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Der imposante Vulkan Concepción auf Ometepe im Nicaragua-See

Der imposante Vulkan Concepción auf Ometepe im Nicaragua-See

REISE NACH Nicaragua Der Insidertipp für Mittelamerika-Fans

Kolonialstädte, Vulkane, Seen, Strände. Dazu freundliche Menschen und Wimmelbilder allerorten. Nicaragua bietet einen bunten, authentischen Mix. Ein echtes Ziel für Entdecker in Mittelamerika. Zumindest noch.

Plötzlich ist da noch etwas. Ein Geräusch, das andernorts als ausgestorben gilt. Nein, nicht das Hufgeklapper der Pferdekutschen, das durch die Straßen hallt. Und nicht der Eisverkäufer, der mit schrillem Glöckchenbimmeln auf Kundenfang geht. All das gehört zum Alltagssound in Granada. Da ist es wieder. Tak, tak, tak. Es hallt durch die Arkaden auf den städtischen Hauptplatz hinaus. Die Neugier treibt zu den Urhebern. Die Türen stehen offen, dann hört und sieht man sie vor Regalen, die sich unter Aktenbergen biegen: Beamtinnen in einem Großraumbüro der Verwaltung. Jede klappert auf ihrer Schreibmaschine. Tak, tak, tak.

In Nicaragua ticken die Uhren anders. Entspannt. Liebenswert rückständig. Manches, so scheint es, hat sich in einer Zeitblase ins dritte Jahrtausend gerettet. Maultier- und Eselfuhrwerke holpern über die Panamericana, Ochsenkarren über Land. Altersschwache Busse glaubte man bereits in Museen. Und in Tabakfabriken um Estelí ist alles Handarbeit geblieben. Manpower, Frauenpower. Jede Zigarre wird einzeln gerollt und geprüft, verpackt und in Kisten gesteckt.

Wer das alte, authentische Nicaragua kennenlernen will, sollte nicht lange warten. Die Besucherkurve geht nach oben. Bis jetzt ist es weitestgehend ein ursprüngliches Ziel für Entdecker in Mittelamerika. Mittel- bis langfristig könnte der geplante Bau des Nicaragua-Kanals zu gravierenden Umwälzungen führen.

Nicaragua ist 130.700 qkm groß, etwa so wie Griechenland. Es ist ein Land der Vulkane und Seen zwischen Pazifik und Karibik. Die Hauptstadt Managua spielt touristisch keine Rolle, aber León und Granada zählen zu den schönsten Kolonialstädten in Mittelamerika. Bei den Highlights darf weder eine Bootstour über den Nicaraguasee fehlen noch der Pazifikort San Juan del Sur. Und ein Sandboarding auf der Vulkanasche des Cerro Negro gibt den richtigen Kick.

Überall begegnet man freundlichen, offenen Menschen. Überall blüht der Straßenhandel. Wer etwas Spanisch kann, hat es besser. Nicht jeder versteht Englisch.

Nicaragua ist ein einfaches, recht armes Land. Der Bürgerkrieg ist lange vorbei, die Macht liegt in Händen der Sozialisten. Nicaragua gilt als relativ sicher, doch ein gewisses Diebstahlrisiko ist nie auszuschließen. Das wissen auch die Einheimischen, die zur Kathedrale von Granada radeln, um an der Abendmesse teilzunehmen: Sie parken ihre Fahrräder im Innern des Gotteshauses.

Land der Seen und Vulkane

KOLONIALES GRANADA - Nicaraguas schönste Stadt

Fassaden leuchten gelb und orange. Kirchen recken ihre Turmhälse empor. In den Straßen sind Karrenschieber, Bauchladenträger, Kutschen unterwegs. Die Pferde tragen Windeln. So bleibt Granada sauber.

Nicaraguas schönste Kolonialstadt blickt auf eine Geschichte bis 1524 zurück, bewahrt ihr Flair. Abends, wenn sich die Dämmerung über den grünen Zentralplatz gelegt hat, den Plaza Colón, blüht das Leben aufs Neue auf. Die historische Kulisse gibt den Rahmen. Im Laternenlicht der Calle La Calzada reihen sich Bars und Restaurants. Stühle und Tischchen stehen draußen auf dem Pflaster. Livemusikbands verbreiten Stimmung.

Über Tag geben Glockenturmaufstiege klasse Überblicke über die Ziegeldächer bis hin zum Nicaraguasee und Vulkan Mombacho. Das ist in der Kathedrale und in der Kirche La Merced möglich). Auf dem Markt pocht das Leben.

 TIPP    Kultureller Fixpunkt ist das Casa de los Tres Mundos, das »Haus der drei Welten«, wo man einen Blick in den Innenhof und in die Werkstätten werfen darf. Gelegentlich gibt es Kunstausstellungen und Konzerte.

€€€ Ein gutes Quartier ist das Boutiquehotel »La Gran Francia« bei Booking.com buchen einen halben Block vom Hauptplatz (www.lagranfrancia.com).

€€€€ Am Hauptplatz: das »Hotel Plaza Colón« (http://hotelplazacolon.com,). Einen netten Innenhof hat das Restaurant »El Zaguán« hinter der Kathedrale.

WELTKULTURERBE LEÓN - Mit der Rikscha durch die Stadt der Kirchen

Kurz nach sieben. León ist erwacht. Rikschafahrer transportieren menschliche Fracht, Pferdefuhrwerke Waren jedweder Art. Auf einem Straßenmarkt bestückt ein Metzger die Auslagen mit schlachtfrischem Fleisch. Nebenan packen Frauen an Essensständen ein Reis-mit-Bohnen- Frühstück für Kunden in Plastiktütchen zum Mitnehmen ein. Ein paar Straßenzüge weiter wabert Weihrauch aus den Portalen der Kirche El Calvario hinaus, unterlegt von Musik mit Rasseln.

Die sakrale Pracht macht León zu einem Schmuckstück der Kolonialarchitektur. In der Stadt gibt es insgesamt 16 Kirchen. Nummer eins ist die Kathedrale, die nach einem Aufstieg in den Glockenturm en Ausblick vom Dach ins Vulkanland des Westens erlaubt.

Farbe ins Leben bringen Fassadenanstriche, Graffiti und Bougainvilleen, die sich um Balkongitter ranken. Dreh- und Angelpunkt ist der Hauptplatz mit Park, Brunnen und Dauergewimmel. Auffällig in der Weltkulturerbe-Stadt der Kirchen sind unglaubliche Kabelgewirre über den Straßen.


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 TIPP    Pause vom Sightseeing: Stündlich fahren Busse an die ruhigen Pazifikstrände von Las Peñitas und Poneloya (20 km). Die Strände sind weit und lang (und schattenlos), hier lässt sich baden oder surfen. Ziele für Locals und internationale Surfer, auch Low-Budget-Traveller.

€€€ Zentral liegt das »Hotel Austria« bei Booking.com buchen (www.hotelaustria.com.ni).

Treff am Hauptplatz ist »El Sesteo« (http://restauranteelsesteo.online.com.ni).Den Blick auf die Kathedralfront gibt′s gratis dazu.

Las Peñitas: € Klein und freundlich ist die »Simple Beach Lodge« bei Booking.com buchen (http://simplebeachlodge.com).

SAN JUAN DEL SUR - Nicaraguas Vorzeige-Badeort an der Pazifikküste

Der beste Platz ist zunächst mal bei Jesus auf einem Hügel. Zu Füßen der modernen Megaskulptur des Christus liegt die hufeisenförmige Bucht von San Juan del Sur in Grün- und Blautönen. Jachten und Fischerboote bepunkten das Wasser. Pelikane segeln umher. Die Niedrigbebauung hinter dem Strandband passt in die Landschaft. Kein Hochhaus verschandelt den Blick, kein Ballermann die Akustik. Gefahrlos geht′s ins Meer, der Einstieg ist lang und sacht. San Juan del Sur ist ein klasse Ferienort, die Infrastruktur mit Restaurants und Unterkünften überaus gut - aber nicht billig. Nach San Juan zieht es vor allem ein jüngeres Publikum und viele Surfer, die an den Stränden nördlich und südlich des Ortes aufs Brett schwingen.

€€€€ Meerblick hat das »Pelican Eyes Resort« (www.pelicaneyesresort.com).

LUXUS Naturschutzgebiet und Strand bietet »Morgan′s Rock Ecolodge & Hacienda« bei Booking.com buchen (www.morgansrock.com). In den Bungalows gibt es weder Fernseher noch Hausschlüssel.

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DAS NÖRDLICHE HOCHLAND - Der Duft von Tabak und Kaffee

Der Geruch von getrocknetem Tabak hängt in der Luft. Es kratzt im Hals. Doch die Eindrücke in der Tabakfabrik Plasencia Cigars (US$ 5) sind stärker als die leichten Reize. In der Haupthalle sitzen Frauen und Männer in 30 Reihen hintereinander. Ihr Job: Zigarren per Hand rollen. An jedem Arbeitstag schaffen alle zusammen 25.000 Stück. Damit Kunden weltweit richtig abdampfen können. Die Fabrik liegt am Stadtrand von Estelí, eine 120.000 Einwohner zählende Universitätsstadt in den Bergen, das Mekka von Zigarrenproduktion und Tabakanbau. Rundherum liegen Plantagen. Auch Kaffee ist wichtig um Estelí und die benachbarte Hochlandstadt Matagalpa.

Mehrstündige Touren ins grüne Hochland um Matagalpa bietet der Lokalveranstalter Matagalpa Tours (http://matagalpatours.com). Interessant sind die Kaffeetour (Kosten je nach Länge und Teilnehmerzahl) und ein Besuch in der indigenen Gemeinde El Chile. Dort liegt eine in Eigeninitiative entstandene Webwerkstatt in Händen von Frauen.

€€ Das »Hotel Don Vito« bei Booking.com buchen liegt zehn Gehminuten von Estelís geschäftigem Zentrum (www.hoteldonvitoesteli.com). Fotomotive geben die vielen Graffiti ab.

So organisieren Sie Ihre Reise

Egal, ob mit Mietwagen oder Bussen: Alles braucht seine Zeit. Selbst auf der Panamericana geht′s recht langsam voran. Die wichtigsten Strecken führen durch die Hauptstadt Managua, die ansonsten verzichtbar ist. Das Land lässt sich gut mit dem normalen Mietwagen bereisen, der Verkehr ist generell nicht chaotisch, die wichtigsten Straßen sind in durchaus gutem Zustand. Bei Beschilderungen darf man jedoch keine europäischen Maßstäbe anlegen! Jederzeit muss man auf der Hut sein, z. B. vor freilaufendem Vieh. Von Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit sei dringend abgeraten - denn nicht jedes Fahrzeug hat ausreichend Licht.

Highlight zum Auftakt der Reise ist die Kolonialstadt León, knapp 100 km nordwestlich. Samt Ausflügen (Cerro Negro, Pazifik) kann man zwei Tage einplanen. Über Managua geht′s nach Granada, Stützpunkt für zwei bis drei Tage; eine Bootstour über den Nicaraguasee ist ein Muss. Westlich des Nicaraguasees führt die Fahrt über Rivas zum Pazifikort San Juan del Sur. Spannen Sie ein paar Tage aus. Auf der Rückfahrt nach Managua kommt ein Abstecher auf die Vulkaninsel Ometepe in Betracht. Auch das Tabak- und Kaffeeland um Estelí, etwa 150 km nördlich von Managua, hat seinen Reiz.

 Unser Autor empfiehlt   

NICARAGUA À LA CARTE - Die besten Sightseeing-Touren im Land der Vulkane

SANDBOARDING AUF VULKANASCHE
Der »schwarze Berg«, ist ein Vulkan 20 km nordöstlich von León. Einst spuckte er Lava, heute herrscht Ruhe. Für Unruhe sorgen Erlebnishungrige, die zum Sandboarding auf Vulkanasche anrücken. Was für ein Adrenalinrausch! Diverse Veranstalter in León bieten den Ausflug zum Pauschalpreis von US$ 30 an. Das Board, das einer ausrangierten Schranktür vom Sperrmüll gleicht, muss man selbst auf den Berg schleppen. Der Aufstieg dauert über eine Stunde, unterwegs blickt man in Kratertiefen. Runter geht′s in Schussfahrt über Bergflanken von 40-45 Prozent Gefälle. Da rutscht das Herz in den Schutzanzug!

MIT DEM BOOT AUF DEM NICARAGUASEE
Reiher, Komorane und Baumriesen werfen ihre Spiegelbilder in Nebenarmen ins Wasser. Der Nicaraguasee breitet sich wie ein Meer aus, in ihm würde der Bodensee 15 Mal Platz finden. Vielerorts werfen Fischer ihre Netze aus. Gewissermaßen vor der Haustür Granadas liegt der Archipel der Isletas de Granada; Ausflugsboote fahren am Ende der Uferzone ab, sobald genügend Passagiere da sind (ca. 10 Min. im Taxi für ca. US$ 2.50/3; Bootstour 1 Std. US$ 20/Pers.).

PANORAMABLICK VOM VULKAN MOMBACHO
Der Vulkan ruft! Südlich von Granada buckelt sich der 1.400 Meter hohe Mombacho auf. Seit langem ist er erloschen, die Höhen sind mit Nebelwald überzogen. Er besteht aus mehreren Kratern und liegt im Naturschutzgebiet Reserva Natural Vulcán Mombacho (www.mombacho.org, US$ 20 für Eintritt und Transfer zur Bergspitze). Oben startet ein 1,5 km-Rundweg um einen dicht bewachsenen Krater. Unterwegs bieten sich traumhafte Ausblicke auf den Nicaraguasee. Länger und anspruchsvoller sind der Puma- und der Tigrillo-Trail.

KUNSTHANDWERKSMARKT IN MASAYA
Masken, Keramik, Holzschalen, Ketten, Hängematten. All das gibt′s auf dem Kunsthandwerksmarkt von Masaya in Hülle und Fülle. Die Markthalle nimmt einen Häuserblock ein und wirkt mit ihren dicken Mauern wie eine Festung. Masaya liegt knapp 20 km nordwestlich von Granada. Der Hauptplatz wenige Gehminuten vom Markt überrascht mit einem schrillbunten Pavillon.

TAGESTRIP ZUR VULKANINSEL OMETEPE
Ziel im Westteil des Nicaraguasees ist die stark bewohnte Großinsel Ometepe mit dem Bilderbuchvulkan Concepción und einem kleineren, dem Maderas. Nahe der Panamericana starten bei Rivas Fährzubringer für Fahrzeuge und Passagiere (Fahrpläne unter www.ometepenicara gua.com/ ferryboat.php Preise US$ 1,50-3/Pers., Fahrzeuge US$ 14-16). Relevante Orte auf Ometepe, auch für Unterkünfte (www.isladeomete pe.com), sind Santo Domingo und Altagracia.

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Autor: Andreas Drouve (4/2017)

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