Wohin möchten Sie reisen?

Reiseziel Hotel
Statt dicht gedrängt nur spärlich besucht: Rotlicht-Meile Bangla Road in Patong auf Phuket

Statt dicht gedrängt nur spärlich besucht: Rotlicht-Meile Bangla Road in Patong auf Phuket

Reisen nach Thailand Phuket Sandbox – So sieht es aus in Thailands Süden

Thailand hat die Einreisebestimmungen weiter gelockert. Geimpfte können sich jetzt nach 7 Tagen Hotelaufenthalt auf Phuket oder auf den Inseln um Koh Samui frei im Land bewegen.

Sehnsüchtig wurde die sogenannte » Phuket Sandbox« erwartet, ein Versuch internationale Touristen ins Land zu bringen. Trotz der beschwerlichen Auflagen, wie Certificate of Entry, Covid Impfung, PCR-Test vor Abflug und das Vorausbezahlen von weiteren PCR Tests während der ersten 14 Tage auf der Insel, erhoffte Thailand sich endlich die Rückkehr der Touristen aus dem Westen.

> zu den Konditionen für Phuket-Sandbox und Samui Plus


Zunächst mal was ist denn ein sogenannter Sandkasten?

Sandbox wird natürlich sofort assoziiert mit Strand, Sandburg, Schaufel, Förmchen. Im wissenschaftlichen Sinn allerdings ist der Name treffend, denn per Definition ist eine solche Sandbox die englischsprachige Bezeichnung für ein Modell, das einen isolierten Bereich abbildet, innerhalb dessen die getroffenen Maßnahmen keine Auswirkungen auf die äußere Umgebung haben. So weit so gut, genau das wollte man erreichen auf Phuket. Die Insel wurde bereits im Juni abgeschottet. Es durften keine Inlandtouristen mehr einreisen. Impfungen wurden forciert und niemand ohne Test kam mehr auf das Eiland. Nur direkte Flüge aus dem Ausland wurden zugelassen, somit wurde eine abgeschottete Situation geschaffen, eine Sandbox eben.

Trotz steigender Fälle stehen alle Signale auf grün

Am 1. Juli kamen dann die ersten ausländischen Touristen, meist Menschen, die der Quarantäne in Bangkok entgehen wollten und langfristig im Land bleiben möchten oder auch Heimkehrer, Expats und Thais, die endlich wieder in Ihre (Wahl-) Heimat wollen. Die Auflagen sind noch immer hoch. So erzählt Christina Grawe, Reporterin und Inhaberin vom »Cafe Glück« in Bangkok (www.facebook.com/artisanfoodandcoffee), wie es ihr mit der Einreise Anfang August ergangen ist. Nachdem sie in Deutschland alle Papiere für das Certificate of Entry zusammen hatte, musste sie die Hotelbuchung auf Phuket nachweisen, die Krankenversicherung mit US$ 100.000 USD und vollen COVID19-Schutz, sowie die 3 PCR Tests im Voraus bezahlen, mit schlappen 8000 Baht. Dann noch einen Covid-Test 72 Std. vor Abflug und los ging‘s. Der Flug mit der Thai Airways war nicht das, was man sonst von der Airline gewohnt ist. Die Mahlzeiten ließen zu wünschen übrig, Entertainment-Programm an Bord Fehlanzeige und das voll vermummte Flugpersonal in Schutzanzügen und Masken mit Faceshield ist auch eher befremdlich. Am Flughafen in Phuket wurde sie freundlich empfangen und nach dem Test sofort ins Hotel gebracht. Hier musste sie auf dem Zimmer warten bis das negative Ergebnis vorlag, dann noch eine App herunterladen und das war es dann auch schon. Anschliessend konnte sie sich im Hotel und auf der ganzen Insel frei bewegen. Das Personal im »Saai Resort« (www.saiiresorts.com/phuket/laguna) am Bangtao Beach ist ausgesprochen freundlich, das Lächeln zwar noch immer von Masken verdeckt, doch scheint man sich über die Gäste aus dem Ausland zu freuen. Die Tests an den Tagen 7 und 14 verliefen reibungslos am Tag 15 wurde Christina dann mit den nötigen Papieren ausgestattet und kann sich nun im ganzen Land frei bewegen. Fazit von Christina: »Eine gute Möglichkeit für Rückkehrer und Langzeittouristen. Durch die vielen Formulare und aufwendigen Einreisebedingungen für Pauschaltouristen oder Kurzzeiturlauber momentan noch nicht ideal. Denn noch immer hängt das Damokles Schwert des positiven Tests über einem, denn dann heißt es 14 Tage ins Spital oder in Hotelquarantäne, sog. Hospitels, die man dann noch einmal zahlen muss«.

Wie geht‘s Phuket nach 3 Monaten Sandbox?

Etwa 28.000 Ausländer sind zwischen Juli und September über die Sandbox eingereist, das ist nur ein Bruchteil dessen, was sich die Regierung erhofft hatte. Das liegt zum einen an den o.g. Bestimmungen, zum anderen aber auch daran, dass Thailand seit Ende April 2021 die höchsten COVID-Zahlen seit Ausbruch der Pandemie verzeichnet. So landete das Urlaubsland auf der Hochrisikoliste einiger Länder und dadurch blieben Besucher aus. Zwischenzeitlich wurden im Land wieder Reiseverbote verhängt, der gesamte inländische Flugverkehr von einem Tag auf den anderen gestoppt, was zu viel Ärger bei den Sandbox-Touristen geführt hatte, denn die saßen auf Phuket fest. Bangkok schloss monatelang Restaurants und verhängte Ausgangssperren. Alkoholverbot in Restaurants und Hotels sowie geschlossene Strände, Nationalparks und Swimmingpools ließen die Lust auf einen Thailand Urlaub schwinden.

Nach langen Monaten von Restriktionen werden jetzt langsam aber sicher die Daumenschrauben etwas gelockert. Man redet wieder von gesponserten Inlandreisen, Flugermäßigungen und Restaurant-Vouchern. Auch wenn es noch immer eine Ausgangssperre in und um Bangkok gibt und die Bars und Entertainment Etablissements im ganzen Land geschlossen bleiben, Alkoholverbot in der Öffentlichkeit herrscht und Masketragen auch im Freien forciert wird, nimmt doch gleichzeitig die Zahl der Geimpften zu und es gibt einen Funken Hoffnung für mehr Normalität.

Phuket als Ausnahmezustand

Jetzt geht wieder der Blick nach Phuket, denn hier gehen die Uhren anders. Bereits seit Wochen sind beliebte Bars in Phatong wieder geöffnet, es zeichnet sich ein bisschen Nachtleben an der Bangla Road ab. In Phuket Town sind die Lokale gut besucht und auch in Bangtao ist etwas los. »Niemand wird reich dabei, aber wir haben wieder etwas Geld, um die Mieten zu zahlen und sind beschäftigt«, sagt Nut, die Besitzerin einer Bar in Patong.

Es hat sogar einige Kurzzeittouristen in die Sandbox gelockt. Wir sprechen mit einem finnischen Paar, das gekommen ist, um die Traumstrände so leer zu erleben, wie es wahrscheinlich nie mehr der Fall sein wird. Auch ein Ehepaar aus Hamburg, das sich für mehrere Monate in Thailand aufhalten will, fühlt sich auf Phuket gut aufgehoben. »Wir haben uns direkt am zweiten Tag ein Auto gemietet und nehmen uns jetzt Zeit die Insel zu erkunden, ohne Andrang und mit wenigen Menschen«. Auch Bodo Jens Förster von »Elephant Special Tours« in Chiang Mai nutzte die Sandbox für seine Heimkehr nach Thailand und ist begeistert. (www.https://www.elephant-tours.de)

Wie geht es weiter in Thailand?

Noch viel mehr Begeisterung dürfte allerdings die Nachricht hervorrufen, dass seit dem 1. Oktober die Phuket Sandbox auf 7 Tage reduziert wurde und es einen Test weniger zu machen gibt. Vollständig geimpfte Touristen dürfen sich nach 7 Nächten auf der Insel anschließend in ganz Thailand frei bewegen. Das gab die Tourist Authority of Thailand auf Ihrer Webpage bekannt (www.thailandtourismus.de). Ebenso wird die Quarantäne in Bangkok auf 7 Tage verkürzt. Und für Ungeimpfte, die auf dem Luftweg einreisen wird die Quarantäne auf 10 Tage reduziert, für Ungeimpfte, die auf dem Landweg einreisen bleibt es indes bei 14 Tagen. Erweitert wurde das Sandbox-Modell nun um die Provinz Phang Nga. Hier liegt der beliebte Ferienort Khao Lak (schon immer ein Überwinterungstipp für Rentner). Außerdem kann man neuerdings auch die ersten 7 Tage im Land auf dem Samui-Archipel und in Surat Thani verbringen, sowie auf Koh Phi Phi, und der Halbinsel Raileh in der Provinz Krabi. (www.tatnews.org).

Allerdings sind die Einreisebestimmungen für Deutsche, Schweizer und Österreicher noch immer an das Certificate of Entry gebunden und finden über die entsprechenden Botschaften statt.

Der Tourismusverband ist sich einig – jetzt ist endlich der Schritt in Richtung Öffnung des Landes getan und es wird sich zeigen, wie viele Reisende sich für Thailand entscheiden werden. Die Hoffnung im Land ist groß.

(07.10.2021, Sandra Wohlfart, rp)


 
 
REISE & PREISE jetzt am Kiosk Abo Fernreise Special Geschenkabo Abo verschenken