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Die luftigen Tropen-Taxis mit ihren tollkühnen Piloten knattern überall über die Insel Sri Lanka

Die luftigen Tropen-Taxis mit ihren tollkühnen Piloten knattern überall über die Insel Sri Lanka

Sri Lanka privat Mit dem Tuk Tuk über die Dörfer reisen

Auf einer individuellen Sightseeing-Tour lässt sich Sri Lanka auch mit dem Tuktuk erkunden.

Chanaka hat extra für seine zwei Gäste ? mehr passen nicht ins Tuktuk ? sein neues Hemd angezogen, ein Trikot des FC Barcelona. ?Ich mag aber auch den deutschen FCB, den FC Bayern München?, betont er gleich darauf seine große Fußballleidenschaft. Und für die Privattour hat er auch extra sein Gefährt aufpoliert, sein geliebtes ?Piratenschiff?, dekoriert innen und außen mit Figuren aus dem Film ?Pirates oft the Caribbean?, ?Fluch der Karibik?. Dafür hat er lange gespart. Er ist eben auch ein großer Fan von Schauspieler Johnny Depp. Chanaka möchte den Besuchern sein Sri Lanka zeigen, seine kleine Heimatregion irgendwo im Südwesten im Hinterland zwischen den Touristenorten Bentota und Galle.

Die Sträßchen winden sich wie eine Riesenschlange durch üppiges Tropengrün. Überall verstecken sich Behausungen hinter Bäumen und Büschen ? viele kleine, oft windschiefe Holzhäuser mit Gärtchen, aber auch stattliche, frisch getünchte Landhäuser mit gepflasterter Einfahrt und Mauer drumherum. In gemütlicher Geschwindigkeit knattert das Dreiradtaxi durch die Landschaft. Der Fahrtwind ist gerade richtig gegen das dampfige Klima. Ein gänzlich anderes Fahrgefühl entsteht, ganz ohne andauernde Schrecksekunden wie im quirligen Stadtverkehr. ?Do you like it??, will Chanaka immer wieder wissen. An einem grob gezimmerten Obststand kauft er für ein paar Rupees rote Bananen. Die seien zwar teurer, aber viel fruchtiger im Geschmack als die allseits bekannten Gelben.

Die Reisfelder leuchten in einem fast unwirklich kräftigen Grün. Wie hingemalt stehen riesige Kokospalmen am Rande. Drum herum wachsen die Pflanzen in Baumgröße, die man von zu Hause nur als Zimmerpflanze kennt ? von Gummibaum bis Hibiskus, von Avocado bis Bougainvillea. Durch die nassen Ackerfurchen waten knochige Kühe, immer umringt von zwei, drei weißen Reihern, ab und zu schlägt ein Pfau sein Rad.

Über weite Strecken liegt süßlicher Zimtduft in der Luft. Kein Wunder, liegen doch überall kleine und große Plantagen mit den bis zu zwölf Meter hohen Zimtbäumen. Bei da Silva & Sons, eine der ältesten Zimtfarmen der Region, kennen alle den Rikscha-Chauffeur. Deshalb nimmt sich auch der alte Amal etwas Zeit, um zu zeigen, wie Zimt gewonnen wird. In mühevoller Handarbeit werden mit einem sehr scharfen Messer Rindenstücke von den Ästen abgetrennt und an der Sonne getrocknet. Zimt wird von hier aus in alle Welt exportiert, auch nach Übersee. Das meiste übrigens als Rindenstücke und nicht als Gewürzpulver.

Ein paar Knatterminuten weiter hält Chanaka in einem Minidschungel mit Palmen und Pfefferbäumen. Dort versteckt sich eine alte Zimtblätterpresse, die von seinen entfernten Verwandten betrieben wird. Öl aus Blättern des Zimtbaumes wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen. Die ätherischen Öle darin helfen bei Erkältung und bei Gelenk- und Muskelschmerzen. Die kleine Zimtöldestille schaut aus wie aus der Kolonialzeit übrig geblieben. Ist sie vielleicht auch? Über den Hof huscht ein Huhn. Über die Szenerie wacht eine kleine Buddhastatue auf einem mit Blumen geschmückten Podest.

Mit dem intensiven Zimtölduft in der Nase geht es zu Chanakas buddhistischem Lieblingstempel. Natürlich kennen ihn auch hier alle. Die Mönche drücken ihm gleich den riesigen Torschlüssel in die Hand. Er öffnet den Zugang zu einer weitläufigen Anlage mit altem und neuem Tempel. Den neueren Trakt dominiert eine etwas kitschig geratene riesige Buddhafigur im Schneidersitz, auf Knopfdruck mit Lightshow illuminiert. In einem anderen Gebäude ist das Leben Buddhas wie in einer Galerie auf Bildern dargestellt, in einem Seitentrakt sogar mittels quietschbunter lebensgroßer Figuren. Chanaka lächelt leise, er ist total begeistert von der modernen Interpretation ?seines? buddhistischen Tempels. Aber auch hier gelten die strengen Regeln, wie beispielsweise kein Lebewesen zu töten oder zu verletzen. Deshalb findet sich wohl auch direkt im wuchtigen Griff des Tempeltores ein unberührtes Insektennest.

Chanaka würde gerne mit den Gästen noch seine ganzen Verwandten besuchen, einige Kolonialhäuser ansehen und eine Kokosnuss austrinken. Aber die Zeit rast leider schneller als sein geliebtes Tuktuk. Ein Ort ist ihm jedoch noch besonders wichtig: der Fledermausbaum. Tatsächlich ragt bei Ahungalla ein gewaltiger Baum in die Höhe, in dessen Äste hunderte Fledermäuse hängen und sich ausruhen für nächtliche Beutezüge. Etwas makaber wirkt dabei, dass der ?Vampirbaum? direkt am Rande eines Friedhofes steht. Den Kindern, die darauf rumtollen, macht das allerdings nichts aus und die Erwachsenen drum herum stören sich auch nicht daran.

Auf dem Rückweg durch die Küstenorte ist Schluss mit der angenehmen Ruhe des Hinterlandes. Lautes Hupen, Motorenlärm, dazu viele Busse, Lkws, Autos, Fahrräder, Kühe und Menschen im wilden Nebeneinander bestimmen die Straßenkulisse und machen das Tuktukfahren wieder zum kleinen Abenteuer. Chanaka hält kurz vor dem Ziel noch schnell an einem etwas versteckten Souvenirladen. Eine kleine Erinnerung an seine Heimatrundtour muss noch sein. Und was gibt es dort Besonderes? Kleine, handgemachte Tuktuks aus Holz.

Weitere Informationen:

Allgemeinde Infos: www.srilanka.travel.de
Anreise: Von mehreren deutschen Flughäfen gibt es tägliche Verbindungen via Mittlerer Osten nach Colombo, z.B. mit Emirates, Etihad, Qatar Airways und Oman Air. Für Sri Lanka ist ein Visum erforderlich, das online beantragt werden kann ( www.eta.gov.lk ; 35 US-Dollar für 30 Tage)
Reiseführer: Alles Wichtige für Reisende steht in aller Ausführlichkeit auf 430 Seiten im neuen Reisehandbuch ?Sri Lanka? von Andreas Haller aus dem Michael Müller Verlag

( 14.11.2018, srt )

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