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Abbrechende Baumkronen und Äste, die der Schnee- und Eislast nicht mehr standhalten können, sind für Wintersportler ernstzunehmende Gefahren. Erste Loipen wurden bereits gesperrt. Foto: Wolfgang Thieme/dpa-Zentralbild/dpa

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Marco Wichert arbeitet in seinem «Zander Holzstudio» am liebsten mit den alten Feilen seines Großvaters. In der alten Werkstatt, in der schon sein Urgroßvater gearbeitet hat, stellt er Servier- und Schneidebretter in traditioneller Handarbeit her. Foto: Oliver Gierens/dpa

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Die makellos erscheinende Wineglass Bay fasziniert Reisende - doch ihre Geschichte ist düster. Nick Delany/dpa-tmnFoto: Tourism Australia/dpa-tmn

Australien-Urlaub Freycinet-Halbinsel - Tasmaniens schillerndstes Juwel

Unter den Naturwundern Tasmaniens ist die Freycinet-Halbinsel das vielleicht bezauberndste. Man wandert entlang südseehafter Strände und erkundet einen uralten Küstenpfad der Aborigines.

Geschickt hüpft Nick Delany über die Granitfelsen. Unter ihm rollen Wellen heran, spritzt Gischt empor. Über ihm kreisen drei Seeadler. Ein wunderbares Schauspiel.

Man könnte meinen, Delany habe in elf Jahren als Guide für Wanderer alles gesehen. Aber nun johlt selbst er begeistert auf. Denn über dem Urwald segeln zwei Keilschwanzadler heran. «Die größten Raubvögel Australiens», ruft Delany ekstatisch über das Grollen der Brandung.

Mit mächtigem Flügelschlag attackieren die Tiere ihre kleineren Vettern. Ein kurzes Krallenhakeln, ein Seeadler trudelt, dann flattern er und seine Kollegen eilig davon.

Der Flugkampf ist das würdige Finale dieser Tour, die zu den Great Walks of Australia zählt. Vier Tage lang führt der Freycinet Experience Walk um die gleichnamige Halbinsel im Osten Tasmaniens. Man spaziert über weiße Strände, erklimmt rosafarbene Granithügel und folgt einem alten Pfad der Aborigines entlang der Steilküste.


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Tasmaniens große Naturschönheit

Unter all den Juwelen Tasmaniens funkelt Freycinet am bezauberndsten. Schon 1916 wurde die Halbinsel als Nationalpark geschützt. Berühmt machte sie die Wineglass Bay, die mehrmals zu einem der zehn schönsten Strände der Welt gewählt wurde.

Warum das so ist, sieht man am besten von der Aussichtsplattform hoch über der Bucht. Als Nick Delany als Kind zum ersten Mal zu ihr hinauf stieg, war der Pfad felsig. Nun schlängelt sich ein bequemer Kiesweg zwischen Granitfelsen, Eukalypten, Kasuarinen und Teebäumen hinauf.

Unverstelltes Panorama

Trotzdem trägt Delany Gamaschen zur kurzen Hose. «Es gibt drei Arten von Schlangen auf Tasmanien», erklärt er. «Und alle sind giftig.» Wo sie sich bevorzugt aufhalten? «Überall. Aber sie haben ein gutes Temperament. Sie tun alles, um dir aus dem Weg zu gehen.»

An diesem Tag sind zum Glück keine Schlangen zu sehen. Auch erfreulich wenige Mitwanderer, sodass das tausendfach fotografierte Panorama auf der Plattform unverstellt ist: Eine weiße Sandsichel umfasst die türkise Bucht. Auf den Hügeln ringsum ragen rund gewaschene, gespaltene Felsen aus dem dichten Busch.


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Bis Mitte der 1840er Jahre stand an diesem Ort eine Walfangstation. In wenigen Jahrzehnten jagten ihre Schiffe die Südkaper, eine Art der Glattwale, fast bis zur Ausrottung. Das Blut der Wale färbte die Bucht rot - daher der Name Wineglass Bay.

Diese Insel ist etwas anders

Tasmanien ist ein raues Pflaster. Über seine Bewohner rümpften die Australier auf dem Festland lange die Nase: Hinterwäldler. Aber spätestens seit der Profi-Glücksspieler David Walsh für viele Millionen das sensationelle Museum of Old and New Art voll provokativer Kunst baute, ist die Insel en vogue.

Reisende aus aller Welt kommen, um die spektakuläre Natur zu sehen, Austern zu essen und Wein zu trinken. Überall auf der Insel wurden Wanderwege verbreitert und Hütten gebaut.

Die «Friendly Beaches Lodge» aber, das Basislager dieser Tour, versteckt sich schon seit knapp 30 Jahren im Wald hinter einem kilometerlangen Strand. Von außen sehen die hölzernen Bungalows schlicht aus. Es gibt kein Betonfundament und keine Isolierung, keinen Handyempfang und kein WLAN. Den Strom liefern Solarpaneele, Küche und Kühlschrank laufen mit Gas. Geheizt wird mit Holz.

Was Reisende an diesen Ort verschlägt, wird als Barfußluxus beworben. Bei Austern und Sekt erzählen sich die Gäste abends am Kaminfeuer, was sie an diesem Tag erlebt haben. Dazu wieselt ein Possum über die Holzterrasse. Nachts hört man die Wellen unten am Strand brechen.

Erkundungen auf dem Kammweg

In der benachbarten Bluestone Bay beginnt der geheime Kammweg, den der Veranstalter der Freycinet Experience selbst instand hält. «Wir lassen die Gäste hier ausschwärmen, damit sie keinen erkennbaren Pfad ins Gras trampeln», erklärt Delany.

Mäßig steil geht es einen Waldweg hinauf, der mit Kasuarinen-Nadeln gepolstert ist. Oben angekommen, wandert Delany durch lichten Wald einen Kamm entlang. «Wahrscheinlich ist das eine uralte Route der Oyster Bay Nation», sagt er. Die Aborigines zogen auf diesem Pfad im Herbst an die Küste, wo das Klima milder ist.

Entspannt führt der Pfad 200 Meter über dem Pazifik die Küste entlang. Immer wieder öffnet sich der Wald für grandiose Ausblicke auf die glitzernde See und die Klippen. Weiß blühende Korallenrauten duften würzig, Haubelieste flattern auf.

Blendend weißer Strand

Stundenlang schlendert man auf dem zauberhaften Küstenweg in luftiger Höhe dahin, bis eine Erdstraße zurück ins Flachland führt. Fad wird es deshalb nicht. Man spaziert entlang einer Lagune, auf der eine Armada schwarzer Schwäne dümpelt. Und tritt schließlich hinaus auf einen Strand, der im wahrsten Sinne des Wortes blendend weiß ist.

In den 1990er Jahren wollte eine Firma den fast reinen Quarz der Friendly Beaches abbaggern. Die Tasmanier protestierten wütend, worauf die Regierung den Nationalpark um den sieben Kilometer langen Strand erweiterte. Die weiße Prachtpromenade blieb intakt.


Allgemeine Reiseinformationen zu Tasmanien

Reisezeit: Die Wandersaison dauert von November bis April. Im Februar und März ist es in der Regel am wärmsten.

Einreise: Touristische Reisen nach Australien sind für Europäer derzeit nicht möglich. Wann genau die Grenzen für Reisende aus Deutschland wieder öffnen, ist noch nicht bekannt.

Anreise: Aus Europa fliegt man über Sydney oder Melbourne nach Hobart. Von dort werden Gäste der Freycinet Experience per Shuttlebus zur Lodge gefahren. Die Busse von Calow's Coaches verbinden Hobart und Launceston und stoppen am Freycinet-Nationalpark.

Wandern: Der viertägige, geführte Freycinet Experience Walk ist inklusive Übernachtungen, Vollpension und Transfer zu buchen. Wer auf eigene Faust im Nationalpark wandern will, kann in zwei bis drei Tagen den 27 Kilometer langen Freycinet Peninsula Circuit gehen. Übernachtet wird dabei auf Zeltplätzen. Eine beliebte Tagestour führt in drei Stunden vom Parkplatz hinauf zum Wineglass Bay Lookout und hinab in die gleichnamige Bucht Wineglass Bay.

Übernachtung: Die drei Campingplätze nahe dem Dorf Coles Bay sind über den Nationalpark zu buchen. Man muss dafür einen Parks Pass kaufen (Welcome to Parks Passes).

Informationen: Tourism Tasmania, Neue Mainzer Straße 22, 60311 Frankfurt (Tel.: 069/27 40 06 44, www.discovertasmania.com.au)

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