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Ein Lufthansa-Airbus am Frankfurter Flughafen: Die Airline fliegt wegen der Atomkrise in Japan zunächst nicht mehr nach Tokio.##Foto: dpa

Ein Lufthansa-Airbus am Frankfurter Flughafen: Die Airline fliegt wegen der Atomkrise in Japan zunächst nicht mehr nach Tokio.

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Atomalarm statt Kirschblüte

Japan-Reisen abgesagt

Die Kette der Katastrophen trifft Japan auch als Reiseland. Kurz vor Beginn der Kirschblüte, einem der größten Touristenmagneten, ist offen, wie es mit Japan als Urlaubsziel weitergeht.

Veranstalter haben vorerst alle Touren abgesagt, die Lufthansa fliegt aus Angst vor Radioaktivität Tokio nicht mehr an: Japan ist derzeit kein Reiseziel. Und das ausgerechnet jetzt: «Ende März und Anfang April ist die Kirschblütenzeit, und das ist eigentlich die Hochsaison für Touristen», sagt Yasuko Tsuruki von der Japanischen Fremdenverkehrszentrale (JNTO) in Frankfurt. Die zartrosa Kirschblüte gilt als eines der wichtigsten Symbole der japanischen Kultur: Wenn sie sich öffnet, beginnt der Frühling. Doch daran mag im Land der aufgehenden Sonne im Moment niemand denken.

Japan ist kein Ziel für die Massen. 124 000 Menschen reisten im vergangenen Jahr aus Deutschland in den Inselstaat. Davon waren 60 Prozent Geschäftsreisende, schätzt die JNTO. Zum Vergleich: Nach Ägypten reisten 1,3 Millionen deutsche Gäste. Während am Roten Meer die Begeisterung der Urlauber dem Cluburlaub am Pool gilt, stehen in Japan Rundreisen für Kultur- und Naturfreunde im Vordergrund.

Nachdem schon Erdbeben und Tsunami dem Nordosten des Landes schwer zugesetzt hatten, machte spätestens der Kollaps der Kernkraftwerke die aktuellen Urlaubspläne zunichte. Das Auswärtige Amt rät Menschen in der betroffenen Region zur Ausreise. »Seit Tschernobyl kannten wir eine derartige Katastrophe ja nicht«, sagt Ury Steinweg, Chef des zum Tui-Konzern gehörenden Reiseveranstalters Gebeco. Kurzfristig sagten Steinwegs Mitarbeiter zwei Reisegruppen ab, die am Montag nach Japan fliegen sollten. »Wäre es bei dem Erdbeben und dem Tsunami geblieben, hätte man die Reisen wahrscheinlich noch durchführen können», sagt der Manager. Schließlich ist besonders Japans Süden ein beliebtes Ziel. »Aber jetzt schwebt über allem die radioaktive Unsicherheit.«

Dabei hatte Steinweg bereits das beste Japan-Jahr aller Zeiten aufziehen sehen: »Wir haben jetzt eigentlich fast täglich eine neue Reisegruppe.« Alleine für März und April hatte er 500 Gäste auf der Liste - und ist jetzt froh, dass bis Ende des Monats keiner von ihnen rund um Tokio Urlaub machen wird. Auch der Studienreisen-Spezialist Studiosus in München hat 160 Urlaubern die Japan-Reisen bis Ende März abgesagt - im April will das Unternehmen weitersehen.

Bei den großen Pauschalreise-Veranstaltern spielt Japan kaum eine Rolle. Neckermann Reisen hat das Land überhaupt nicht im Katalog, und die Schwestermarke Thomas Cook musste hierzulande nur wenigen Gästen absagen. »Zum Zeitpunkt des Bebens hatten wir zum Glück keine Gäste vor Ort«, sagt Sprecherin Isabella Partasides im hessischen Oberursel.

Wann die Veranstalter wieder Gäste nach Japan bringen, hängt vor allem von den Folgen der Atomunfälle ab. Die Lufthansa (LH) lässt aus Japan ankommende Flugzeuge bereits auf Radioaktivität überprüfen. Europas größter Fluggesellschaft scheint es inzwischen zu heikel, Tokio anzufliegen - die täglichen Flüge aus Deutschland sollen stattdessen in Osaka und Nagoya im Südwesten des Landes enden. Die verbliebenen Deutschen scheinen aber noch nicht in Scharen zu fliehen: »Aus unserer Sicht gibt es noch keine Ausreisewelle«, sagt LH-Sprecher Thomas Jachnow. Zusatzflüge würden noch nicht gebraucht.

Japanische Fremdenverkehrszentrale

(16.3.11, dpa/tmn)

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