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Bootspartie auf dem Xong River bei Vang Vieng. Der Ort ist von schroffen Karstbergen umgeben

Bootspartie auf dem Xong River bei Vang Vieng. Der Ort ist von schroffen Karstbergen umgeben

Reise nach Laos Das kleine Land am Mekong ist eine Alternative zu Thailand

Verglichen mit den Nachbarländern Thailand, Vietnam und Kambodscha ist Laos immer noch ziemlich relaxt. Unser langjähriger Asien-Kenner Johann Jilka hat die Highlights des Landes wieder einmal unter die Lupe genommen.

Was für ein Licht! Ich stehe in Luang Prabang am Mekong, neben der gebührenpflichtigen Bambusbrücke, und mache Fotos von einem Fischer, der sein Netz auswirft. Der hört auf mit dem Fischen, paddelt zu mir und will die Fotos sehen. Okay, sie gefallen ihm. Die Bambusbrücke könnte man vom Fluss aus besser fotografieren. Ich frage, ob er mich mitnimmt. Kein Problem. Von der Mitte des Flusses sieht’s gut aus. Wacklig, aber ich bin mutig. Fertig mit den Fotos. Der Fischer sagt, er könne mich gleich auf der anderen Seite absetzen, gut. Ich steige am anderen Ufer aus. Eine junge Frau kommt über die Brücke gerannt, das Bauwerk bebt. »Hey you, pay!« »What for?«, frage ich. »Crossing the river by bridge is 7.000 Kip.« Aber ich bin doch gar nicht über die Brücke gegangen… Die Frau wird aufgeregter. Der Fischer ist ein Diplomat. Er erklärt der Frau auf Laotisch, dass er mich wieder mit zurücknimmt und ich dann zu Fuß über die Brücke komme. So machen wir es. Nach fünf Minuten gehe ich über die Brücke, winke dem Fischer, zahle die Maut, die aufgeregte Frau lächelt wieder, alles gut!

Mit Lächeln und gutem Willen lassen sich so manche Klippen umschiffen, auch in der Demokratischen Volksrepublik Laos, wie das Land offiziell heißt.

REISE & PREISE empfiehlt Ihnen einen Trip über vier Orte, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Erste Station ist die herrliche ehemalige Königsstadt Luang Prabang, danach geht es in die mystische Ebene der Tonkrüge, ins landschaftliche wunderschöne Vang Vieng und zum Abschluss in die Hauptstadt Vientiane.

Reise-Planung Laos

LUANG PRABANG - Einer der schönsten Orte Südostasiens

Einer der schönsten Orte ganz Südostasiens ist Luang Prabang, die alte Königsstadt am mächtigen Mekong. Die fantastische Altstadt mit ihren fast komplett erhaltenen Straßenzügen aus der französischen Kolonialzeit und den sensationellen buddhistischen Monumenten liegt auf einer Halbinsel, begrenzt vom Mekong und dem kleineren Nam Khan. Die Stadt ist Touristenmagnet des Landes. Ja, manchmal kann es etwas trubelig zugehen, vor allem wenn sich am Abend die Innenstadt in einen riesigen Nachtmarkt verwandelt. Dennoch, die Stadt hat ihren Charme nicht verloren. Die Stimmung ist immer noch laotisch entspannt.

Der Buddhismus begegnet einem an sprichwörtlich jeder Ecke. Allein mit dem Besuch der unzähligen Vats in der Stadt, am Fluss und in der Umgebung könnte man eine Woche verbringen. Ein Muss ist die Visite im Vat Xieng Thong mit seinen goldenen Fassaden und bunten religiösen Gemälden. Der Königspalast, heute Nationalmuseum, mit seinen umliegenden Pagoden ist fantastisch. Gegenüber beginnen die schweißtreibenden 320 Stufen hinauf zum That Chomsi. Der Blick von oben auf die Stadt, den Fluss und die Berge entschädigt reich für die Mühe. Wer auf der anderen Seite hinabsteigt, kann im Wald noch einige kleine Vats und einen großen liegenden Buddha entdecken. Nicht verpassen sollte man die tägliche Prozession der Mönche zum Sonnenaufgang. Hunderte der Buddha-Jünger sammeln ihr Essen für den Tag ein. Beim Fotografieren bitte Respekt vor dem religiösen Ritual wahren! Der Tipp zum Tagesabschluss ist ein kaltes Beer Lao in einer der urigen Stelzenkneipen hoch über dem Mekong. Lohnend und beliebt ist die einstündige Bootsfahrt den Mekong hinauf zu den ca. 25 km entfernten Höhlen von Pak Ou, in denen Zehntausende Buddha-Statuen liegen (Boote von 8–14 Uhr vom Anleger, € 8,50). Angesagt sind auch die 30 km südlich im Dschungel gelegenen Wasserfälle von That Kuang Xi, mit Badebecken.

Ein paar Schritte abseits der ausgetretenen Pfade ist man fast alleine und hat ein ganz anderes Erleben. Schön ist ein Besuch der Vats auf der gegenüberliegenden Seite des Mekongs. Mit der öffentlichen Fähre (€ 1) geht es hinüber. Man wandert über das Vat Xieng Mene zum Vat Hat Siao, besucht ein paar Mini-Dörfer und genießt die Blicke auf Luang Prabang. Am besten die Tour ab Mittag machen, dann steht die Sonne richtig. Ein Erlebnis ist auch die Radtour von der Halbinsel aus nach Süden. Schön sind das Vat That Luang und das am Mekong gelegene Vat Phutt Habat Thai beim Denkmal Kay Stone. Beim Vat Pha Fang balanciert man über eine fragile Bambusbrücke über den Nam Khan River, spaziert den Fluss entlang und kehrt über die andere Bambusbrücke nach Luang Prabang zurück.

Kost & Logis
Die Auswahl ist groß – und die Preise dürften die höchsten in Laos sein.
Das »Jaliya Guest House«, zehn Gehminuten vom Zentrum entfernt, hat Balkonzimmer und drei kleine Bungalows im Garten (Phamahapasaman Rd., 00856-20-77553311).
€€ An der Flussstraße nahe dem Vat Xieng Thong liegt das »Mekong Charm Guest House«, ein schönes Holzhaus (www.mekongcharm.com).
€€€€ Eine stimmungsvolle Oase mit Garten und Pool ist das »Rive Droite« auf der rechten Flussseite des Nam Khan, gegenüber der Altstadt (www.theapsara.com). Gratis-Bootsshuttle in die Stadt.
Die schönsten Plätze zum Abendessen sind immer noch die Stelzenrestaurants am Mekong. Gute Lao-Gerichte, auch Mekongfisch gibt es. Alternative sind die Essensstände und einfachen Lokale beim Nachtmarkt.

Gut zu wissen
Der Eintritt zu den Sehenswürdigkeiten beträgt jeweils € 2. Agenturen bieten jede Menge Bootstouren an, z. B. einen »Mekong Sunsettrip«.

Anreise
Flug nach Luang Prabang. Wer von Bangkok anreist, fliegt von dort mit Thai Smile, Bangkok Airways oder Lao Airlines nach Luang Prabang. Air Asia fliegt von Bangkos Don Mueang Airport.

PHONSAVAN - Die Ebene der Tonkrüge

Nach dem beeindruckend schönen Luang Prabang wirkt Phonsavan wie eine komplett andere Welt. Keine Kolonialbauten mehr, keine traumhaften Vats, keine Luxusrestaurants. Phonsavan ist eine staubige Provinzstadt, 1.200 m hoch gelegen in der kalten Ebene der Tonkrüge. Eigentlich ist der Name schon falsch. Die Relikte sind aus Stein. 4.000 der mysteriösen Gefäße soll es im Um kreis von Phonsavan in der Provinz Xieng Khuang geben. 2000 oder auch 4000 Jahre alt sollen die Kolosse sein, keiner weiß es genau. Das Steinmaterial gibt es in der Gegend nicht. Wer hat sich also die Mühe gemacht, die Monster hierher zu schaffen und warum? Vermutet wird, dass es sich um Särge bzw. Urnen handelt. Drei der Fundorte (»Sites«) sind für Touristen zugänglich, daneben gibt es noch Höhlen, buddhistische Relikte und abgelegene Dörfer zu entdecken. Mit Roller oder Moped lässt sich die Gegend auf eigene Faust erobern. Zwei Tage sollte man bleiben. Achtung: Die Region wurde im Vietnamkrieg massiv bombardiert, 30 Prozent der Bomben liegen immer noch als Blindgänger herum – auf den markierten Wegen bleiben!

Wer früh startet, kann an einem Tag die alte Königstadt Muang Khun (Xieng Khouang) und die drei Sites mit den Steinkrügen besuchen. Muang Khun (35 km entfernt, ca. 1 Std.) wurde 1975 von den Amerikanern dem Erdboden gleichgemacht. Trotzdem, die Vat-Relikte und die Chedi-Ruine sind den Besuch wert. Auf dem Rückweg kann man den Bombenentschärfern in den Reisfeldern zusehen. Besser aus einiger Entfernung. Im Ort Ban Lat Huang geht es nach links zu den Sites 2 und 3. Auf dem Rückweg nach Phonsavan liegt linkerhand ca. 10 km vor der Stadt die meistbesuchte Site 1 (Thong Hai Hin) mit dem Visitor Center. 250 Krüge liegen hier herum, der größte hat den Namen Hai Cheun, ist 2,50 m hoch und wiegt eine Tonne. Das ganze Areal erstreckt sich über 2 qkm und lässt sich leicht erwandern.

Ein zweiter Mopedtagesausflug führt in den Nordosten Phonsavans. Man folgt der Straße nach Muang Kham. Nach knapp 30 km kurz hinter dem Dorf Nong Pet zweigt ein Trampelpfad ab. Durch wilde Berglandschaft erreicht man in ca. 30 Minuten die Höhlen von Tham Xang. Hier sollen sich während des Vietnam-Krieges bis zu 1.000 Soldaten versteckt haben. Bei Nong Pet findet jeden Sonntag ein riesiger Hmong-Markt statt. Los geht’s um 6 Uhr morgens, um 10 Uhr ist alles vorbei. Über das Dorf Ban Tachok gelangt man ins Hmong-Dorf Ban Nasala mit seinen freundlichbescheidenen Bewohnern. Weitere Bergdörfer liegen in Gehweite.

Kost & Logis
Die meisten Unterkünfte liegen an der Hauptstraße oder nahebei.
Einen Balkon haben die Zimmer im 2. Stock des relativ neuen »Namchai Guest Houses« (Navieng Rd., 00856-61-312095).
€€€ Das »Anoulack Khen Lao Hotel« beim Busbahnhof hat nette Zimmer (www.anoulackkhenlao.com). An der Old Road Airport im Zentrum führt ein Italiener das Lokal »Lao Falang«. Der Besitzer veranstaltet auch Touren.

Gut zu wissen
Mopeds vermietet Douangsay Chai Travel an der Hauptstraße. Fahrräder kosten € 2. Organisierte Touren zu den drei »Sites« kosten bei 5–8 Teilnehmern.

Anreise
Sieben Stunden braucht der Bus von Luang Prabang nach Phonsavan (Minibus inkl. Hotel-pick-up).

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VANG VIENG - Umgeben von Naturschönheiten

Vang Vieng hat eine wunderbare Lage – und eine bewegte neuere Geschichte. Von etwa 2005 bis 2012 war der von Karstbergen malerisch umgebene Ort eine der großen Party-Adressen Südostasiens: Feiern, Tubing auf dem Fluss, Alkohol und Drogen waren angesagt. 2012 schloss die Regierung alle Bars entlang des Xong Rivers und die Party war vorbei. Heute besinnt sich die kleine Stadt wieder auf ihre Naturschönheiten. Wunderbar am Fluss gelegene Bars und Restaurants mit tollen Cocktails, kaltem Beer Lao und gutem Essen gibt es aber immer noch. Zur Erkundung der Natur und der in den Karstbergen versteckten Höhlen mietet man sich ein Fahrrad oder Moped. Man überquert die Brücke beim »Vang Vieng Riverside Resort« und ist in einer anderen Welt. Büffel grasen, Bauern arbeiten auf den Reisfeldern, alle paar Minuten hat man eine noch schönere Perspektive auf die Berge. Links hinter der Brücke liegt die Tham-Chang-Höhle, von deren Eingang sich ein toller Rundblick auf Vang Vieng und die Umgebung bietet. Zurück am Hauptweg folgt man einfach den Hinweisschildern zu den anderen Höhlen. Schön sind z. B. Tham Kiao Kham und etwas weiter Tham Pou Kham. Alles sind interessante Abstecher, oft mit Buddha-Statuen geschmückte Stalagmitenhöhlen. Man passiert Hmong-Dörfer. Die Menschen sind schüchtern und staunen über den Besucher. Hinter dem Dorf Nathong Neua rechts auf dem Weg zur Tham Pou Kham kommt man an der »blauen Lagune« vorbei. Gut für ein Bad, ziemlich kühl und bei Travellern beliebt.

Kost & Logis
Das Angebot an Unterkünften ist immer noch riesig. Am besten deponiert man das Gepäck und schaut sich in Ruhe um, die Wege sind nicht weit.
€€ Das »Maylay Guest House« bei Booking.com buchen »Maylay Guest House« hat zweckmäßige, gepflegte Zimmer mit Fließenböden (Savang Village, 00856-23-511136).
€€€ Nette Balkonzimmer, Bungalows am Fluss und ein tolles Terrassenrestaurant bietet das »Thavisouk Resort« (Ban Muangong, 00856-20-5106288).
An der Hauptstraße und am Fluss reihen sich die Restaurants. Schmackhafte indische Gerichte für € 3–8 serviert das »Nazim«.

Gut zu wissen
Tubing und Kajaktouren werden überall angeboten sowie Kletterkurse und Touren, außerdem morgens und abends einstündige Ballonfahrten.

Anreise
Direktbus von Phonsavan nach Vang Vieng (6 Std.). Alle Busse Richtung Vientiane halten in Vang Vieng. Am besten Ticket inklusive Transfer zum Busbahnhof über die Unterkunft buchen.

VIENTIANE - Die Hauptstadt ist im Wandel

Wer vor einigen Jahren schon mal in der laotischen Hauptstadt war, wird sich verwundert die Augen reiben. Nein, die Stadt ist nicht schöner geworden. Das Geld der Investoren aus China und Thailand hat viele der alten Kolonialbauten verschwinden lassen. Besonders markant ist die Veränderung an der Flusspromenade am Mekong. Früher saß man in einfachen Kneipen beim Beer Lao und genoss den Blick über den Mekong-Strand hinüber nach Thailand. Heute bestimmt Beton den Eindruck. Modern, aber hässlich. Trotzdem sollte man mindestens einen Tag für den Besuch der Sehenswürdigkeiten einplanen. Am besten erwandert man sich die Spots. Man startet beim Vat Chan an der Uferpromenade, wo ab 17 Uhr ein quirliger Nachtmarkt stattfindet. Den Mekong entlang geht es zum Vat Xieng Nyeun, weiter zur Statue von Anouvong, dem letzten König Vientianes. Man steigt hinauf zum Vat Si Saket hinter dem Präsidentenpalast, mit seinen geschätzten 10.000 Buddha-Statuen sehr beeindruckend. Nach einem Abstecher zum Vat Si Muang geht es zurück zur Lane Xang Ave, wo noch einige Relikte der französischen Zeit zu sehen sind. Die Hauptstraße führt hinauf zum Patuxai, das Unabhängigkeitsdenkmal oder Siegestor erinnert an die Befreiung von den Franzosen. Weiter über die Singha Road geht’s hinauf zum That Luang mit seinem riesigen goldenen Chedi, dem Wahrzeichen von Laos. Der Bezirk besteht aus mehreren Klöstern, Denkmälern, Gedenkstätten und Museen. Dabei ist auch ein großer Essensmarkt. Zum Abschluss geht es mit dem Tuk-Tuk zurück zum Mekong an die Promenade, um den Sonnenuntergang zu genießen.

Wer eine der skurrilsten Sehenswürdigkeiten besichtigen will, fährt von der Busstation beim Talat Sao zum Buddha-Park (1 Std.), wo Hunderte z. T. riesige betonierte Buddhastatuen zu bewundern sind – hässlich-kitschig oder große Kunst, da scheiden sich die Geister...

Kost & Logis
Im Zentrum in der Nähe der Uferpromenade gibt es Unterkünfte jeder Art.
€€ Backpackertreff mit einfachen, aber guten Zimmern mit Fan und AC ist das »Phonepaseuth Guesthouse« bei Booking.com buchen »Phonepaseuth Guesthouse « (97 Pangkham Road, 00856-21-212263). Mit kleinem Restaurant.
€€€€ Stilvolle Zimmer und Suiten hat das »Salana Boutique Hotel« (www.salanaboutique.com). Edles Restaurant, Bar und Lounge. Gutes laotisches und westliches Essen gibt es im »Khop Chai Deu« in einer alten französischen Villa mit schönem Garten (54 Setthathirat Rd.). Alternative ist der Nachtmarkt am Mekong.

An- und Weiterreise
Von Vang Vieng nach Vientiane fahren diverse Busse (3–4 Std.). Von Vientiane geht’s direkt nach Hause oder zurück nach Bangkok (mit Air Asia, Thai Smile, Bangkok Airways oder Lao Airlines).

einfach €€ einfache Mittelklasse €€€ gehobene Mittelklasse €€€€ anspruchsvoll

Autor: Johann Jilka (1/2018)

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