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Das Angebot ist kaum noch überschaubar, es lauern viele Fallstricke. Ein Test der wichtigsten Mietwagen-Broker

Das Angebot ist kaum noch überschaubar, es lauern viele Fallstricke. Ein Test der wichtigsten Mietwagen-Broker

 

Mietwagen Billige Mietwagen-Anbieter am Ende oft teuer

Während früher wenige Mietwagenverleiher den Markt beherrschten, ist das Angebot heute schier unüberschaubar. Buchen lassen sich große Flottenbetreiber und lokale Verleiher auch über sogenannte Mietwagenbroker. REISE & PREISE sagt Ihnen, bei wem Sie am besten aufgehoben sind.

zu den Test-Ergebnissen

Wie den Flug und das Hotel buchen die meisten Reisenden auch ihren Mietwagen schon weit im Voraus. So können sie zu Hause in Ruhe Angebote vergleichen und noch günstige Preise ergattern. Last-Minute-Angebote gibt es sowie nicht, im Gegenteil, am Ende kommt es eher zur Verknappung und die Preise steigen. Außerdem lässt sich der Mietwagen in den allermeisten Fällen bis kurz vor Abreise kostenlos stornieren. Bei unserer Recherche haben wir uns diesmal auf Mietwagenbroker konzentriert. Weil sie von Urlaubern am häufigsten gebucht werden. Bei den Flottenbetreibern wie Avis, Europcar, Hertz oder Sixt sind die Raten oft viel teurer, außerdem berücksichtigen die Broker auch lokale Anbieter. Wir haben Preise für die dritte Mai-Woche 2021 recherchiert, von der Küste Portugals bis ans östliche Mittelmeer. Für einen fairen Vergleich mussten die Angebote folgende Bedingungen erfüllen: Ausgewählt wurden Fahrzeuge der Kompaktklasse, die direkt am Flughafen zur Verfügung stehen oder zu Fuß erreichbar sind – möglichst ohne Shuttletransfer zur Übernahmestation. Auch wurden unbegrenzte Kilometer vorausgesetzt. Die Tankregelung sollte »voll/voll« sein, damit wir einfach mit dem vollgetankten Fahrzeug losfahren und den Wagen vollgetankt wieder abgeben können, ohne uns über überteuerte Benzinpauschalen Gedanken machen zu müssen. Und bei der Vollkaskoversicherung soll der Selbstbehalt ausgeschlossen sein, weil wir keine Lust haben, dass uns hinterher Schäden angelastet werden. Ergebnis: Trotz vergleichbarer Bedingungen waren die Preise sehr unterschiedlich, sowohl die Grundpreise als auch die Zusatzkosten (siehe Tabelle und weiter unten). Für Faro fanden wir das billigste Angebot bei DriveFTI mit € 198 pro Woche, bei InterRent kostete das Fahrzeug € 1.236 – Schock! Am teuersten Ziel Nizza variierten die Raten zwischen € 252 (TUICars) und € 854 (Firefly). Wurden dort falsche Preise hinterlegt? Im Durchschnitt am günstigsten war der Grundpreis bei Auto Europe und Happy Car, gefolgt von den Veranstaltermarken TUICars und DriveFTI. Knapp dahinter landeten Holiday Autos und Argus Car Hire, deren Websites sich nicht zuletzt deswegen ähneln, weil beide einer Softwarefirma namens CarTrawler mit Sitz in Irland gehören. Schlusslichter sind ausgerechnet Anbieter, die sich im Billigsegment positionieren: Firefly und InterRent, die Billigmarken von Hertzbzw. Europcar. Auch Sixthat einen Billigableger namens Flizzr, allerdings lagen zum Testzeitpunkt noch keine Preise für 2021 vor.

Die Krux mit der Selbstbeteiligung

Am wichtigsten ist eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung. Denn in südlichen Gefilden, wo das Auto eher Gebrauchsgegenstand als Statussymbol ist, ist eine Beule auch unverschuldet schnell kassiert. Mietwagenfahrer gehen ein hohes Risiko ein, dass am Ende die über die Kreditkarte hinterlegte Kaution ganz oder teilweise futsch ist. Obwohl wir längst nicht die größte Fahrzeugklasse gewählt haben, hätten in unserem Test Summen bis zu € 1.970 gedroht (DriveFTI und Happycar in Faro). »Vollkasko ohne Selbsthalt« heißt in Wirklichkeit meist: Sie strecken das Geld vor und erhalten es vom Broker oder dessen Versicherung im Schadensfall zurückerstattet. Denn ein Mietwagenportal betreibt keine eigene Flotte, sondern greift auf die Fahrzeuge örtlicher Anbieter zurück. Diese bevorzugen in der Regel Tarife mit mit Selbstbeteiligung. Die fehlende Deckung sichern die Portale selbst ab. Für den Kunden bedeutet dies bei der Autoabholung meist Theater. Die Mitarbeiter am Schalter wissen von der bestehenden Versicherung oft nichts (oder tun zu mindestens so). Selbst nach Vorlage der Buchungsunterlagen setzen sie oftmals alles daran, den Kunden zu verunsichern und ihm eine Zusatzversicherung aufzuschwatzen, denn daran verdienen sie gutes Geld. Dementsprechend nervtötend gestalten sich nicht selten die Übernahmegespräche. Da diese Absicherung bereits über das (deutsche) Portal besteht, sollte man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen und in diesem Moment eisern bleiben. Oder von vornherein eine Rate mit Selbstbeteiligung buchen und vor Ort die Zusatzversicherung nehmen, wobei diese recht teuer sein kann. Denn ganz unbegründet ist der »Rat« des Verleihers vor Ort nicht. Kommt es nämlich zum Schadensfall, wird zunächst die Kreditkarte des Kunden belastet. Dieser ist dann in der Beweispflicht und muss den Hergang belegen, um das Geld zurückzuerhalten. Dafür verlangen Portalbetreiber neben dem Mietvertrag und dem Zahlungsnachweis (Quittung oder Kreditkartenabrechnung) zum Beispiel einen Schadensbericht der Polizei, eine Bestätigung vom Verleiher sich sowie Fotos. Doch was passiert, wenn ein Schaden unbemerkt blieb oder Fahrerflucht begangen wurde? Oder wenn der Vermieter einen Schaden geltend macht, der bereits vorher bestand, und den Betrag einfach von der Kreditkarte abbucht? Dann bleibt man – trotz Versicherung – meist auf den Kosten sitzen.

Aufpassen bei der Wahl der Tankregelung

Weiteres Ärgernis ist die Tankregelung. Fair ist »voll/voll«, d. h. das Auto steht vollgetankt auf dem Hof (zumindest zeigt die Tanknadel »voll« an) und man bringt es vollgetankt zurück. Die meisten Anbieter im Test boten diese Option auch an. Unklar ist die Regelung »Annahme wie Abgabe«. Das kann »voll/voll« oder »leer/leer« sein oder irgendwas dazwischen, d. h., das Auto ist so betankt abzugeben, wie es entgegengenommen wurde. Aber was machen Sie, wenn der Mitarbeiter bei der Rückgabe behauptet, dass unbedingt nachgetankt werden müsse, die Rückgabe-Uhrzeit oder Ihr Abflug es aber nicht erlaubt, noch tanken zu fahren? Dann übernimmt das der Vermieter und kassiert überhöhte Spritpreise und eine kräftige Pauschale. Angaben dazu waren im Test bei fast keinem Anbieter zu finden. Bei TUI Cars lag die Pauschale zwischen € 15 (Nizza), € 20 (Rhodos) und € 41,32 (Mallorca), zuzüglich Benzin. Unterm Strich können da schon mal € 90 auf der Kreditkartenabrechnung auftauchen oder von der Kaution abgezogen werden – so viel passt in keinen (Kompaktwagen-) Tank.

Ein Leihnavi kostet im Test bis zu 280 Euro

Obendrauf kommen die Zusatzkosten. Wer sich beim Fahren abwechseln will, muss für den Zusatzfahrer in der Regel extra bezahlen, nur bei TUI Cars ist ein Zusatzfahrer bei vielen Zielen inklusive. Im Test kostete ein zusätzlicher Fahrer je nach Destination € 28 (Faro) bis € 84 (Nizza) pro Woche, wobei der Zusatzfahrer immer für die gesamte Mietdauer gebucht werden muss. Kräftig hingelangt wird auch beim Navigationsgerät, das für eine Woche zwischen € 35 und € 280 kostet. Da wäre es manchmal besser, sich ein mobiles Navi zu kaufen. Am besten aber, Sie laden sich vorab die App »Here WeGo« und die benötigten Karten herunter, dann können Sie ihr Smartphone offline als Navi benutzen.

Sind Kinder an Bord, kommen bei der Automiete weitere Kosten dazu. Für einen Kindersitz werden € 31,50 bis 168 pro Woche verlangt und für eine Sitzerhöhung € 31,50 bis 84. Wer sein Baby im Sitz transportiert oder eine Sitzerhöhung mitnimmt und schon im Flieger einsetzt, kann viel Geld sparen.

Jungfahrer zahlen oft astronomisch hohe Preise

Mehr zahlen müssen Fahrer, die außerhalb der »üblichen« Altersspanne von 26 bis 69 Jahren liegen. Bei Jüngeren unterscheiden sich Raten, Jungfahrerzuschläge (im Test bis € 30 pro Tag!) und Mindestalter in den verschiedenen Destinationen sehr. Die Bedingungen hängen nicht primär vom Portal ab, sondern vom Flottenbetreiber. Das Mindestalter, um überhaupt ein Fahrzeug anmieten zu können, beträgt zum Teil 19 bis 21 Jahre (oder 1–3 Jahre Führerschein) und bei größeren Fahrzeugen oft 25 Jahre. Bei den meisten Portalen kann man sein Alter in der Suchmaske anwählen, so dass Jüngeren auf einen Klick nur die Autos angeboten werden.

Darauf sollten Sie achten

> Wählen Sie beim Buchen eine VollkaskoVersicherung ohne Selbstbehalt. Lassen Sie sich vor Ort keine zweite Versicherung andrehen.

> Sitzt der Vermieter im Terminal, sparen Sie sich viel Gelaufe. Filter entsprechend einstellen.

> Wählen Sie grundsätzlich die Voll/voll Tankregel

> Ist die gebuchte Fahrzeugklasse nicht verfügbar, verlangen Sie ein kostenloses Upgrade.

> Prüfen Sie, ob das Fahrzeug Vorschäden oder Kratzer hat und vermerken Sie diese im Übergabeprotokoll (Fotos machen).

> Kontrollieren Sie die Bereifung und verlangen ggf. ein anderes Fahrzeug.

(REISE & PREISE 1-2021)