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Vergleichsportale im Internet bieten zwar Orientierung, aber nicht immer den besten Preis

Vergleichsportale im Internet bieten zwar Orientierung, aber nicht immer den besten Preis

Foto: panthermedia.net

Preisvergleiche Online-Portale tricksen Urlauber aus

Sie versprechen »immer den besten Preis«. Doch darauf können sich Nutzer nicht verlassen, kritisieren Verbraucherschützer. Die großen Vergleichsportale stehen in der Kritik.

Eigentlich sind Vergleichsportale ja eine große Hilfe. Ohne sie wäre das Internet ein großes Chaos. Tatsächlich haben Webseiten wie Check24, Trivago und Expedia viel Transparenz in den Markt gebracht. Heute reicht ein Blick aufs Handy, um die Preise des Anbieters mit anderen zu vergleichen. Aber es gibt immer mehr Kritik: Die Online-Vergleicher tun nämlich gern so, als seien sie eine Variante der Stiftung Warentest. Aber können sie wirklich objektiv vergleichen? Die drei deutschen Verbraucherzentralen von Bayern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen haben kürzlich die Vergleicher verglichen. Ergebnis: Die Buchungs- und Vergleichsportale bieten zwar Orientierung. Bei der Suche nach dem günstigsten Flugticket seien sie aber »nur bedingt hilfreich«.

Vorwurf Nummer eins: Die Portale liefern keinen wirklich umfassenden Marktüberblick. Anbieter, die ihnen keine Provision zahlen, kommen oft gar vor. Beispiel Ryanair: Europas größter Billigflieger zahlt generell keine Vermittlungsvergütung und wird so in der Regel ausgelistet.

Vorwurf Nummer zwei: Die genannten Preise sind nicht die wirklich günstigsten. Bei Probebuchungen waren Flugtickets nur auf den ersten Blick günstiger als bei der Fluggesellschaft selbst. Denn horrende Zuschläge im Buchungsverlauf, z. B. für das Zahlungsmittel, machten sie am Ende oft wesentlich teurer als die Direktbuchung bei der Fluggesellschaft.

Vorwurf Nummer drei: Die Portale tun so, als wären sie selbst Verbraucherschützer. In Wirklichkeit aber leben sie von der erfolgreichen Vermittlung der empfohlenen Reisen. Für die Vermittlung eines 500 Euro teuren Mietwagens fließen bis zu 100 Euro in die Tasche des Vergleichsportals. Das ist den Kunden aber oft nicht klar, kritisieren die Marktwächter.

Vorwurf Nummer vier: Portale täuschen Vielfalt vor. Wenn z. B. ab-in-den-urlaub die Anbieter flug.de, flug24.de, fluege.de und billigfluege.de vergleicht, dann vergleicht das Portal letztlich sich selbst, denn alle fünf gehören zum Umfeld des Leipziger Online-Riesen Unister. Und wer weiß schon außerhalb der Branche, dass Swoodoo zu Kayak gehört, Trivago und Hotels.com zu Expedia?

Das REISE & PREISE-Vergleichsportal World-of-Flights.de geht einen etwas anderen Weg und sucht die Nähe zum Verbraucher. Zwar werden auch hier »nur« die Preise der wichtigsten Großportale verglichen. Doch setzen die Betreiber auf Werbefreiheit und einen funktionsfähigen, mit viel Aufwand betriebenen Zahlungskosten-Rechner, der eventuelle spätere Bezahlgebühren er kennt und gleich in die gezeigten Preise einbezieht.

Für die Verbraucherschützer bleibt es beim Fazit: »Vergleichsportale im Internet bieten zwar Orientierung, aber nicht immer den besten Preis.« Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern empfiehlt deshalb, stets die Preise von mehreren Plattformen zu vergleichen, bevor man bucht. Und vor allem eins nicht zu vergessen: auch beim Anbieter direkt nachzusehen. Und wer sich nicht auf die Fallstricke des Online-Business einlassen will, der kann immer noch das Reisebüro um die Ecke aufsuchen. Dort wird heute auch ganz professionell verglichen – natürlich im Internet.

(09.09.2016, rp)

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