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Im Urlaub Gutes tun.

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VOLUNTOURISMUS Urlaub mit gutem Gewissen

Tiere pflegen, Bäume pflanzen oder in einer Schule aushelfen: Immer mehr Urlauber engagieren sich in ihrem Urlaub für gemeinnützige Projekte. Nicht nur Spezialveranstalter, sondern auch Luxushotels bieten ihren Gästen die Möglichkeit, Ferienzeit für eine gute Tat zu opfern. REISE & PREISE zeigt Ihnen mehrere Beispiele und die Webseiten, auf denen man den »Urlaub mit gutem Gewissen« buchen kann.

Der Ferientrend Voluntourismus - eine Kombination aus volunteering und tourism, also Freiwilligendienst und Tourismus - wurde in den USA, Großbritannien und Australien geprägt ist nun auch in Deutschland angekommen. So können die Kunden von STA Travel, einem Reisespezialisten für Studenten und junge Erwachsene, im Rahmen von Volunteer-Angeboten sich in einer Schule in Thailand, einem Wildtierkrankenhaus in Kanada oder in einem Waisenhaus in Chile nützlich machen. »Die Menschen tun gerne Gutes«, beobachtet STA Travel-Produktmanagerin Christina Wink eine wachsende Nachfrage. Die mehrwöchigen Programme erfordern »Anpassungsfähigkeit und Flexibilität« und beinhalten neben Unterkunft in einer Gastfamilie auf Wunsch auch Sprachkurse.

Der Veranstalter »Imagine-no-limits« bringt seine Gäste in Costa Rica ebenfalls in einer Familie unter. Im »Proyecto Asis« kümmern sich Urlauber zudem in einem privaten Regenwaldschutzgebiet um gerettete Wildtiere, helfen bei Aufforstungsarbeiten und sind in der lokalen Schule tätig. »Die Programme laufen unter der Woche von acht bis zwölf Uhr, so dass Zeit für Aktivitäten in der Umgebung bleibt«, so Marion Serwe, die seit drei Jahren in Sachen Voluntourismus aktiv ist.

Wer bei einem Forschungsprojekt mitmachen möchte, dem vermittelt Biosphere Expeditions seit zehn Jahren ein- bis zweiwöchige Einsätze. Der Verein Earthwatch ist seit 1971 aktiv. Ob Ausgrabungen, Tier- oder Umweltschutz - zahlreiche Expeditionen führen auf alle Erdteile. Walen und Delphinen im Mittelmeer hat sich der Hamburger Veranstalter La Mar verschrieben. Wer will, der kann eine Woche auf einem Forschungsschiff im Golf von Neapel verbringen.

Erstaunlich ist, dass sich nicht nur Spezialveranstalter der Idee der Freiwilligenarbeit verschrieben haben, sondern auch Luxushotels. Die Gäste der »Fairmont Hotels & Resorts« haben die Wahl zwischen mehreren »Packages für mehr Solidarität mit Mensch und Umwelt«. So helfen Urlauber auf den Bermuda-Inseln bei Wiederaufforstungsarbeiten zum Schutz der Bermuda-Zeder und in Mexiko bei einem Schutzprogramm für bedrohte Meeresschildkröten. Gäste der Hotelkette Ritz-Carlton können seit April 2008 einen Teil ihrer Freizeit ebenfalls wohltätigen Zwecken widmen. Ob Gartenarbeiten in einem Maya-Dorf in Mexiko, das Kartieren der Lebensräume der Blauen Leguane in Grand Cayman oder Musikunterricht für benachteiligte Kinder in Istanbul - jedes der halbtägigen Programme wird durch Fachleute begleitet. »Diese 'Give Back Getaways' bieten eine neue Urlaubserfahrung, die bereichernder und unvergesslicher ist als die Entspannung am Strand«, erläutert Initiatorin Sue Stephenson.

Ist aber wirklich jeder ohne weitere Qualifikationen in der Lage, mal schnell etwas Gutes zu tun? Diese Frage stellt sich insbesondere bei sozialen Projekten. Skeptisch steht der Verein »Forum anders Reisen« Voluntourismus gegenüber. »Veranstalter müssen sehr sensibel sein und fragen, was die Bewohner vor Ort für einen konkreten Nutzen haben«, so Ute Linsbauer vom Forum anders Reisen. Auch Marion Serwe von »Imagine no limits« betont, wie wichtig die Vorbereitung der Reiseteilnehmer ist: »Niemand kann in ein paar Tagen die Welt verändern. Es geht eher darum, Organisationen vor Ort zu unterstützen und ihnen auch bei der Finanzierung zu helfen.« Dies gelingt allerdings auch schon mit einem Besuch eines Projekts im Rahmen einer Reise - und so etwas, so Ute Linsbauer vom Forum anders Reisen, werde tatsächlich häufiger eingeplant: »Auch wir kooperieren mit der Umweltstiftung WWF.«

Bei allem Wirbel um den Begriff Voluntourismus - neu ist die Idee nicht: Seit Jahrzehnten gibt es Organisationen wie die »Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste IJGD«, die Kolping Jugendgemeinschaftsdienste, den Service Civil International, und die »Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten IBG« die Workcamps rund um den Erdball anbieten. Anke Turm von IGB kann dem vermeintlich neuem Trend durchaus Positives abgewinnen: »Die Idee wird bekannter, und es ist immer gut, wenn sich jemand freiwillig engagiert.« Allerdings sei es eine andere Motivation, im Sinne der Völkerverständigung bei einem Workcamp mitzumachen oder »um den eigenen Lebenslauf aufzupeppen«. Auch die Erwartungshaltung werde sich ändern - von der selbst organisierten Anreise und mindestens zehntägigem Campleben hin zum Kurzarbeitseinsatz inklusive Rundumversorgung. Vorerst will der IBG nichts an seinem Auftritt ändern: »Wir bleiben bei dem Ausdruck Gemeinschaftsdienste, auch wenn es auf Englisch besser klingt.«

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