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Reiserecht: Schadensersatz nur bei Annullierung

Reiserecht: Schadensersatz nur bei Annullierung

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REISERECHT

Schadensersatz nur bei Annullierung

Findet ein Flug nicht statt wie geplant, gehen verhinderte Fluggäste trotz Anspruch auf Ausgleich oft leer aus. Nun soll der Europäische Gerichtshof entscheiden, wann ein Flug annulliert und wann verspätet ist.

Seit Februar 2005 gilt die EU-Fluggastverordnung, die die Rechte der Passagiere stärken soll. Danach sind die Airlines verpflichtet, bei Annulierung eines Fluges Schadensersatz zu zahlen, je nach Flugentfernung zwischen 250 und 600 Euro. Bei Verspätungen haben die Gesellschaften für Mahlzeiten und ggf. Hotelunterbringung zu sorgen. Doch in der Praxis gehen Urlauber und Geschäftsreisende oft leer aus, versuchen Airlines, Forderungen zurückzuweisen.

Im aktuellen Fall hatte eine Familie eine Fernreise gebucht. Am Heimreisetag sollte der Start um 16:20 Uhr erfolgen. Doch es begann das große Warten. Gegen 23:30 Uhr habe ihnen der Pilot mitgeteilt, der Flug sei »cancelled«. So habe es auch an der Anzeigetafel gestanden, so die Kläger. Gegen Mitternacht wurden die Wartenden dann in ein Hotel gebracht. Erst am folgenden Tag konnten sie – am Schalter einer anderen Fluggesellschaft – erneut einchecken.

Die Passagiere erhielten andere Sitzplätze, die Flugnummer allerdings blieb die alte. Die Familie ging von einer Annullierung aus und forderte pro Person 600 Euro von der Airline. Doch die weigerte sich, wurde vom zunächst zuständigen Amtsgericht zur Zahlung eines Ausgleichs verurteilt. Grund: Der Flug sei zwar sehr, aber eben doch nur verspätet gewesen. Daraufhin legten die Kläger Revision ein. Das Berufungsgericht schloss sich der Auffassung der ersten Instanz an, forderte aber, die Begriffe »Annullierung« und »Verspätung« müssten grundsätzlich gegeneinander abgegrenzt werden.

Nun sollte der Bundesgerichtshof entscheiden, doch die Robenträger reichten die Frage weiter an den EU-Gerichtshof. Bis ein eindeutiges Votum aus Luxemburg kommt, wird die Familie auf immerhin 2.400 Euro warten müssen. Und der Ärger über die fiesen Tricks der Airline bleibt ohnehin. Denn laut Bundesgerichtshof lag die Verspätung erst an einem Hurrikan in der Karibik, dann an technischen Defekten am Flugzeug und schließlich an einer plötzlichen Grippe der Crew...