgt 892 km und lässt sich bequem in fünf Tagen fahren. Empfehlenswert ist jedoch eine Rundfahrt über den Top-of-the-World Highway und Dawson City zurück nach Whitehorse.

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Lohnnde Touren
Siebentägige Wandertouren ab/bis Whitehorse auf dem 55 km langen Chilkoot Trail bietet Nature Tours of Yukon (001-8676605050, www.naturetoursyukon.com) ab € 1.268 an. Ein umfangreiches Angebot mit kurzen und längeren Kanu-, Angel- und Wandertouren gibt es bei Up North Adventures in Whitehorse (001-867-6677035, www.upnorthadven tures.com; 4-std-.Kajak-Tour ab € 114/Pers). Bei Muktuk Adventures (001-867-6683647, www.muktuk.com), 20 Minuten nördlich von Whitehorse, kann man eine Husky-Farm besuchen (€ 21), dort übernachten (DZ ab € 63 ÜF) und verschiedene Touren buchen. Mehrtägige Touren und Tagesausflüge bietet auch das deutsch-kanadische Yukon Wide Adventures (001-867-3932111, www.yukonwide.com).

Sightseeing-Flug: Ein einmaliges Erlebnis ist der Flug von Whitehorse zum Lake Bennet, über Flüsse, bewaldete Täler und die schneebedeckten Coastal Mountains. Sogar der schmale Pfad am Chilkoot Pass, über den sich die Goldsucher quälen mussten, ist zu sehen. Der Flug für bis zu drei Personen kostet je nach Flugzeit € 340-408 (001-867-6687725, www.alpineaviationyukon.com).

Kluane NP: Auf der Website www.pc.gc.ca und im Besucherzentrum des Parks gibt es umfangreiche Information zu Touren zu Fuß, mit dem Mountain Bike, Kanu oder zum Fischen.

Geführte Wanderungen im Park bietet Cabin & Kluane Ecotours (001-867-6342626, www.thecabinyukon.com) 27 km südlich von Haines Junction an (€ 89/Tag/Pers., Übernachtung in Hütten EZ/DZ € 75/82).

Autorin: Bärbel Schwertfeger (3/2017)

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