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Kleiderordnung

Verpflichtung zu langer Hose kein Reisemangel

Wird ein Reisender in einem gehobenen Hotel aufgefordert, zum Abendessen statt einer dreiviertellangen Hose eine lange zu tragen, stellt das keinen Reisemangel dar, entschied das Amtsgericht München. Dies sei zur Schonung des ästhetischen Empfindens anderer Gäste üblich, im Reisekatalog müsse nicht extra darauf hingewiesen werden. Amtsgericht München, 16.6.2010, Aktenzeichen: 223 C 5318/10

Sturz im Hotel

Veranstalter haftet für Stolperfalle

Stürzt ein Hotelgast über eine vier bis fünf Zentimeter hohe, zwischen Zimmerflur und Hotelzimmer befindliche Stufe, die nicht besonders kenntlich gemacht ist, haftet der  Reiseveranstalter für die entstandenen Verletzungen. Oberlandesgericht Hamm 23.6.2009, Az: I-9 U 192/08

Billigreise

Keine hohen Ansprüche stellen

Urlauber, die eine zweiwöchige Reise für € 589 pro Person in ein türkisches All-inclusive-Hotel mit drei Sternen (Landeskategorie) buchen, müssen gewisse Abstriche bei Komfort und Hygiene in Kauf nehmen. So sei es entschädigungslos hinzunehmen, dass das Badezimmer »geringfügige Schimmelstellen« aufweise, »kleine Flecken von Kaffee« auf der Tischdecke zu sehen und die Stühle aus Plastik seien. Landgericht Düsseldorf, 21.8.2009, Az: 22 S 93/09

Konditions-/Trittschwächen

Kritische Selbsteinschätzung gefragt

Wer an einer mehrtägigen Trekkingtour auf einer Vulkaninsel im Indischen Ozean teilnehmen will, sollte fit sein. Entscheidet ein erfahrener Reiseleiter, einen Reisenden wegen Konditions- und Trittschwächen nicht mitzunehmen, hat der Traveler keinen Anspruch auf Rückerstattung des Reisepreises. Das Leistungshindernis kommt ausschließlich aus dem Bereich des Reisenden, der Reiseveranstalter behält seinen Anspruch auf den Reisepreis. Landgericht Kempten, 4.9.09, Az: 53 S244/09

Karibikreise

Sandflöhe und braunes Wasser

Sandflöhe und Sandwespen berechtigen nicht zur Reisepreisminderung. Das entschied das Amtsgericht Köln. Die Plagegeister seien nicht zu verhindernde Naturerscheinungen an einem öffentlichen Strand in der Karibik. Hat der Reiseveranstalter im Katalog ein Strandfoto mit klarem blauem Meerwasser gedruckt, liegt jedoch ein Reisemangel vor, wenn das Wasser braun und trübe ist. Amtsgericht Köln, 6. März 2008, Az: 134 C 419/07

Geld zurück

Keine Liegen am Pool

Weil das Hotelpersonal die Liegen bereits um 17 Uhr wegräumte, konnten Urlauber ihren bis 20 Uhr geöffneten Hotelpool drei Stunden am Tag nicht richtig nutzen. Ein Tourist klagte daher auf Reisepreisminderung. Das Amtsgericht Baden-Baden sprach ihm wegen dieses Mangels zehn Prozent Rückerstattung zu (AZ:16 C 61/07).

Entschädigung?

Geduld bei Hotel-Überbuchung

Da ihr Urlaubshotel in Mallorca überbucht war, wurde ein Ehepaar in einem 35 km entfernten  Ersatzhotel untergebracht. Das gefiel ihnen nicht,sie flogen nach Hause und erhielten vom Veranstalter den kompletten Reisepreis zurück. Mit zusätzlichen 666 Euro  Entschädigung wegen nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit kamen die Kläger aber nicht durch. Sie hätten dem Veranstalter Gelegenheit geben müssen, ein weiteres Ersatzhotel aus dem Hut zu zaubern (Amtsgericht Duisburg, AZ 49 C 5022/06).

Preiswucher?

Widerruf beim Teppichkauf?

Ein Urlauber hatte in der Türkei für 4.300 Euro einen Teppich gekauft, den er anschließend aber nicht bezahlen wollte. Vor Gericht meinte er, nach deutschem Recht vom Kauf  zurücktreten zu können. Gültig sei hier aber das türkische Zivilrecht, so die Richter. Demnach hätte er den Kauf nur widerrufen können, wenn erwiesen wäre, dass der Teppich die Summe nicht wert sei (Oberlandesgericht Frankfurt, AZ 9 U 12/07).  

Vom Boot angefahren

Kein Geld bei Badeunfall am Meer

Eine Urlauberin war beim Schnorcheln vor ihrem Hotel in der Dom. Republik von einem Motorboot angefahren worden. Sie verklagte den Veranstalter auf 20.000 Euro Schmerzensgeld. Ohne Erfolg: Die Katalogbeschreibung »geschützte Sandbucht, ideal für Wassersport geeignet«, sagt eindeutig aus, so die Richter, dass Schwimmer dort mit Booten rechnen müssen. (Landgericht Köln, AZ: 4 O 99/ 06).  

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