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Abendstimmung auf dem Malawi-See

Abendstimmung auf dem Malawi-See

Alternativen zu Asien, Teil 4 Malawi: Günstige Safaris und ein See groß wie ein Ozean

Ausgerechnet das winzige Binnenland Malawi im Herzen Afrikas hat Überraschendes zu bieten, liegt es doch an einem der größten Seen der Erde mit herrlichen Stränden. Doch auch Safarifans kommen hier auf ihre Kosten – zu ganz zivilen Preisen.

Wellen rollen aufs Ufer zu, am Strand spielen Kinder, Fischer schieben ihre Boote ins Wasser. Als wäre man am Indischen Ozean. Weit gefehlt: Der Lake Malawi ist ein Südwassersee – aber einer der größten.

Zweieinhalb Stunden haben wir von der Hauptstadt Lilongwe zur Hafenstadt Nkhotakota gebraucht. Unser Ziel: die verträumte Insel Likoma. Seit 70 Jahren fährt die »MV Ilala«, ein 400-Tonnen-Passagierschiff, den See auf und ab. Sie bringt uns über Nacht auf die etwa 100 Kilometer entfernte Trauminsel Likoma. 450 Passagiere und jede Menge Fracht haben auf dem nostalgischen Kahn Platz. In schaukeligen Motorbooten werden wir am nächsten Morgen zusammen mit zahlreichen Marktleuten, Maissäcken und nervösen Hühnern ausgebootet. Angekommen! Die nächsten Tage auf der extrem entspannten und weitgehend autofreien »Insel der Baobabs« werden wir nichts anderes tun, als barfuß zwischen unserem Beach Chalet und dem Restaurant hin und her zu schlendern, die bunte Unterwasserwelt beim Schnorcheln und Tauchen zu erkunden und uns beim Kitesurfen auszupowern.

Nach ein paar Tagen im Inselparadies fühlen wir uns fit für neue Herausforderungen. Mit der »Ilala« geht es runter in den Süden, ins 26 Stunden entfernte Monkey Bay. Vom Hafen bringt uns ein Buschtaxi ins Fischerdorf Chembe mitten im Lake-Malawi-Nationalpark. Hier reihen sich die Strandresorts, Backpackerlodges, Beach Bars und Tauchschulen am Seeufer. Die Stimmen der einheimischen Bootsführer prasseln auf uns ein, aus den Bars dröhnt Reggae. Wir lassen uns mitreißen, unternehmen eine Tour im wackeligen Einbaum, gehen klettern in den malerischen Felsen am Rande der Bucht und genießen die lässige Atmosphäre.

Safari im Liwonde-Nationalpark

Jetzt sind wir reif für die afrikanische Tierwelt! Mit dem Minibus geht’s nach Liwonde. Direkt am gleichnamigen Nationalpark liegen drei bezahlbare Touristenunterkünfte. Gleich am nächsten Tag geht es für nur 25 Dollar auf Pirschfahrt in den Park. Unser Guide David kennt sich gut aus und so bekommen wir jede Menge Elefanten, Flusspferde, Zebras und Antilopen vor die Linse. In der Dämmerung erspäht er sogar eine Gepardenfamilie, die erst im letzten Jahr ausgewildert wurde. Auf dem Rückweg zur Lodge zeigt sich im Scheinwerferlicht auch noch ein kapitaler Löwe. Abends trifft man sich hier am Lagefeuer und lauscht den nächtlichen Geräuschen. Nach einer aufregenden Walking Safari am frühen Morgen gönnen wir uns ein paar Stunden am Pool, bevor es mit dem Kanu auf den Shire River geht. Laut »schimpfen« die Flusspferde, die sich durch die Kanuten beträchtlich gestört fühlen, wütend prusten, weg- und wieder auftauchen. Unser Guide mahnt zur Vorsicht. Wir haben kaum ein Auge für die Elefanten unter den Fächerpalmen am Flussufer. Als wir später beim glutroten Sonnenuntergang mit einem kalten »Green«-Bier anstoßen, sind wir stolz und glücklich.

Der nächste Szenenwechsel steht an. Das 50 Kilometer entfernte Zomba, bis 1975 die Landeshauptstadt, ist kolonial geprägt. Die Stadt am Hang des Zomba-Plateaus hat mit ihren britischen Kolonialhäusern, von denen die meisten achtlos vor sich hin dämmern, eine morbide Ausstrahlung. Im italienischen Restaurant »Casa Rossa« gibt’s ein paar nette Zimmer. Von hier aus unternehmen wir Wanderungen auf das Plateau. Abends lernen wir im Restaurant bei Pasta und Vino die Expats der Region kennen und diskutieren angeregt bis tief in die Nacht. Am nächsten Morgen geht’s weiter zum Mulanje- Plateau, den mit 3.002 m höchsten Gebirgsstock Zentralafrikas. Neben der Kleinstadt Mulanje hat sich das Dorf Likhubula zum Ausgangspunkt für Bergsteiger entwickelt. Das Tourist Office vermittelt Träger und Guides, preiswerte Unterkünfte mit Restaurant gibt es auch. Wir entscheiden uns für eine Tageswanderung auf das Hochplateau. Frühmorgens geht es los, die erste Stunde steil über ausgetretene Pfade, danach wird die Strecke sanfter. Unseren Umkehrpunkt, die Chambe-Berghütte, erreichen wir erst nach vier Stunden, weil wir so viele Fotostopps wegen der fremdartigen Blumen und der tollen Aussicht einlegen. Hier könnte man tagelang von Hütte zu Hütte wandern und verschiedene Gipfel besteigen.

Auf dem Rückweg nach Lilongwe gönnen wir uns noch eine Safari im Lower Shire Valley, unternehmen eine Bootsfahrt auf dem Shire und Pirschfahrten im Majete Wildlife Reserve, Malawis bekanntestem »Big-Five-Park«: Löwen, Leoparden, Elefanten, Büffel und sogar Nashörner streifen hier durch das dornige Gelände. Ein krönender Abschluss durch ein faszinierendes Land!

Autorin: Ilona Hupe (2/2018)

Weitere Alternativen zu Asien finden Sie hier:

Teil 1: Mexiko

Teil 2: Madagaskar

Teil 3: Malawi