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Strand von Menton, Côte d'Azur

Strand von Menton, Côte d'Azur

Benehmen im AuslandLässigkeit im Urlaub ist nicht immer angebracht

Damit in der schönsten Zeit im Jahr alles rund läuft, ist es gut, ein paar Benimmregeln unserer Nachbarn zu kennen.

All diejenigen, die Urlaub auf einer einsamen Insel oder im eigenen Ferienhaus mit Privatstrand und Koch planen, können jetzt getrost aufhören zu lesen. Wer aber Land und Leuten begegnen und dabei Fettnäpfchen vermeiden will, der tut gut daran, einige Regeln zu beachten. Wir sagen, wie es beim Bräunen, Baden und Essen im Ausland nicht zu Missverständnissen kommt.

Bella Figura - und zwar immer: Italien

Das Strandleben in Bella Italia ist ein Spektakel für sich. Welcher Italienfreund kennt sie nicht, die Szenen am Meer, wenn Matronen bis zu den Knien im Wasser stehen und sich gestenreich unterhalten, Bambini schreiend durch die Wellen toben und eingeölte Muskelprotze zeigen, was sie sich im Fitness-Studio antrainiert haben? Die meisten Italiener sind gerne zusammen und legen auch Handtücher und Matten deutlich näher aneinander, als es zum Beispiel in Deutschland üblich ist. Nähe wird als angenehm empfunden und es gibt immer etwas zu erzählen, ob dem Nachbarn oder ins Telefonino, das Smartphone. Doch die Lässigkeit hat Grenzen. So ist zwar Oben-ohne-Baden nicht verboten, Nacktbaden aber sehr wohl. Generell gilt: Je südlicher, desto weniger scheint es praktiziert zu werden. Ist die nahtlose Bräune auch noch so hart erarbeitet, gilt doch in den meisten Strandrestaurants eine Art Kleiderordnung. Für Damen eine Tunika und für Herren Shorts und Hemd oder T-Shirt. Die Rechnung kommt meist für den gesamten Tisch und wird »à la Romana« – auf römische Art – beglichen, indem die Summe durch die Anzahl der Esser geteilt wird.

C'est la vie: Frankreich

Frankreich gilt als Mekka für Liebhaber der Freikörperkultur. FKK ist an vielen Badeseen und Stränden erlaubt und über Oben-ohne regt sich kaum ein Franzose auf. Allerdings gelten die allgemein recht hohen Ansprüche an die Ästhetik auch beim Sonnen und Baden. Es wird erwartet, dass nur der freizügig ist, der es sich figürlich auch erlauben kann. Ähnlich verhält es sich mit dem Besuch eines Restaurants oder einer Strandbar. Pariser Schick muss nicht sein, aber generell gelten auch hier etwas höhere Ansprüche an das Äußere. Auch in der Kommunikation geht es etwas förmlicher zu. Viele Franzosen verwenden häufig Höflichkeitsworte wie »Pardon« oder »Excusez-moi« (entschuldigen Sie mich). Sie dienen eher dem reibungslosen Miteinander und sind – auch für Gäste aus dem Ausland – ein eleganter Einstieg in die Unterhaltung, egal ob diese dann in der Landessprache, auf Englisch oder mit Händen und Füßen erfolgt.

Oben-ohne Olé: Spanien

Die Küstenregionen und auch die zu Spanien gehörenden Inseln sind an Touristen gewöhnt und gelten als recht liberal in Bezug auf alles, was für Gäste zum Gefühl von Urlaub und Freizeit zählt. Dennoch gibt es auch hier Regeln, wie die Urlaubsinsel Nummer eins, Mallorca, in den letzten Jahren eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Kontrollen bei übermäßigem Alkoholgenuss oder lauter Musik in der Öffentlichkeit werden inzwischen konsequent durchgeführt. Das Oben-ohne-Baden wird hingegen an fast allen Stränden toleriert, fürs Nacktbaden gibt es ausgewiesene Bereiche. In Punkto Essen können für deutsche Urlauber die wesentlich späteren Essenszeiten ungewohnt sein. Vor 21 Uhr wird selten zu Tisch gebeten und spätestens dann wird auch deutlich, warum im lebenslustigen Spanien ein Zuviel an Alkohol nicht gerne gesehen wird: zwar wird Wein zu Mittag- und Abendessen genossen, aber meist nur ein Glas.

Direkt und geradeheraus: Niederlande

Auch wenn es noch so verlockend ist, ganz selbstverständlich deutsch zu sprechen, gilt es nicht gerade als höflich. Gerade in den Urlaubsregionen werden niederländische Sprachversuche meist freundlich und flexibel auf Deutsch oder Englisch erwidert. Und auch wer alle Niederländer als Holländer bezeichnet, erntet im besten Fall ein mitleidiges Augenrollen. Holland besteht aus den zwei Provinzen Nordholland und Südholland, die an der Nordsee liegen. An den dortigen Stränden und auch sonst im Land gilt das Gesetz der Direktheit. Es wird nicht drumherum geredet, sondern klar und deutlich gesagt, was Sache ist. Sogar ein bisschen frech sein, wird gerne gesehen, allerdings nicht, wenn es auf Kosten der Königsfamilie geht. Ein weiterer Aspekt dieser Direktheit ist, dass in persönlichen Gesprächen die Sonnenbrille abgenommen werden sollte. Und auch das Bikinioberteil kann beherzt abgelegt werden. Die Niederlande gelten als Paradies der Freikörperkultur. Oben ohne wird fast überall praktiziert, für FKK gibt es gut beschilderte Bereiche.

Bloß nicht winken: Griechenland

Einige der griechischen Inseln gelten als freizügige Partyinseln, darunter zum Beispiel Ios oder Mykonos. Auf seinem Weg zum Urlaubsland hat das konservative Griechenland selbst schon einige Hüllen abgelegt und sich – etwas zähneknirschend – an Oben-ohne-Urlauber gewöhnt. Nacktbaden ist nach wie vor nur an ausgewiesenen Stränden erlaubt. Gegessen wird später als in Deutschland, und wer mangels Sprachkenntnissen auf Zeichensprache zurückgreift, sollte folgende Tipps beherzigen: Ein Hochziehen des Kopfes, das als Nicken verstanden werden könnte, bedeutet »Nein«, Kopfschütteln hingegen heißt, dass das Gegenüber nun wirklich nicht versteht, was von ihm gewollt wird. Auch das Gestikulieren auf Griechisch will gelernt sein. Eiserne Regel: Niemals die Handfläche gegen eine andere Person richten. Dies wird als grobe Beleidigung aufgefasst. Gewunken wird in Griechenland mit der Handfläche nach außen, was von deutschen Gästen leider auch als Wegwedeln verstanden werden kann. Wie gut, dass das gemeinsame Lachen über solche Missverständnisse international ist.

(10.08.2018, dpa)

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