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Dreieinhalb Jahre ist es bald her, dass die A 380 ihren Erstflug mit Passagieren unternahm.##Foto: Airbus

Dreieinhalb Jahre ist es bald her, dass die A 380 ihren Erstflug mit Passagieren unternahm.

Foto: Airbus

FLUGZEUGE

Die A 380 hat schon jetzt Kultstatus

Fliegen mit dem Riesen-Airbus gilt schon jetzt als kultig. REISE & PREISE sagt, wo die A 380 eingesetzt wird, was an Bord geboten wird und wie Sie an die besten Plätze kommen.

Am 25. Oktober 2007 feierte Singapore Airlines (SIA) auf der Strecke nach Sydney die Weltpremiere des Airbus A380. Seitdem haben auch Emirates, Qantas, Air France und zuletzt Lufthansa ihre erste A380 bekommen. 42 Flugzeuge sind bis Mitte Januar 2011 ausgeliefert worden. Es war eine lange und schwere Geburt, denn alle Kunden mussten Lieferverspätungen von bis zu zwei Jahren hinnehmen, weil Airbus erhebliche Produktionsprobleme hatte, die bis heute nicht vollständig behoben sind. Aber sobald der Riese da ist, lieben ihn Passagiere und Betreiber. »Der A380 ist ein neues Fenster in die Zukunft unseres Unternehmens«, schwärmte der damalige Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber im Mai 2010 bei der Übernahme des ersten Neuzugangs für die Flotte der Kranich-Linie. »Wenn man damit einmal geflogen ist, will man nicht mehr anders reisen«, ist sich auch Emirates-Chef Tim Clark sicher, der auf der letzten ILA-Luftfahrtschau in Berlin nochmal 32 weitere A380 bestellte und ab 2017 über unglaubliche 90 der Riesenflieger verfügen wird.

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Die Passagiere lieben die A380

Bis Januar 2011 waren über neun Millionen Passagiere in den derzeit 42 in Dienst stehenden Maschinen rund 220.000 Flugstunden lang auf über 20.000 Linienflügen damit gereist - und beinahe alle waren begeistert. Auch nach dem spektakulären Triebwerksschaden an einer Qantas A380 im November 2010 gab es bei keinem Betreiber fühlbare Passagierrückgänge. Damals hatte sich vermutlich durch einen Fertigungsfehler von Rolls Royce die Niederdruckturbine eines Trent 900-Triebwerks zerlegt, umherfliegende Teile hatten sowohl die Tragfläche als auch den Rumpf der Maschine beschädigt, trotzdem gelang die Notlandung. Experten waren sich hinterher einig, dass die Qantas-Passagiere und Besatzung nur knapp einer Katastrophe entgangen waren. Gerade die robuste Bauweise der A380 aber hat dazu beigetragen, dass das Flugzeug manövrierfähig blieb. Mehrere Wochen ließ Qantas alle A380 danach am Boden, erst seit Mitte Januar wird nun auch die extreme Langstrecke über den Pazifik wieder mit dem Riesenvogel bedient.

Obwohl es zumindest in der Economy Class kaum mehr Platz gibt als bisher, fliegen die Passagiere auf die A380. Es ist der Mythos des Riesen, es sind aber auch ganz praktische Annehmlichkeiten, die jedem auffallen, der damit unterwegs ist: Der geringe Lärm an Bord, die deutlich bessere Kabinenluft und die vielfältigen Unterhaltungsprogramme mit der spektakulären Heckkamera. Nur wenige Gesellschaften bieten wie Qantas auch in der Economy Class Stehbars an, die Aufmerksamkeit auch in der Werbung richtet sich eher auf die glamourösen Einrichtungen der First- und Business-Class-Kabinen wie Duschen und Bars bei Emirates oder Suiten bei SIA. Auch wenn diese Annehmlichkeiten nur wenigen Fluggästen offen stehen - die Anziehungskraft ist ungebrochen. »Das Flugzeug ist eine Attraktion«, sagt Qantas-Chef Alan Joyce, der sich vor der Triebwerkspanne darüber freute, dass die A380-Flüge bis zu drei Prozent höhere Auslastungen verzeichnete als die weiterhin angebotenen Boeing 747-Verbindungen auf gleichen Routen. Nachdem die Triebwerke ausführlich geprüft und zum Teil ausgetauscht wurden, dürfte dies auch weiterhin der Fall sein.

Bei Lufthansa ist die Ausstattung eher enttäuschend

Da kann es sich mancher A380-Betreiber leisten, für die Reise im Riesen zwischen zwei und drei Prozent höhere Flugpreise zu verlangen als mit anderem Fluggerät. SIA hatte das zeitweise auch versucht, die Aufpreise am Markt aber nicht durchsetzen können, allenfalls in ihren First-Suiten. Fünf der sechs nach Verkehrsaufkommen größten Airlines der Welt betreiben heute bereits die A380, elf der Top 20 gehören zu den Bestellern. Leider setzt die Lufthansa in den Kabinen ihrer demnächst fünf A380 nicht gerade neue Maßstäbe. In der Economy sind zwar die Sitze neu, doch sonstige Annehmlichkeiten gibt es dort keine. Am enttäuschendsten ist die Business Class - die gleichen Sitze wie bisher, mit minimalsten Änderungen, immer noch kein flaches Bett, stattdessen die unbeliebte schiefe Ebene. Während die Kranich-Linien neben acht First-Abteilen auch noch 96 Business-Sitze im Oberdeck unterbringt, zeigt Korean Air, wie es auch geht: Sie wird in ihren ab Mai zu liefernden A380 das ganze Oberdeck lediglich mit 94 Business-Schlafsitzen ausstatten. Da kann es bei Lufthansa auch die Weltpremiere der Urinale in den beiden geräumigen First-Badezimmern nicht rausreißen. So simpel wie sinnvoll, aber eigentlich in der Economy Class viel nötiger.

(18.01.2011, Andreas Spaeth)