Mein RP
Finde die besten Reiseangebote
Alle Veranstalter vergleichen
Fair buchen: Finde die besten Reiseangebote
1 Erwachsener
hin und zurück
oneway
Gabelflug

Beitragsseiten

Müssen Dicke demnächst mehr für den Flug zahlen?

Müssen Dicke demnächst mehr für den Flug zahlen?

Foto: ...

FLUGREISEN

Müssen Dicke doppelt zahlen?

Manche Übergewichtige benötigen im Flieger mehr als einen Platz. Immer mehr Airlines denken über eine Extra-Gebühr nach.

Wenn Sabine H. fliegt, hat sie immer ein mulmiges Gefühl. »Wird alles glattgehen?«, fragt sich die 32-Jährige. Sabine H. hat keine Flugangst. Sie hat Übergewicht. 166 Kilogramm bringt sie auf die Waage, bei 167 cm Körpergröße. Was schiefgehen könnte, beschäftigt sie schon Tage vorher: »Passe ich in den Sitz? Lässt sich die Armlehne hochklappen, so dass ich mehr Platz in Richtung Nachbarn habe?«

Übergewichtige Passagiere haben es nicht leicht – ihre normalgewichtigen Sitznachbarn aber auch nicht. Dorothee K. erzählt: »Letztens hatte ich einen sehr dicken Mann neben mir. Mir war die Tuchfühlung extrem unangenehm.« Als er dann auch noch fragte, ob er sein Getränk auf ihren Tisch stellen könne, platzte ihr der Kragen: »Wenn Sie zwei Sitze brauchen, müssen Sie auch zwei buchen.« In den USA ist das bei einigen Airlines längst Realität. Seit 2009 zahlen Dicke etwa bei Delta oder Continental extra. Dabei gilt die Faustregel: Lässt sich der Sicherheitsgurt nicht schließen oder die Armlehnen nicht herunterdrücken, sind zwei Sitzplätze fällig. Der Passagier hat Glück, wenn zufällig noch zwei Plätze nebeneinander frei sind und er kostenlos umgesetzt werden kann. Bei gutgebuchten Flügen muss er auf eine spätere Maschine umbuchen oder einen zweiten Sitzplatz bezahlen.


Müssen Dicke demnächst mehr für den Flug zahlen?

FLUGREISEN: Müssen Dicke doppelt zahlen?

Ryanair führt die Fat-Tax ein

Auch Ryanair war 2009 mit dem Vorschlag vorgeprescht, eine sogenannte Fat-Tax zu erheben. Doch der Protest ließ hierzulande nicht lange auf sich warten. Schnell stand das Thema Diskriminierung im Raum. »Eine Diskriminierung dürfte das wohl nicht darstellen«, sagt Petra von Rhein von der Verbraucherzentrale Bayern. Sie hält, wenn bei der Buchung darauf hingewiesen wird, eine Extra-Gebühr daher für zulässig. Diese Auffassung teilt auch Rechtsanwalt Paul Degott aus Hannover. »Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet eine Benachteiligung nur aus bestimmte Gründen wie etwa der Religion, des Geschlechts oder einer Behinderung. Ob man bei Übergewicht allerdings von einer Behinderung sprechen kann, erscheint mir schon sehr fragwürdig.« Nach Einschätzung des Experten könnten Airlines eine Zusatzgebühr nur erheben, wenn sie bereits beim Kauf des Tickets deutlich machen, dass sie zu einer Buchung nur bereit sind, wenn der übergewichtige Fluggast einen gewissen Aufschlag zahlt. »Ansonsten hat der Passagier einen vertraglichen Anspruch darauf, ohne Zusatzkosten befördert zu werden«, so Degott.

Fluggesellschaften könnten allenfalls versuchen, über die Allgemeinen Beförderungsbedingungen eine Rechtsgrundlage für eine höhere Gebühr zu schaffen »Das dürfte jedoch äußerst schwierig sein.« Auf der anderen Seite weist Degott darauf hin, dass ein Fluggast, dessen Sitzqualität erheblich eingeschränkt ist, weil er neben einem übergewichtigen Nachbarn sitzt, möglicherweise Minderungsansprüche geltend machen kann. Damit es zu solchen verfahrenen Situationen gar nicht erst kommt, setzten daher viele deutsche Airlines bei übergewichtigen Fluggästen auf Deeskalation. »Das ist für uns überhaupt kein Thema«, erklärt etwa Thomas Jachnow von der Lufthansa. »Wir setzen einen übergewichtigen Passagier oder den Sitznachbarn einfach um. Es lässt sich immer eine Lösung finden, mit der alle zufrieden sind.«