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So bekommen Sie den Jetlag in den Griff.

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JETLAG So stellen Sie die innere Uhr um

Abends in Frankfurt, elf Stunden später mittags in Tokio - bei Fernreisen kostet der Jetlag so manche kostbare Urlaubsstunde. REISE & PREISE sagt Ihnen, mit welchen simplen Tricks auch Urlauber den Jetlag in den Griff bekommen und was man besser nicht machen sollte.

Die besten Aussichten für schnelle Erholung nach dem Stress eines langen Fluges haben jüngere Menschen. Auch wer Richtung Westen fliegt, hat meist geringere Probleme. Und Reisende, die abends lange wach sind, passen sich schneller an.

Alle anderen müssen mit den typischen Symptomen des Jetlag rechnen: Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Abgeschlagenheit, Depressionen, Kopfschmerzen, Magenprobleme. Und das umso stärker, je länger der Flug dauert, je größer also der Zeitunterschied zwischen Heimat und Urlaubsziel ist. Der Grund ist die innere Uhr des Menschen, die den persönlichen Rhythmus bestimmt. Die Tageszeiten im Reiseland stimmen nicht mit dem eigenen Taktgeber überein. Der Körper reagiert verstimmt.

Bis der Organismus diese Lücke wieder geschlossen hat, dauert es. Experten gehen von etwa einem Tag für eineinhalb bis zwei Zeitzonen aus. Für das Fernreiseziel Auckland in Neuseeland bedeutet das: Bis zu einer Woche lang leiden Urlauber unter den Folgen der Zeitumstellung. In Thailand läuft in den ersten drei Tagen kaum mehr, als im Schatten zu faulenzen.

Damit aus Sightseeing in exotischen Regionen keine Schlummerkur im Hotelzimmer wird, sollten Fernreisende sich vorbereiten. Schon einige Tage vor dem Abflug kann man die Schlafphasen stundenweise an die Nacht im Urlaubsland anpassen. Wer nach Westen fliegt, geht eine Stunde später ins Bett, bei Reisen nach Osten heißt es eine Stunde früher: »Licht aus!«

Während des Fluges hilft es, viel zu trinken, um den Körper zu entlasten - aber keinen Alkohol und keinen Kaffee. Außerdem stellt man die Uhr am besten schnell auf die Zeit des Urlaubslandes um. Das hilft der inneren Uhr, sich rascher anzupassen. Die Mahlzeiten sollte man auch im Jet etwa dann einnehmen, wenn sie im gebuchten Hotel serviert werden. Und vor allem bei Reisen nach Asien oder Australien gilt: Wer im Flieger länger wach bleibt, kann abends besser einschlafen.

Problematisch ist die Einnahme von Hormonpräparaten, die den biologischen Rhythmus koordinieren sollen. Melatonin macht müde und kann unter Umständen die Anpassung des Körpers sogar noch erschweren. Mediziner sind sich uneinig darüber, ob die Tabletten wirklich helfen und nicht womöglich unerwünschte Langzeitfolgen haben. In Deutschland ist das Mittel ohnehin nicht zugelassen.

Nach der Ankunft am Urlaubsziel sollten vor allem frische Luft und viel Licht auf dem Programm stehen. Gerade Sonnenschein hilft dem Körper, sich rascher wieder einzupendeln. Auch eine gezielte Ernährung unterstützt den Organismus dabei. So eignet sich kohlenhydratreiches Essen (Brot, Reis, Kartoffeln, Nudeln, Müsli) vor allem fürs Abendessen, eiweißreiche Kost (Milchprodukte, Eier, Fisch, Fleisch) sollte auf dem Frühstückstisch stehen. Tabu sind Schlaf- oder Aufputschpräparate, die fürs innere Gleichgewicht eher schädlich sind. Wer einigermaßen fit ist, gut vorbereitet zur Fernreise aufbricht und sich vor Ort nicht zurückzieht, der hat die Folgen der Zeitzonen-Müdigkeit rasch im Griff - auch ganz ohne Madonnas Sauerstoff-Gerät.

(Marc Reisner, November 2009)

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