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Der Strand ist wieder genauso schön wie vor dem Tsunami

Der Strand ist wieder genauso schön wie vor dem Tsunami

Foto: pixabay.com

Thailand - Khao Lak Ein Strandparadies taucht wieder auf

Nach dem Tsunami gibt es doppelt so viele Hotels wie vor der Katastrophe, und alle sind gut besucht. Kein Wunder: Die Gegend hat die schönsten Strände und die besten Tauchgründe Thailands.

Die Schaukel ins Glück schwingt leise über den Pak Weep Beach. Gleich zu Beginn der weißen Strandsichel steht leicht erhöht das Restaurant Terrace. Beim Mango-Frühstück schweift der Blick durch Palmenfächer, vorbei an einem uralten Gummibaum aufs Meer. Um den Stamm wachsen lindgrüne Farne, dazwischen huschen tropische Eichhörnchen. Irgendjemand hat zwei Seile an den schräg über den Strand wachsenden Ast gebunden und unten ein Brett dran gehängt. Natürlich setzt sich jeder spontan auf die Schaukel und schwingt auch selbst mal über den Sand, hinein ins Ferienglück.

Wer da so sorglos schaukelt, der kann sich gar nicht recht vorstellen, was der Region Khao Lak vor 13 Jahren weltweit traurige Berühmtheit verschafft hat: Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2004 wurde Thailands schönstes Strandparadies vom großen Tsunami besonders heftig getroffen, der Ort dem Erdboden gleichgemacht.

Heute braucht man viel Spürsinn, um noch Reste der Katastrophe zu entdecken: Nur ein detektivischer Blick findet am Wochenmarkt von Bang Niang den blau gestrichenen Eisenpfosten am Straßenrand zwischen Werbeschildern mit der Wasserstandsmarkierung »Tsunami 26.12.2004«. Ein paar Meter weiter verbleicht ein Wandgemälde, auf dem ein Polizeiboot die Monsterwelle reitet. Das Original des Boots gibt es ebenfalls noch – auf dem Parkplatz an der anderen Straßenseite. Der Tsunami hat es damals her gespült, 1.800 Meter hinter der Küstenlinie.

Zwei Thais sitzen gelangweilt vor dem offiziellen Tsunami-Museum am Parkplatzende. Nur wenige Urlauber verirren sich dorthin, die meisten haben ihr kurzes Interesse bereits an einem geschickter platzierten privaten Museum bei einer Endlosschleife von Handy-Videos gestillt. Die Einheimischen verdienen sich gern ein paar Baht mit Katastrophen-Souvenirs. Ansonsten haben sie den Blick längst nach vorne gerichtet.

Khao Lak will wieder der glückliche Ort von früher sein – und erinnert mit seiner ruhigen Art tatsächlich an Phuket vor 30 Jahren. Eine Brücke verbindet die geschäftige Ferieninsel Phuket samt Flughafen mit der ruhigen Festlandsregion Khao Lak. Der Glitzer der Vergnügungsmeilen ist schnell verblasst, entlang der Küstenstraße locken weite Strände und kleine Straßendörfer, putzige Garküchen und Mopedvermieter. Die großzügigen Resorthotels verstecken sich allesamt im üppigen Regenwald, der bis an die kilometerlange Strandkette reicht.

Khao Laks Tourismus blüht bei seidenweichen 28 bis 31 Grad. Heute gibt es doppelt so viele Hotelbetten wie vor dem Unglück. Jüngster Zugang ist ein deutscher Robinson Club. Dessen Geschäftsführer Bernd Mäser ließ vor der Ansiedlung natürlich einen Risikocheck machen. Das Ergebnis: Tsunamis sind keineswegs typisch für die Region. Trotzdem veranlasste Mäser die Installation eines modernen Frühwarnsystems. Im Zweifelsfall würde binnen zehn Minuten gewarnt – über hinter Palmwedeln versteckte Lautsprecher.

Erst legt sie vorsichtig je eine Handvoll weiße und grüne Nudeln in ein Sieb. Dann hängt die thailändische Hotelfrühstücksdame mit dem schönen Namen Bling beides in sprudelndes Wasser und zählt bis zehn. Schließlich fügt sie noch etwas Staudensellerie dazu, gießt mit Hühnerbrühe auf, rundet das Ganze mit ein paar kross gebratenen Stücken Fleisch ab. Und fertig ist die Frühstückssuppe Guai Thiau. Thailand-Einsteiger werden anschließend geduldig beraten, wie sie das Ergebnis noch mit Chili, Knoblauch und Ingwer aufpeppen können.

Natürlich kann man sich in den Hotelanlagen von Khao Lak ernähren wie in München oder auf Mallorca. Aber wer nur zu Müsli, Schnitzel und Pizza greift, der ist selber schuld. Das Angebot reicht von Shrimps im Reisnudelnest über Ente in rotem Curry bis zum sautierten Hühnchen mit Cashewnüssen: Am Küchenchef liegt es jedenfalls nicht, wenn die Gäste im Robinson Club nichts vom Land mitbekommen. Wer mag, der kann sogar mitkochen. Zum Beispiel thailändische Reissuppe Khao Tom, für zarte mitteleuropäische Zungen wahlweise auch ohne Fisch-Chili, aber immer mit viel Koriander.

Überhaupt ist der Robinson Khao Lak ein eher untypischer Ferienclub. Natürlich finden Robinson-Stammgäste alles von Wellfit bis Wellfood. Doch die Anlage versteckt nicht, dass sie zuvor viele Jahre als thailändisches Luxushotel geführt wurde. Und so stehen neben dem Hauptrestaurant nicht weniger als drei Spezialitätenlokale zur Wahl. Und für Urlauber, die sich mal etwas Besonderes leisten wollen, gibt es fast 40 Villen mit eigenem Swimmingpool. Selbst Personal kann geordert werden.

Vermutlich ist Andi Küng auch der einzige Ferienclubdirektor der Welt, der wahlweise Zimmer mit Frühstück anbietet. Die Villen haben nämlich eigene Küchenzeilen und am Strand gibt es genügend günstige Restaurants und Bars. Wer mag, der kann die (dreimal teurere) Thai-Massage im Club mit der am Strand vergleichen. Eins bietet Küng allerdings nicht an: das sonst in Thailand so beliebte Elefantenreiten. Die grauen Riesen tun ihm einfach leid. Dafür offeriert er einen viel spannenderen Ausflug: Baden mit Elefanten. Okay, eigentlich steigt man eher ins Wasser, um die Tiere mit einem Schrubber zu waschen. Aber zwischendurch lassen sie sich gern auch mal knuddeln.

Noch beliebter, weil näher, ist der Ausflug zum "Little Amazonas". Der entpuppt sich zwar schnell als milchkaffeebraunes Dschungelflüsschen. Trotzdem ist die Faltboottour ein großer Spaß. Ruhig plätschern die Paddel unter riesigen Banyan-Bäumen mit gewaltigen Luftwurzeln. Angeblich sieht man manchmal auch Warane, aber meistens nur schlafende Schlangen im Geäst. Während der Rückfahrt hält Teddy, der thailändisch-schwedische Guide, zuerst noch an einer historischen Zinnmine, dann an je einen buddhistischen und chinesischen Tempel und zum Abschluss noch in einem Straßencafé. Da dürfen die Mutigen hundertjährige Eier und thailändische Kokosnuss-Panacotta zu eisgekühltem süßem Tee oder Kaffee probieren.

Der weiße Sand so fein wie Puderzucker, das Meer leuchtet fast unwirklich blau: So empfängt das Tauchparadies der Similan Islands seine Gäste. Khao Lak ist auch die perfekte Ausgangsbasis für ein- oder mehrtägige Tauchausflüge dorthin. Die Inseln in der Andamanensee gelten als bestes Tauchrevier Südostasiens. Majestätische Mantarochen und bunte Fischschwärme sind im Meeres-Nationalpark daheim. Wer Glück hat, der trifft sogar auf Walhaie. Und manch ein Feriengast bleibt gleich für ein paar Tage hier, mietet für wenige Baht eines der fertig aufgebauten Zelte oder einen einfachen Bungalows. Kann es einen glücklicheren Urlaubsausklang geben?

Anreise: Flüge kosten ab 500 Euro (hin und zurück). Nonstop-Flüge aus Deutschland nach Phuket gibt es mit Thai Airways ab Frankfurt und München sowie mit Eurowings ab Köln. Oft noch günstiger sind Umsteigeflüge mit Emirates, Etihad oder Qatar Airways. Mietwagen gibt es ab 30 Euro pro Tag, z.B. über Drive-FTI, billiger-mietwagen.de oder Budget.co.th am Khuk Khak Beach. Deutsche dürfen 30 Tage lang visafrei in Thailand bleiben, Österreicher und Schweizer 15 Tage.

Klima: ganzjährig 28 bis 31 Grad, von Mai bis Oktober ist Regenzeit und deshalb Nebensaison.

Unterkünfte: Ordentliche Mittelklassehotels findet man in Khao Lak ab 90 Euro pro Zimmer und Nacht, Bungalows mit Klimaanlage gibt es bereits ab 50 Euro. Der Robinson Club Khao Lak wird Anfang Juni zum Ab-Preis von 1063 Euro inkl. Singapore-Airlines-Flug und 1 Woche ÜF angeboten. Mitte Februar sind es etwa 400 Euro mehr. Aufpreis für Vollpension ca 400 Euro, Mehrpreis für einen Pool-Bungalow etwa 1800 Euro, jeweils p.P. und Woche. Buchung im Reisebüro.

Handy: Telefon- und Internetgebühren sind sehr teuer, eine Minute telefonieren kostet z.B. bei der Telekom 2,99 Euro, angerufen werden 1,79 Euro, Datennutzung 0,79 Euro je 50 KB. Kostenloses WLAN gibt es aber fast überall, deshalb schaltet man besser seine mobilen Daten ab. Wer unbedingt mobil surfen und telefonieren will, der kauft sich besser eine thailändische SIM-Karte, die gibt es ab 1,30 Euro und telefonieren nach Deutschland damit ab 13 Cent. Allerdings ändert sich damit auch die eigene Nummer.

Allgemeine Auskünfte über Thailand: Thailändisches Fremdenverkehrsamt, Tel. 069-1381390, www.thailandtourismus.de

(18.12.2017, srt)

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