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Bodhi Baum, Sri Lanka

Bodhi Baum, Sri Lanka

Sri LankaMagische Orte laden zum Staunen ein

Eine Reise zu zauberhaften Orten, an denen Pilger drängeln, Wolkenmädchen wohnen, Leoparden schlafen und ein Granatapfel Pate stand.

Wer ins Nirwana will, bringt eine Opfergabe mit: Lotusblüten und Wasserlilien tragen ganz in Weiß gekleidete Pilger in einem schier unendlichen Strom zum Allerheiligsten der Buddhisten, dem Baum der Erleuchtung. Seit mehr als 2000 Jahren thront er über einer Tempelanlage in der alten Königsstadt Anuradhapura im Herzen Sri Lankas. Goldene Krücken stützen seinen uralten, knorrigen Stamm, der sich immer mehr zur Erde beugt, während seine Nachkommen um ihn herum kraftstrotzend in den Himmel wachsen. Die Pappel-Feige wurde im 3. Jahrhundert vor Christus in einem goldenen Gefäß aus Indien nach Sri Lanka gebracht. Sie ist ein Ableger des heiligen Bodhi-Baums in Indien, unter dem einst Siddhartha Gautama die Erleuchtung fand und zu Buddha wurde. Während eine eifersüchtige Königsgattin der Legende nach den ursprünglichen Baum zerstörte, wurde sein Ableger in Sri Lanka gehegt, gepflegt und geschützt. Er gilt als der älteste von Menschen gepflanzte Baum der Welt, dessen Existenz dokumentiert ist. In seinem Schatten murmeln zwei heilige Männer Mantras, als würden sie nie verstummen. Dabei legen sie den Pilgern ein weißes Segensbändchen ums Handgelenk. Die geweihten Baumwollfäden wollen alle. Schließlich verheißen sie ein langes Leben, Frieden, Gesundheit, Erfolg und Glück.

Nur 75 Kilometer entfernt, mitten im Dschungel, zwischen Himmel und Erde, schaffte sich vor 1.500 Jahren König Kassapa sein eigenes Paradies. Auf einen 200 Meter hohen Granitmonolithen baute er eine Festung, in der die Wolkenmädchen wohnten und er wie ein Gott thronte. Schwindelerregende Treppen führen auf den sagenumwobenen "Löwenfelsen" von Sigiriya. Dort bezaubern barbusige Schönheiten auf Freskenbildern. Sie werden streng bewacht. Niemand darf die Wolkenmädchen fotografieren. Mit 500 Konkubinen soll sich der König in seinem Himmelspalast verschanzt und vergnügt haben.

Am Nachbarfels Pidurangala wohnen die Mönche. Er ist kleiner. »Aber besser«, sagt Sunil Bandara (32). Der zierliche Mann bewacht das Kloster und kassiert drei Euro Eintritt. Abenteuerlich geht es über einen steilen Pfad hinauf, vorbei an einem aus Ziegelsteinen geformten liegenden Buddha. Bei ihm kann man Kraft tanken für eine waghalsige Klettertour auf den Gipfel. Zur Belohnung wartet ein grandioser Ausblick hinüber auf den »Löwenfelsen«. »Und Gutes habt Ihr auch getan«, sagt Bandara. Mit dem Eintritt finanziert der Klosterabt eine Sonntagsschule mit acht Lehrkräften für 200 arme Kinder.

Nicht nur Könige und Mönche werden von ungewöhnlichen Steinformationen angezogen. Im Yala-Nationalpark, dem ältesten Naturschutzgebiet im Südosten Sri Lankas, liegen Riesenbrocken wie Kunstwerke: Dort, wo sich graue Kugeln zu einem Dach türmen, ist der Lieblingsplatz der Leoparden. Der Fahrer drückt aufs Gas. Sein schwerer Safari-Jeep brettert über die Löcher der vom Monsun ausgewaschenen Piste. Es ist ein Rennen gegen die Zeit. Denn er ist da: der Leopard. Chef-Ranger Steuart Roelofsz (37) legt seinen Zeigefinger an die Lippen. Kein Flüstern soll das Tier aufwecken. Die Kameras klicken. Die gefährliche Raubkatze liegt auf dem Bauch, dreht sich entspannt auf den Rücken und streckt alle vier Beine von sich. Hier ist das Paradies der Leoparden. Ihre Lieblingsspeise sind Rehe. Und die gibt es im Yala-Nationalpark wie in einem Schlaraffenland.

»Das erste Mal war ich als Baby auf Safari«, erzählt Steuart, der die Tour zu den Tieren im Luxuscamp Chena Huts leitet. Bereits vor 500 Jahren kamen seine Vorfahren als Kolonialherren auf die Insel: die seiner Mutter aus Portugal, aus Holland die seines Vaters. Seine Leidenschaft machte er zum Beruf. 48 Leoparden hat der Chef-Ranger inzwischen anhand seiner Fotos in dem Nationalpark identifiziert. Das ist eine der weltweit dichtesten Leopardenpopulation. Badende Elefanten, lauernde Krokodile, Lippenbären, Wasserbüffel, stolzierende Pfauen und exotische Vögel spielen da nur noch eine Nebenrolle.

Auf Leoparden war auch Mark Forbes (43) spezialisiert. Jahre lang fotografierte er die majestätischen Katzen. Dann fand er plötzlich ein neues Motiv: historische Gebäude in Colombo. Mit seinen Spaziergängen entführt er in die alten Zeiten, als die Hauptstadt Sri Lankas zu den angesagtesten Orten Asiens gehörte. »Ich bin ein Dutch Burgher«, erklärt er. So werden die Nachfahren aus den Mischehen europäischer Kolonialsiedler mit einheimischen Frauen genannt. Auf seinem Tablet zeigt Mark zum Vergleich alte Bilder Colombos. Der Bürgerkrieg zwischen tamilischen Separatisten und den dominierenden Singhalesen, der nach 26 Jahren erst 2009 endete, hat seine Spuren hinterlassen. »Hier wurde noch geschossen«, deutet er auf den restaurierten Glockenturm der Engländer von 1857. An der Ecke York/Sir Baran Street, wo einst das Leben in einem der begehrtesten Kaufhäuser Asiens pulsierte, macht jetzt Jenita Selvaratnam (39) auf dem Gehsteig das beste Geschäft. Aus zwei Styroporkisten verkauft sie selbstgemachte, heiße Teigtaschen.

Beim »Grand Oriental Hotel« von 1837 schüttelt Mark verzweifelt den Kopf. »Früher musste man eine schriftliche Bewerbung mit Lebenslauf schicken, um überhaupt ein Zimmer zu bekommen«, erzählt er. In den 1960er-Jahren öffnete hier der erste Nachtclub der Stadt. Er hieß: »Der blaue Leopard«. Heute bringt es das Hotel gerade noch auf drei Sterne – allerding mit dem schönsten Ausblick. Zwischen modernen Wolkenkratzern spitzen eigenartige weiß-rote Zwiebeltürmchen hervor. Sie gehören zum auffälligsten historischen Haus Colombos. Das ist muslimisch. 1908 wurde die rote Moschee Jami-Ul-Alfar gebaut. Vorbild soll ein aufgeschnittener Granatapfel sein. 16.000 Gläubige drängen sich hier zum Gebet – mit der Hoffnung auf das »Dschanna«, ihr Paradies.

Weitere Informationen:

Anreise: Zum Beispiel mit Qatar Airways über Doha nach Colombo, qatarairways.com

Visum: Bei der Einreise wird ein Visum verlangt. Das kann online beantragt werden über eta.gov.lk und kostet 35 US-Dollar.

Beste Reisezeit: Sri Lanka kann das ganze Jahr bereist werden. Auf der Insel herrscht tropisches Monsunklima. Der Monsun tritt aber in den einzelnen Regionen genau zu entgegengesetzten Zeiten auf. Trockenzeit ist an der Ostküste von April bis September, an der West- und Südküste von Dezember bis März.

Wohnen: Zwischen der Königsstadt Anuradhapura und der Himmelsfestung Sigiriya verstecken sich die Villen des Ulagalla inmitten von Reisfeldern und Dschungel. Zentrum ist ein 150 Jahre altes Walauwa, ein Herrenhaus einer singhalesischen Familie. Doppelzimmer mit Halbpension pro Person ab 150 Euro.
Zwischen Indischem Ozean und Yala-Nationalpark liegen die Chena Huts, durch die Bäume wachsen und ein Elefant auch mal am Pool vorbeischaut. Doppelzimmer all-inclusive mit Morgen- und Abendsafari pro Person ab 497 Euro.
Die Uga-Residence in Colombo ist ein historisches viktorianisches Stadthaus mit elf Suiten und war einst Treffpunkt der kolonialen Society. Doppelzimmer pro Person ab 127 Euro. Die Luxus-Resorts gehören zu Uga-Escapes. Das Unternehmen setzt mit fünf kleinen, feinen Hotels rund um die Insel auf sanften Tourismus und Naturerlebnis. www.ugaescapes.com

Veranstalter: Eine private Rundreise mit eigenem Fahrer, der gleichzeitig Reiseführer ist, Ausflügen und acht Nächten in den Uga-Hotels bietet Tischler Reisen ab 2.383 Euro an. Tischler Reisen, Partnachstr. 50, Garmisch-Partenkirchen. Tel. 08821-93170, tischler-reisen.de

Tipp: Colombo City Walks mit Mark Forbes ab dem Old Dutch Hospital. Tel. 0094-773017091, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Weitere Informationen: Botschaft von Sri Lanka, Niklasstr. 19, 14163 Berlin. Tel. 030-80909749, srilanka-botschaft.de

(15.06.2018, dpa)

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