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Gabelflug

Ausgleichszahlung? Entscheidungen des Piloten sind bindend

Die Entscheidung eines Piloten, wegen Unwetters auf einen anderen Flughafen auszuweichen, ist nicht anfechtbar. Auch ein Gericht kann dies nicht ohne Weiteres in Frage stellen, urteilte das Amtsgericht Geldern. Fluggästen steht deshalb auch keine Ausgleichzahlung zu, wenn der Pilot eines Zubringerflugzeugs wegen schlechten Wetters eine Landung auf dem geplanten Flughafen für zu riskant hält und Passagiere deswegen ihren Anschlussflug verpassen. Amtsgericht Geldern, 3.8.2011, Aktenzeichen: 4C 242/09 (3-2012)

US-Airline Klage in Deutschland zulässig

Fluggäste können ihre Rechte bei Verspätung oder Annullierung von Flügen nach der EU-Fluggastrechteverordnung auch gegenüber ausländischen Fluggesellschaften in Deutschland einklagen. Eine Passagierin hatte einen Flug von Frankfurt in die USA gebucht, der wegen eines Defektes am Flugzeug gestrichen wurde. Die Klägerin verlangte 600 Euro Ausgleichszahlung, die Airline weigerte sich mit der Begründung, dagegen gerichtete Klagen seien in Deutschland unzulässig. Der Bundesgerichtshof stellte nun klar: Verbraucher können am sogenannten Erfüllu

Barzahlungen? Keine Gebühren für Kartenzahlung

Eine Airline darf zwar in ihren Allgemeinen Beförderungsbedingungen regeln, dass sie keine Barzahlungen für Flugscheine oder die Beförderung von Übergepäck und Sportausrüstung akzeptiert. Sie darf dann aber für Kartenzahlungen keine Gebühren verlangen. Bundesgerichtshof, 28.5.2010, Aktenzeichen: Xa ZR 68/09

Zubringerflug BGH stärkt Rechte von Flugreisenden

Fluggästen, die wegen der Streichung ihres Zubringerfluges den Anschlussflug mit der gleichen Airline verpassen, steht eine Entschädigung nach der EU-Fluggastrechteverordnung für die gesamte Strecke zu. Nicht nur für den Zubringerflug. Geklagt hatte ein Reisender, der wegen der Annullierung seines Fluges von Berlin nach Amsterdam den Weiterflug nach Curaçao verpasste und dort erst einen Tag später ankam. Die Richter bestätigten einen Anspruch auf € 600. Bundesgerichtshof, 14.10.2010, Aktenzeichen: Xa ZR 15/10

Flugzeug beschädigt Airline haftet für Verspätung

Wird ein Flugzeug beim Schleppen zum Abfluggate beschädigt, muss die Airline für eine dadurch resultierende Verspätung haften. Die Vorbereitung des Flugzeugs ist kein außergewöhnlicher Umstand, der die Haftung für Verspätungen ausschließt. Amtsgericht Frankfurt am Main, 3.2.2010, Aktenzeichen: 29 C 2088/09

Meilen verfallen Unwirksame Klausel in Flugmeilenprogramm

Stellt eine Fluggesellschaft ihr Prämienprogramm ein und kündigt dem Kunden, dürfen die bis dahin gesammelten Punkte nicht innerhalb eines halben Jahres verfallen. Der Kläger hatte bereits 54.000 Meilen gesammelt und eigentlich fünf Jahre Zeit gehabt, diese abzufliegen. Die AGB der Airline sahen allerdings vor, dass die Meilen bei einer Kündigung nur sechs Monate Gültigkeit behalten sollten. Zu Unrecht. Diese Klausel benachteilige den Fluggast unangemessen und sei daher unwirksam. Bundesgerichtshof, 28.1.2010, Aktenzeichen: Xa ZR 37/09

Rücklflugprobleme Airline haftet

Ein Pauschalurlauber erfuhr in der Dominikanischen Republik, dass der Rückflug überbucht sei. Mit einem Ersatzflug kam er zehn Stunden später als vorgesehen zu Hause an und klagte gegen die Airline. Das Gericht sprach ihm 600 Euro Schadenersatz zu, da er trotz gebuchtem und bestätigtem Flug nicht befördert worden war (Amtsgericht Düsseldorf, AZ: 39 C 9179/06).

Flugausfall Veranstalter kontaktieren

Eine Pauschalurlauberin erfuhr am Flughafen, dass ihr Flug nach Korsika nicht stattfinden könne, da die Airline Konkurs gegangen sei. Statt zum Reiseveranstalter Kontakt aufzunehmen, buchte sie eigenmächtig einen Flug, dessen Kosten sie dem Reiseveranstalter in Rechnung stellte. Ohne Erfolg, denn der Veranstalter hatte drei Stunden später einen Flug inklusive Bustransfer organisiert (Amtsgericht Neuwied, AZ: Az.: 16 U 41/044 C 700/04).  

Preisminderung Andere Fluggesellschaft

Wird der Flug mit einer anderen als in der Buchungsbestätigung angegebenen Fluggesellschaft durchgeführt, ist der Reisende zur Minderung berechtigt AG Bonn, AZ 4 C 396/96).

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