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Welcher Wein nun tatsächlich der Beste der Welt sei, an dieser Frage scheiden sich die Geister. Der Wein aus dem Weinbaugebiet rund um Bordeaux gehört zweifelsohne zu den beliebtesten Weinen der Welt

Welcher Wein nun tatsächlich der Beste der Welt sei, an dieser Frage scheiden sich die Geister. Der Wein aus dem Weinbaugebiet rund um Bordeaux gehört zweifelsohne zu den beliebtesten Weinen der Welt

FRANKREICH Kulinarische Reise ins französische Bordeaux

Unser Nachbarland Frankreich lockt jedes Jahr unzählige Besucher aus aller Welt an mit seinem einzigartigen Flair, seinen weißen Sandstränden, der Stadt der Liebe und den berühmten Köstlichkeiten. Letztere sind vor allem in Bordeaux zu finden, weshalb eine kulinarische Reise in den französischen Westen eine Menge Highlights für den Gaumen verspricht.

„Vive la France“: Diesem Motto folgen Jahr für Jahr aufs Neue zahlreiche deutsche Touristen, welche hier ihren Sommerurlaub verbringen, sich verlieben oder surfen möchten. Es ist ein Land der Gegensätze, das für jeden Geschmack die passende Art bietet, seine freie Zeit genussvoll zu gestalten. Die einen touren mit dem Camper durch das ganze Land. Die anderen entspannen im sonnigen Süden. Wieder andere verloben sich mit Blick auf den Eiffelturm und zuletzt lädt die schroffe Atlantikküste im Westen mit ihren Pinienwäldern und weißen Wellen zum Surfen ein.

Doch da wäre noch etwas, wofür die Franzosen bekannt sind: Sie genießen das Leben in vollen Zügen und dabei dürfen kulinarische Köstlichkeiten sowie natürlich der berühmte französische Rotwein keinesfalls fehlen. Es ist genau diese besondere Region an der südwestlichen Atlantikküste des Landes, welche allein der Gaumenfreuden wegen eine Reise wert ist. In ihrem Herzen schlägt eine ganz besondere Stadt: Sie hört auf den wohlklingenden Namen Bordeaux. Wer eine Städtereise in Europa plant, kommt an ihr keinesfalls vorbei!

Bordeaux – die Stadt auf der Welterbeliste der UNESCO

Rund 250.000 Einwohner nennen die Stadt Bordeaux ihre Heimat. Sie liegt etwa 45 Kilometer von der Atlantikküste entfernt und erstreckt sich entlang des Ufers der Garonne. Der Fluss teilt die Stadt mondsichelförmig in zwei Hälften, bis er sich flussabwärts mit der Dordogne vereinigt. Rund 70 Kilometer lang ist dieser Mündungstrichter der Gironde, welche schließlich im Atlantik endet. Eine außergewöhnlich wasserreiche Region also, die geprägt ist von den Gezeiten der Flut und Ebbe. Bisweilen lassen sich hier Wellen beobachten, die bis tief in die Stadt hinaufsteigen und für Strudel im unruhigen Fluss sorgen. Springflut wird dieses Phänomen genannt, welches anderswo auf der Welt nur selten zu beobachten ist.

Aber es ist nicht nur dieses beeindruckende Naturschauspiel, welches Bordeaux einen Besuch wert macht. Stattdessen steht die Stadt aufgrund ihres kulturellen und baulichen Erbes seit dem Jahr 2007 auf der Welterbeliste der UNESCO. Das einheitliche Stadtbild erstrahlt in neoklassischer Architektur und in der Mitte ragen die Türme der Kathedrale St. André in den Himmel. Insgesamt sind mehr als 350 Gebäude der Stadt als historische Monumente gelistet, einige davon gehören zur Pilgerstraße des Jakobswegs. An Sehenswürdigkeiten mangelt es hier keinesfalls!

Plötzlich ist da aber ein Gebäude, welches mit klassischer Architektur so gar nichts zu tun hat. Der moderne Aluminiumbau im Hafenviertel „Port de la Lune“ reflektiert das Sonnenlicht und zieht alle Blicke auf einen 55 Meter hohen Turm in der Form einer Karaffe. Es handelt sich um die „Cité du Vin“, deren glänzende Fassade an hochwertigen Wein im Glas erinnern soll. Im Inneren befindet sich ein Weinbaumuseum sowie daran angeknüpft ein Freizeitpark rund um das Thema Wein.

Die Stadt der mitunter weltbesten Weine

Welcher Wein nun tatsächlich der Beste der Welt sei, an dieser Frage scheiden sich die Geister. Unbestritten ist aber, dass die Tropfen aus dem Weinbaugebiet rund um Bordeaux zweifelsohne dazu gehören. Der Wein spielt in der Region deshalb eine wichtige Rolle. Die Bordelais, wie sich die Bewohner von Bordeaux selbst nennen, sind nämlich für ihre Kulinarik weltberühmt und dabei steht an erster Stelle ihr Rotwein.

Der Bordeauxwein genießt ein hohes Ansehen. Die gemäßigte Klimazone mit milden Wintern und einem mediterranen, aber regenreichen Sommer eignet sich optimal für den Weinanbau. Die breiten Pinienwälder an den Atlantikküsten schützen die Region vor rauen Seewinden und die zahlreichen Flüsse verhindern starke Temperaturschwankungen – sei es zwischen Tag und Nacht oder im Wechsel der Jahreszeiten.

Eine Weinprobe in einem der zahlreichen Châteaus rund um Bordeaux sollte deshalb für jeden Besucher ganz oben auf der To-Do-Liste stehen. Die legendären Weine der Bordelais werden häufig noch in liebevoller Handarbeit von Familien mit vergleichsweise kleinen Weingebieten hergestellt und mit einer Menge Leidenschaft Jahr für Jahr weiterentwickelt. Es sind die Liebe zum Handwerk und das Streben nach Perfektion, welche den Tropfen so einzigartig machen.

Eine Weintour durch die Umgebung von Bordeaux

Wer sich auf die Spuren dieser besonderen Weine begeben möchte, muss die Stadt Bordeaux verlassen in Richtung der grünen Hügel in der Region. Weltbekannte, aber zugleich familiär geprägte und überraschend beschauliche Châteaus warten hier auf Besucher für eine Weinprobe oder eine Führung über die Weinberge sowie durch die Weinkeller.

Beliebte Anlaufstellen sind beispielsweise das Château Beau-Sejour Bécot in der Nähe von St. Emilion. Der pittoreske Ort ist als Weltkulturerbe gelistet und stellt Wein mit den für die Region typischen Rebsorten her. Im Château Canon La Gafelière begrüßt das Erbe des deutschen Grafs von Neipperg neben Wein auch mit imposanten Katakomben und einer in Kreide gehauenen Felsenkirche.

Auch das Château Roylland trägt einen berühmten Namen, gehörte es einst doch dem König von England. Nur unweit entfernt von St. Emilion am Rande der Plateaus befindet es sich mittlerweile im Privatbesitz und produziert je nach Jahr gerade einmal 2.000 bis 18.000 Flaschen seiner edlen Weine. Wer sich zudem für die Rebsorten Cabernet Franc oder Cabernet-Sauvignon begeistern kann, sollte dem Château Lynch Bages oder den Weinkellern der weltberühmten Weingüter Château Pichon Longueville sowie Cos Estournel einen Besuch abstatten.

Kulinarische Gaumenfreuden rund um Bordeaux

Der Wein ist zwar das absolute Highlight, wenn es um Kulinarik aus der Region geht, längst jedoch nicht die einzige Besonderheit. Auch, wenn es um das Essen geht, sind die Bordelais weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt. Frankreich ist schließlich die Anlaufstelle Nummer eins für Feinschmecker und Bordeaux steht dabei ganz oben auf der Liste.

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Als Vorspeise gibt es Tourin, eine helle Suppe mit Knoblauch oder Schnecken à la Cauderanaise. Wer dem nichts abgewinnen kann, darf sich stattdessen auf lilanen und grünen Spargel sowie Tricandilles oder Grenier Médocain freuen, zwei deftige Gerichte aus feinen Kräutern und Schweinsdarm. Ebenfalls aus Fleisch, gilt in der Region die Foie Gras als Spezialität – jedoch ist der Herstellungsprozess dieser Gänsestopfleber mittlerweile mehr als umstritten.

Etwas weniger kontrovers sind die Fleischspezialitäten aus Lamm, Ochse oder Ringeltaube, welche als typisch für die Bordelais gelten. Natürlich stilecht in Rotweinsauce, können diese ihr volles Aroma entfalten und werden zu gerösteten Brotwürfeln mit Knoblauch serviert.

Nur unweit entfernt von der Atlantikküste, dürfen auf dem Speiseplan natürlich Fisch und Meeresfrüchte nicht fehlen. In Bordeaux gibt es eine riesige Auswahl an frischen Delikatessen aus dem Meer, darunter die berühmten Austern aus dem Becken von Arcachon, die knusprigen Glasaale, die fischähnliche Alose in Rotweinsauce oder der Stör mit Kaviar.

Und zuletzt die süße Krönung

Last but not least, wird in Bordeaux auch bei der Nachspeise kräftig aufgetischt. Die duftenden Canelé vom Bäcker verzaubern den Gaumen durch ihren gleichzeitig knusprigen sowie saftigen Geschmack. Die französischen Makronen sind weltberühmt und erstrahlen auch in Bordeaux in bunter Farbpracht. Aus zerstoßenen Mandeln, Zucker sowie Eiweiß, gelten vor allem die Prachtexemplare aus St. Emilion als Spezialität.

Ebenso beliebt sind die Noisettines du Médoc, die kleinen Haselnüsse mit Karamellkruste, welche mit Sirup gegessen werden. Schokoladenliebhaber kommen derweil bei den Sarments du Médoc, der aromatisierten Schokolade in feiner Stäbchenform, voll auf ihren Geschmack. Und zuletzt gehören, wie der Name vermuten lässt, die Bouchons de Bordeaux Amande untrennbar zu dieser besonderen Stadt – welche aus Marzipan, Rosinen sowie einem Hauch von Weinbrand gefertigt werden.

Bordeaux ist also vor allem, aber längst nicht nur, aufgrund seines Weines sowie seiner kulinarischen Köstlichkeiten eine Reise wert. Zudem bezaubert die französische Stadt durch ihre architektonische Schönheit, ihr mildes Klima und ihre einzigartige Lage zwischen Atlantikküste und Flussufern.

(18.02.2019)

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