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Vielflieger: Meilen sammeln lohnt sich

Vielflieger: Meilen sammeln lohnt sich

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Vielflieger

Meilen sammeln lohnt sich

Die Prämien werden immer rarer, die Meilenregeln schlechter. Da fragt sich mancher: Macht das Sammeln überhaupt noch Sinn? REISE & PREISE sagt Ihnen, worauf Sie beim Meilensammeln achten sollten und in welchen Fällen Sie auch darauf verzichten könnten.

Marc Schauhuber fliegt zweimal im Jahr nach Bali. Im Schnitt hat er die letzten fünf Male ab Frankfurt 1.160 Euro pro Flug gezahlt. Superbilligtickets ohne Meilenberechtigung hätte es dagegen schon für 900 Euro gegeben. Pro Hin- und Rückflug werden ihm bei Singapore Airlines im Meilenprogramm »Kris Flyer« rund 15.000 Meilen gutgeschrieben. Mit dem fünften bezahlten Flug sind endlich die 70.000 Meilen für einen Prämienflug erreicht.

Jetzt rechnet er nach und stellt fest: Fünfmal hat er 260 Euro mehr als unbedingt nötig gezahlt, das macht zusammen 1.300 Euro. Hätte er dagegen zu den billigsten Tickets ohne Meilen gegriffen, dann könnte er jetzt vom Ersparten locker das sechste Ticket erwerben und hätte noch fast 400 Euro übrig.

Ganz zu schweigen davon, dass er sich nicht auf Jahre an eine Airline hätte binden müssen und zu guter Letzt auch noch rund 300 Euro Kerosinzuschlag und Gebühren zahlen müsste, die auf den angeblichen Freiflug draufgerechnet werden. Sein Fazit: Meilensammeln war gestern mal gut, heute lohnt es sich nicht mehr.


VIELFLIEGER: Meilen sammeln lohnt sich

Vielflieger: Programme schlechter als vor 10 Jahren

Programme schlechter als vor 10 Jahren

Vor rund zehn Jahren war die Vielfliegerwelt wirklich noch in Ordnung. Da gab es für Billigflüge gleich viel Meilen wie für Vollzahlertickets. Man musste sich nur den günstigsten Flug suchen, bekam die Meilen obendrauf, nahm sie mit und freute sich, wenn am Ende ein Freiflug dabei heraus kam. Falsch machen konnte man damals nicht viel. Das Meilensammeln kostete ja nichts außer der kleinen Mühe, immer sein Kärtchen vorzuzeigen.

Heute gibt es dagegen vernünftige Meilengutschriften fast nur noch für teurere Tickets. Die Asiaten und Air France/KLM geben auf die günstigsten Tickets gar keine Meilen mehr, die anderen Europäer einschließlich Lufthansa nur noch Bruchteile und selbst bei den freigiebigeren US-Fluggesellschaften wie United und Continental bröckeln die Gutschriften für Discounttickets.

Wer dann genau nachrechnet, der entscheidet sich immer häufiger gegen die Meilen. Zumindest wenn er selber zahlt und ihm der sonstige Mehrwert der teureren Buchungsklassen egal ist.

Ist das Meilensammeln also ein Auslaufmodell? Keineswegs. Der Geschäftsreisende, der vielleicht sogar noch in der Business Class auf Kosten seines Arbeitgebers durch die Weltgeschichte jettet und die Meilen selber einstreichen darf, wäre ja dumm, das Extra nicht mitzunehmen. Und wenn er den Meilensegen beim Arbeitgeber abliefern muss, hat wenigstens der etwas davon. Faustregel: Nach fünf Flügen ist einer gratis, das macht glatte 20 Prozent Rabatt. Wer würde da nicht zugreifen?

Das ist auch kein Wunder: Der vollzahlende Geschäftsmann (gern auch die Geschäftsfrau) war und bleibt die Hauptzielgruppe aller Meilenprogramme. Ihn, der die Flüge zwar nicht selber zahlt, aber meist doch die Fluggesellschaft wählt, wollen alle Airlines umgarnen und ihn locken, der Prämien wegen auf sie zuzusteuern, auch wenn sie im Zweifelsfall mal ein paar Euro teurer sind oder weniger attraktive Flugzeiten bieten. Natürlich interessieren sich die Airlines auch eher für den Vielreisenden, der jede Woche neuen Umsatz bringt, als für den Einmal-im-Jahr- Touristen.

Dass Urlauber überhaupt von Meilenprogrammen profitierten, hatte am Anfang zwei Gründe: Zum einen waren die eigentlich auf Geschäftsleute ausgerichteten Regeln manchmal schlicht zu löchrig, und oft hatte der Billigtraveller einfach Glück (und Geschick), im Streuverlust der Werbeausgaben sein Schnäppchen zu machen. Doch schnell erkannten viele Fluggesellschaften, dass mit Billigtickets ebenfalls Geld zu verdienen ist und dass Meilen auch bei dieser Kundschaft ein zugkräftiges Argument sind. Das gilt grundsätzlich bis heute.

Doch in Zeiten von Airlinekrise und Sparzwang werden solche Marketingaufwendungen nur zu gern schnell zurückgefahren. Bei der Herausforderung, Billigfliegern mit 99-Euro-Tickets Paroli bieten zu können, waren die Meilengutschriften natürlich das Erste, was dem Rotstift zum Opfer fiel.


VIELFLIEGER: Meilen sammeln lohnt sich

Vielflieger: Meilen sammeln beim Einkaufsbummel

Meilen sammeln beim Einkaufsbummel
Mehr noch: Statt selber Freiflüge zu verschenken, entwickelten viele Airlines ihre Vielfliegerclubs zum Meilen-Goldesel. Längst wird die Mehrzahl der »Miles & More«- Meilen nicht mehr mit Flügen verdient, sondern beim Kauf ganz anderer Dinge: Aktienfonds und Zeitschriftenabos, Notebooks und Parfums. Sogar für Autoreifen und Fußballtickets gibt es heute Meilen.

Und was bedeutet das alles für den preisbewussten Traveller? Vor allem neue Chancen beim Meilensammeln. Wenn es heute Meilen dafür gibt, dann kauft man künftig eben seine Bücher über den angeschlossenen Onlineshop, nimmt die 15.000 »Miles & More«- Meilen für das DSL-Paket der Telekom mit und vergisst auch nicht, es nach der Mindestabodauer wieder zu kündigen – denn bestimmt gibt es ja dann ein neues lukratives Angebot.

Unter diesem Gesichtspunkt verschiebt sich plötzlich die Attraktivität von Meilenprogrammen. Wer nur über Flüge sein Meilenkonto füllen will, für den ist »Miles & More« eher langweilig. Mit mehr als 300 Sammelmöglichkeitenwird das Lufthansa-Bonusprogramm aber plötzlich hochinteressant für alle, die auf kreative Art und Weise an die Meilen kommen wollen. So kann der »Miles& More«-Fan alle zwei Monate eine andere Tageszeitung abonnieren und dafür bis zu 5.000 Meilen einstreichen. Bis zum 15. März bringt eine Probefahrt mit dem neuen Renault Laguna 5.000 Meilen bei »Flying Blue« von Air France/KLM. Und sogar für Gummibärchen gibt es Meilen: pro Tüte 400 »Bluemiles«-Meilen von TUIfly.

All diese Angebote haben eins gemeinsam: Von allein fliegen sie einem nicht zu. Auch bei Flügen bleibt dem Meilensammler nichts übrig, als genauer zu rechnen als früher.

Bei 260 Euro Preisdifferenz zwischen meilenfähigem Ticket und solchem ohne Meilen zahlt man am Ende fürs Meilensammeln drauf – siehe oben. Aber wie sieht es aus, wenn es das Lufthansa-Billigticket der Klasse V mit voller Mileage für 80 Euro mehr als das W-Klasse-Ticket gibt, das nur 50 Prozent der Meilen gutschreibt? Da hilft nur der Taschenrechner.

Oberste Pflicht: Auf die Verfallszeiten achten
Vorsorge tut nicht nur beim Sammeln not, sie ist auch hilfreich, damit die mühsam gesammelten Meilen nicht gleich wieder verfallen. Die beste Lösung heißt: nur bei Meilenclubs sammeln, bei denen kein festes Verfallsdatum eingebaut ist. Bei den meisten asiatischen Airlines sind nach drei Jahren ohne Wenn und Aber die Meilen weg. Bei Lufthansas »Miles & More« gilt das nur, wenn man kein Statuskunde ist (ab 35.000 Flugmeilen pro Jahr) oder keine »Miles & More«-Kreditkarte besitzt (deren Bestellung man sich wieder mit 10.000 Meilen versüßen kann). Noch billiger geht es bei Air France/KLM oder den meisten USAirlines: Da verfallen Meilen nur, wenn 18 Monate lang keine einzige Kontobewegung stattfand. Und dazu zählt auch jeder klitzekleine Einkauf im Onlineshop.

Fazit: Natürlich lohnt sich das Meilensammeln. Aber der Erfolg ist nicht umsonst zu haben: Man muss Preise vergleichen, in die Zukunft planen, Sonderaktionen im Blick behalten und immer öfter auch seine TV-Zeitschrift danach aussuchen, welche am meisten Meilen gibt. Wem das zu nervig ist und wer ohnehin immer zu denen gehört, die den einst zum Geburtstag erhaltenen Kinogutschein erst dann wiederfinden, wenn er gerade abgelaufen ist, der sammelt eben nicht und konzentriert sich auf das wichtigste: tolle Reisen und Flüge zum Spartarif.

Dann darf er sich aber auch nicht darüber beschweren, dass der Flugsitznachbar sein Fernostticket als Occasion für die halbe Meilenzahl abgegriffen hat, dank seiner ge - sammelten Meilen als Statuskunde die Zeit bis zum Abflug bei Häppchen in der Lounge verbracht hat und beim Rückflug vielleicht sogar upgegradet wird – vielleicht aber auch nicht.


VIELFLIEGER: Meilen sammeln lohnt sich

Vielflieger: Meilensammeln immer schwieriger

Meilensammeln immer schwieriger
Flüge bringen immer weniger Meilen. Lufthansa zum Beispiel gibt nur noch 125 Meilen für einen Europa-Billigflug. Auch gibt es kaum noch Mindestmeilen.

Meilen verfallen schneller. Bestes Beispiel: Selbst die großzügigen US-Airlinesverlangen mindestens alle 18 Monate eine Aktivität.

Freiflüge sind keine mehr. Steuern und Gebühren, Kerosinzuschläge etc.summieren sich schnell auf 120 Euro bis 400 Euro. Günstig sind nur nochDelta Air Lines und United Airlines.

Für telefonische Buchungen nehmen die Airlines zum Teil hohe Gebühren.Prämienbuchungen also online vornehmen.

UNITED AIRLINES »MILEAGE PLUS«
· 100 Prozent für alle Economy-Klassen. Y und B bringen darüber hinaus
· 150 Prozent (Elite Qualifying Miles).
R&P-Testurteil: Das Programm mit den attraktivsten Prämien. Meilenverfall erst nach 18 Monaten Inaktivität.
Top-Prämie: für 60.000 Meilen nach Hawaii

 CONTINENTAL AIRLINES »ONEPASS«
· 100 Prozent für alle Economy-Klassen. Keine Meilen auf nicht veröffentlichte
· Tarife (Sonderdeals, z. B. über priceline.com).
R&P-Testurteil: Großzügige Meilenverfallregelung. Prämien nicht ganz so gut. Nachteil: Continental wechselt gerade von »Skyteam« zu »Star Alliance«.
Top-Prämie: für 50.000 Meilen nach USA mit Karibik und Mittelamerika

 DELTA AIR LINES »SKYMILES«
· 100 Prozent für alle Discount-Economy-Klassen (150 Prozent für Klassen Y, B, M).
R&P-Testurteil: Meilenverfall erst nach 2 Jahren Inaktivität. Gute Partner (u. a. KLM/Air France). Prämien nur Richtung Amerika attraktiv.
Top-Prämie: für 40.000 Meilen mit Partner Singapore Airlines nach New York

EMIRATES »SKYWARDS«
· Jede mit Emirates geflogene Meile bringt eine Prämienmeile. Auf Codeshare-Flügen gilt das nur für Tickets mit Emirates-Flugnummer.
R&P-Testurteil: Bestes Nahost-Programm. Gute Partner. Nachteil: Unerbittlicher Meilenverfall nach 36 bis 48 Monaten unabhängig von der eigenen Aktivität.
Top-Prämie: für 40.000 Meilen nach Muscat/Oman

(April 2003)

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