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Minderung des Reisepreises

Start- und Landebahn kann Reisemangel bedingen

Wirbt ein Veranstalter im Prospekt mit dem Wort »erholsam«, kann der Reisende erwarten, keinerlei Lärmbelästigung ausgesetzt zu sein. Im speziellen Fall durch die in der Nähe des Hotels gelegene Startbahn eines Flughafens.  Die Lärmbelästigung durch die Flugzeuge begründete eine Minderung des Reisepreises um 20 % (OLG Düsseldorf, AZ 18 O 209/96).  

Discolärm

Statt ruhiger Lage

Wer eine Unterkunft in »ruhiger Lage« (laut Katalog) bucht und stattdessen nächtlichen Discolärm ertragen muss, dem steht ein um 20 Prozent ermäßigter Reisepreis zu. In einem Fall beschallte eine Diskothek bis 4 Uhr morgens die Umgebung, die im Katalog als ruhig beworben worden war. Das Gericht entschied, dass ein durchgehender Lärmpegel nicht hingenommen werden muss. (OLG Köln, AZ: 2 K 2340/98). Eine Abfuhr kassierte hingegen ein Urlauber, der sich über die Lage seines Hotels beklagt hatte – es befand sich nämlich neben einem Friedho

Einspruch abgelehnt

Einheimische als Reisemangel

Nachdem ein Ehepaar nach seiner Mauritius-Reise zunächst erfolglos gegen das angeblich »ekelerregende Essen« und die Fliegen am Frühstücksbuffet geklagt hatte, versuchte es es damit. Die Einheimischen am Strand seien eine Belästigung gewesen. Da wurde es den Richtern zu bunt. Fernreisende seien doch gerade »darum bemüht, andere Länder und Leute kennen zu lernen« – und daher könne ein »Lärmpegel« am Strand ja wohl »nicht ernstlich als Reisemangel vorgetragen« werden. Einspruch abgelehnt. (AG Aschaffen

Billigtouristen

Menschen als Reisemangel

Die Anwesenheit von »Billigtouristen« in einem 5-Sterne-Hotel kann zu einer Minderung des Reisepreises führen. Ein Urlauber hatte sich über russische und polnische Touristen beklagt, die im Unterhemd im Speisesaal gesessen hätten und mit schlechten Manieren »genervt« hätten. Das Amtsgericht Düsseldorf gab dem Mann recht: Der Erholungswert sei tatsächlich erheblich gemindert worden. (AG Düsseldorf, AZ: C 21193/94)

All-inclusive-Reise

Besoffene im Preis inbegriffen

Wer eine All-inclusive-Reise bucht, kriegt das Ballermann-Flair gratis dazu. Eine Urlauberin hatte sich beklagt, dass in ihrem Hotel nicht nur die kostenfreien Mahlzeiten, sondern vor allem Gratis-Bier und -Wein bei den anderen Gästen übermäßigen Zuspruch gefunden hatten. Ständig wurden Partys gefeiert, Urlauber von Angetrunkenen belästigt. Die Touristin klagte auf Minderung des Reisepreises, doch die Klage wurde abgewiesen: Es sei vorhersehbar gewesen, dass der Alkoholkonsum auf All-inclusive-Reisen wesentlich höher liege als bei Reisen, auf denen Getr&aum

Verschiedene Mängel

Das Kreuz der Kreuzfahrer

Was man aus einer Schiffsreise herausholen kann, hat ein Urlauber am Amtsgericht Frankfurt aufgezeigt. Der Mann hatte eine 5.600,- Euro teure zweiwöchige Fahrt entlang der norwegischen Küste gebucht. Die gebuchte Klimaanlage funktionierte nicht, ein Ersatzgerät wurde erst zwei Tage vor Reiseende installiert. Dieser Reisemangel war den Richtern 20 Prozent des Reisepreises wert. Für die nächtliche Lärmbelästigung durch das Putzpersonal legte das Gericht noch einmal 10 Prozent drauf. (AG Frankfurt, AZ 32 C 3345/00-48)

Krach statt Ruhestätte

Urlaub an der Europastraße

Eine Familie hatte einen Kreta-Urlaub in einem Hotel gebucht, das laut Prospekt abseits der Küstenstraße drei Kilometer entfernt vom nächsten Ort lag. Tatsächlich aber fand sie sich direkt an der Europastraße 75 wieder, die rund um die Uhr von Reisebussen und LKWs befahren wird. Die Richter gaben der Familie Recht und verdonnerten den Veranstalter zur Rückzahlung von einem Fünftel des Reisepreises (EURO 350). Der Veranstalter hätte im Prospekt auf den Verkehrslärm hinweisen müssen (AG München, AZ: 191/3762/01).

Ruhestörung?

Schnarcher an Bord

Nervtötend, aber nicht ausreichend als Reisemangel sind Schnarcher im Flugzeug. Ein Ehepaar war in der Business Class nach Südafrika geflogen und mokierte sich beim nächtlichen Flug über die Schlafgeräusche der Mitreisenden. Weil zudem nur englischsprachige Filme gezeigt wurden, forderten die Urlauber vom Veranstalter Geld zurück. Die Klage wurde zurückgewiesen. Dass bei einem Langstrecken-Übernachtflug (nicht immer geräuschlos) geschlafen werde, sei völlig normal und hinzunehmen. Außerdem würde die ausländische Airline normale

Pass-Fragen

Keine Reisebüro-Haftung

Nun ist es amtlich. Ein Reisebüro haftet nicht, wenn ein Pauschalreisender wegen eines fehlenden Passes oder Visums am Flughafen stehenbleibt. Der X. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs entschied in letzter Instanz, dass einzig der Reiseveranstalter in der Pflicht ist, Urlauber über notwendige Ausweis- und Einreisebedingungen zu informieren (Zivilsenat des Bundesgerichtshofs, AZ: X ZR 198/04, Bestätigung von LG Bremen, AZ: 2 S 122/ 04).

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