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Notebooks werden bei der Einreise in die USA kontrolliert.

Notebooks werden bei der Einreise in die USA kontrolliert.

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USA

Notebook-Kontrolle bei Einreise

Trotz neuer Vorschriften werden bei der Ankunft in den USA Handys, MP3-Player und Notebooks kontrolliert und ggf. beschlagnahmt. REISE & PREISE sagt Ihnen, womit Sie bei der Einreise in die USA rechnen müssen.
 
Was hat man schon groß auf der Festplatte des Notebooks oder auf dem Smartphone? Steuererklärungen, Firmendokumente, Krankenakte, persönliche Korrespondenz? Nichts jedenfalls, was Fremde lesen sollten. Und doch passiert genau das immer wieder, wenn Reisende von den US-Einwanderungsbehörden überprüft werden. Ein entsprechendes Gesetz wurde unter der Ägide Bush erlassen - und jetzt zwar etwas aufgeweicht, im Kern jedoch bestätigt.

»Es wird nicht generell alles durchsucht, aber mir ist schon mal die gesamte Festplatte kopiert worden, mit allen privaten und dienstlichen Daten drauf«, berichtet etwa Stefan Sch. Man dürfe nie einen USB-Stick im Koffer lassen, ergänzt Christian S. sonst sei womöglich das Gepäck anschliessend zwei Wochen lang unauffindbar. Und Andreas C. sagt, er könne nur davon abraten, wichtige Daten auf dem Laptop zu haben.

Fakt ist: Die amerikanischen Grenzschützer können mobile Geräte ohne Anlass durchsuchen. Besteht gar der Verdacht, eventuell vorhandene Daten könnten im Zusammenhang mit einer Straftat stehen, dürfen sie das Gerät auch beschlagnahmen. Immerhin gibt es fürs weitere Procedere nun Auflagen. Eine eingehendere Durchsuchung muss nämlich »so schnell wie möglich« erfolgen - und das vor Zeugen und nur mit Dokumentation. Außerdem müssen die Beamten beim Sichten vertraulicher Dokumente wie medizinischen Unterlagen, Recherchematerial von Journalisten oder den Akten von Juristen einen Anwalt ihrer Behörde hinzuziehen. Erweist sich der Verdacht als hinfällig, müssen alle kopierten Daten innerhalb von sieben Tagen wieder gelöscht werden.

Die Geräte selbst darf die US Customs and Border Protection fünf Tage lang behalten, die US Immigration and Customs Enforcement gar 30 Tage. Danach wird der Eigentümer angerufen und darüber informiert, wo er Laptop, Handy oder MP3-Spieler abholen kann. Ist ihm das nicht möglich, wird das Gerät - immerhin auf Kosten der US-Behörden - zurückgeschickt.

Allerdings hält sich die Zahl der Kontrollen bislang in Grenzen: Während eines knappen Jahres, im Zeitraum zwischen 1. Oktober 2008 und 11. August 2009, mussten gerade 1000 Reisende digital die Hosen herunterlassen. Dennoch: Solche Eingriffe in das Persönlichkeitsrecht sind lästig und unangenehm, eine Beschlagnahme kann gar finanzielle Folgen haben.

Dabei ist es ganz einfach, den Kontrollen auszuweichen. Denn es gibt im Internet zahlreiche, oft auch kostenlose Dienste, bei denen der Nutzer seine Daten auf einen Server auslagert und sie dann von jedem Computer via Internet öffnen und bearbeiten kann. Anbieter sind etwa getdropbox.com, humyo.de oder mydrive.ch. Wer Bedenken hat, seine Daten einer externen Firma anzuvertrauen, lässt sich Laptop oder Handy für den Zugriff auf den eigenen Firmen-Server einrichten. Am sichersten aber ist es, die wichtigen Informationen auf einer praktisch uneinsehbaren Festplatte zu speichern: im Kopf.

(Von Marc Reisner, September 2009)