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Sturz im Hotel Veranstalter haftet für Stolperfalle

Stürzt ein Hotelgast über eine vier bis fünf Zentimeter hohe, zwischen Zimmerflur und Hotelzimmer befindliche Stufe, die nicht besonders kenntlich gemacht ist, haftet der  Reiseveranstalter für die entstandenen Verletzungen. Oberlandesgericht Hamm 23.6.2009, Az: I-9 U 192/08

Billigreise Keine hohen Ansprüche stellen

Urlauber, die eine zweiwöchige Reise für € 589 pro Person in ein türkisches All-inclusive-Hotel mit drei Sternen (Landeskategorie) buchen, müssen gewisse Abstriche bei Komfort und Hygiene in Kauf nehmen. So sei es entschädigungslos hinzunehmen, dass das Badezimmer »geringfügige Schimmelstellen« aufweise, »kleine Flecken von Kaffee« auf der Tischdecke zu sehen und die Stühle aus Plastik seien. Landgericht Düsseldorf, 21.8.2009, Az: 22 S 93/09

Preisminderung Bartoli ist nicht Netrebko

Urlauber bekamen eine Reisepreisminderung von 40 Prozent zugesprochen. Ihnen war als Höhepunkt einer fünftägigen Toskanareise zum Preis von € 2.286 pro Person ein Konzert mit der Sopranistin Anna Netrebko versprochen. Die Urlauber hörten stattdessen Cecilia Bartoli. Für den Urlauber sei es zentraler Zweck der Reise gewesen, Anna Netrebko einmal in kleinem Rahmen zu hören und persönlich zu treffen. LandgerichtHannover, 23.6.2009,Az:18S 74/08

Zug zum Flug Eigenes Risiko

Bietet ein Reiseveranstalter in Kooperation mit der Bahn einen »Zug zum Flug« an, kann ihn der Reisende nicht dafür haftbar machen, wenn er wegen einer Zugverspätung seinen Flug  verpasst. Im vorliegenden Fall hatte der Veranstalter ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es bei öffentlichen Verkehrsmitteln zu Verspätungen kommen könne und der Reisende selbst für seine pünktliche Ankunft am Flughafen verantwortlich sei. Landgericht Hannover, 2.10.2009, Az: 4 S 21/09

Konditions-/Trittschwächen Kritische Selbsteinschätzung gefragt

Wer an einer mehrtägigen Trekkingtour auf einer Vulkaninsel im Indischen Ozean teilnehmen will, sollte fit sein. Entscheidet ein erfahrener Reiseleiter, einen Reisenden wegen Konditions- und Trittschwächen nicht mitzunehmen, hat der Traveler keinen Anspruch auf Rückerstattung des Reisepreises. Das Leistungshindernis kommt ausschließlich aus dem Bereich des Reisenden, der Reiseveranstalter behält seinen Anspruch auf den Reisepreis. Landgericht Kempten, 4.9.09, Az: 53 S244/09

Verlust beweisen Aufpassen bei der Sicherheitskontrolle

Gehen bei der Sicherheitskontrolle am Flughafen teure Wertgegenstände verloren, hat der Fluggast nur dann einen Anspruch auf Schadensersatz, wenn er den Verlust beweisen kann. So ging ein Passagier leer aus, der seine Rolex zum Durchleuchten in eine Schale gelegt, aber nicht wieder erhalten hatte. Er verklagte die Bundespolizei, in deren Auftrag die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma arbeiteten. Doch leider hatte niemand gesehen, wie er die Uhr abgelegt hatte. Da die Richter nicht ausschließen konnten, dass ein anderer Passagier lange Finger gemacht hatte, wiesen sie die Klage ab. Ob

Irreführende Preisangaben Bußgelder werden fällig

Airlines und Reiseveranstaltern, die mit undurchsichtig gestalteten Flugschnäppchen locken, droht künftig eine saftige Strafe. Der Bundesrat hat am 18.9.2009 einer Änderung der Luftverkehrs- Zulassungs-Ordnung zugestimmt, die für irreführende Preisangaben Bußgelder von bis zu 25.000 Euro vorsieht. Demnach müssen künftig neben dem Endpreis auch die Steuern, Flughafengebühren und sonstige Zuschläge gesondert ausgewiesen werden.

Kreuzfahrt Schiff läuft Hafen nicht an

Läuft bei einer Kreuzfahrt das Schiff in einen bestimmten Hafen nicht ein, kann der Reisende den Reisepreis mindern. Im konkreten Fall ging das Schiff 60 Kilometer vor Stockholm vor Anker und die Passagiere mussten mit dem Bus in die Stadt fahren. Die Minderung betrug 25 Prozent. Amtsgericht München, 1.4.09, Az.: 262 C 1373/09

Abfindungsvergleich Scheck nur unter Vorbehalt einlösen

Wer nach einer Reise Mängel geltend macht und zur Abgeltung aller Ansprüche vom Reiseveranstalter einen Scheck erhält, sollte aufpassen. Löst der Reisende den Scheck ohne Vorbehaltserklärung ein, kommt ein Abfindungsvergleich zustande. Der Reisende kann dann keine weiteren Ansprüche geltend machen. Landgericht Frankfurt a. M., 8.11.07, Az.: 2-24 S 149/07

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